Berge, Pappstadt und heißes Wasser

LosBanos028

Datteln

Es ist viel passiert und auch ein paar Tage sind seit dem letzten Eintrag vergangen. Ihr werdet es mir nicht glauben, aber wir haben es nicht geschafft, die Tage waren einfach zu kurz und jetzt ist es auch schon wieder nach 22:00 Uhr.
In Los Baños de Sierra Alhamilla haben wir noch richtig die Gegend unsicher gemacht. Es gibt dort einen Wanderweg der in eine alte stillgelegte Bahnlinie endet und weiter nach Pechina führt. Es ist ein recht abenteuerlicher Weg was den Blick angeht. Es geht aus dem Ort eine Betonpiste zwischen Palmen steil herunter ab und an biegen kleine Einfahrten zu verborgenen Fincas ab, das Gehen ist nicht einfach, denn der Gewitterschauer hat viele Kiesel auf dem Weg hinterlassen und wenn man zu leichten Fußes marschiert rutscht man einfach aus. Die Farben sind beeindruckend, auf dem ersten Teil dominiert saftiges Grün, da hier genug gewässert wird, aber langsam gehen die Farben in grau, ocker, weiß oder violett über. Das sind die Farben des Gesteins dieser Gegend. Die Berge erheben sich in den unterschiedlichsten Formen mal schroff und steil ansteigend, mal aufgeschüttet bis an eine Steilwand. Die Rambla hat sich hier seit unerdenklichen Zeiten den Weg durch die Felsen geschnitten. Dann wird es langsam etwas flacher und eine weite Ebene breitet sich vor uns aus. Wir stehen vor ein paar Häusern und wissen nicht ob da noch Menschen drin wohnen. Wir schleichen uns langsam ran, aber sie sind leer, unbewohnt aber in einem guten Zustand. Als wir an einem Haus um die Ecke blicken, sehen wir das es nur die Fassade ist die dort noch steht, gehalten von Holzbohlen. Alles klar die alten Häuser dienten mal als Filmkulisse. Ein paar hundert Meter weiter kommt es noch extremer, hier stehen nur Kulissen aus irgendeinem Plastikzeuchs oder so gemacht, aber so echt aussehend das man erst druaf kommt wenn man mal drauf klopft und sich des dumpfen Klangs so wundert. Nahebei führt eine Palmallee bis sie abrupt in der Rampla endet. Hier geht es auf einem alten Bahndamm weiter bis nach Pechina. Ich folge dem Damm aber nur bis zu einer alten Brücke an der seltsame Ruinen stehen, es müssen Ställe für vielleicht Mulis gewesen sein? Vielleicht hatte es etwas mit dem Bergbau und der Bahn zu tun.
Oben im Dorf ist das Wochenende ausgebrochen, es tummeln sich dort viele Besucher die hier einen schönen Tag verbringen möchten. Zum Glück müssen wir unser Wohnmobil nicht bewegen, es wäre eh nicht gegangen weil da kaum noch ein PKW durchpasst. Oberhalb von Los Baños de Sierra Almahilla sehen die Berge so aus als wenn sie von mir besucht werden möchten. Ich stapfe also ohne richtiges Ziel los und befinde mich bald oberhalb der Häuser. Mir fällt fast die Kinnlade runter als ich ein riesiges Loch oder Krater sehe. Darüber ragt ein riesiger Felskoloss wie ein Finger und unten ist zumindest eine begehbare Höhle oder besser ein tiefer Spalt. Ich gehe lieber nicht weiter rein weil es dunkel ist und ich schiss habe in irgend ein Loch zu plumpsen von denen es hier Einige gibt und außerdem würde ich dann aussehen wie sau. Nach ein paar Kletterumrundungen gehe ich weiter höher zurück und stoße doch tatsächlich auf zwei alte Stollen. Ich gehe wieder nur ein paar Meter rein, aus den schon oben genannten Gründen. Die Felsen sind hier ganz anders, hart, ockerfarben bis schwarz und es sieht aus als wenn alles in großer Hitze zusammengebacken ist.
Wir verleben hier oben drei tolle Tage. Das beste ist das 58° Grad heiße Quellwasser, von dem wir etliche Liter zum Wohnmobil schleppen. Hier ist eine Welt des Friedens, man hört nur die Hähne krähen, von denen es hier anscheinend eine ganze Menge gibt, die Glocken der Ziegen und ein paar sonderliche Vögel trillern. Die paar Autos die hier lang fahren überhören wir gerne. O.k. an Wochenenden ist natürlich der Bär los, aber Abends deckt sich der Mantel der Ruhe über diesen Ort des Friedens.

 

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