An der Barre d’Étel und dann weiter gen Süden

Die Barre d’Étel

Ja, wir sind wieder hier, wie fast jedes Jahr. Dieser Platz macht süchtig, nicht nach mehr, sondern nach weniger. Ich meine einfach hier bleiben und genießen. Der freie Ausblick auf die Flussmündung, die von den Gezeiten geprägt ist, die Ruhe und der wundervolle Nachthimmel sind so genial das wir uns kaum los reißen können. Aber wir wollen weiter! So weit haben wir uns schon mal entschieden. Zumindest bis zur Ile d’Oleron wo unsere Freundin lebt. Allerdings haben wir noch keinen Plan wie es weitergehen danach soll. Möglich ist einfach alles.

Rochefort en Terre

Mit unseren Freunden Ruth und Frank in Rochefort en Terre

In der Schleuse

Das Traumschiff und die Brücke

Eines Morgens, also vor ein paar Tagen geht es dann tatsächlich los, aber nur nicht so weit! So um die 80 km fahren wir, bis wir in Rochefort en Terre einlaufen. Es ist ein altes wundervolles Dorf, und zur Weihnachtszeit soll es besonders schön dekoriert sein, so mit Lichterketten und Weihnachtsbäumen. Außerdem stehen Frank und Ruth aus England schon dort und wir wollen uns treffen.
Es ist wirklich ein traumhafter Ort und die Weihnachtsdekoration ist richtig sehenswert. An Wochenenden sollte man allerdings einen weiten Bogen um das Dorf herum machen, da es nur so überquillt vor Menschen.

Die Nacht ist bitterkalt und als wir am Dienstag los fahren freue ich mich als die Motorheizung endlich eine angenehme Wärme verbreitet. Es ist wieder nicht weit, wohl auch so um die achtzig Kilometer bis nach Saint Nazaire. Der Stellplatz ist vor den alten U-Bootbunkern und prima zentral gelegen. Hier stehen überwiegend alte Wohnmobile, anscheinend von Leuten die in Saint Nazaire arbeiten. Es ist laut in der Stadt und ein Silomief treibt von einer Hühnerfutterfabrik herüber. Aber es ist auszuhalten. Dafür können wir prima in der Stadt bummeln gehen, die Schiffe im Hafen beschauen und die Sonne über dem Meer versinken sehen. Am schönsten ist es auf den Dächern der U-Bootbunker, denn just zu der Zeit geht gerade die Sonne unter und ihre Strahlen reflektieren an einem Traumschiffneubau in der Werft. Blöd ist das uns eine Securitytante von dort oben verjagt, denn um 17 Uhr werden die Dächer verrammelt, richtig blöd, dann wenn es gut wird werden wir verscheucht! Also tapern wir weiter zum Strand. Hier bietet sich uns eine traumhafte Dämmerungsidylle mit einem kleinen Frachter, der auf dem Weg zu irgend einem anderen Hafen ist.

Die Einfahrt zum alten Hafen in La Rochelle

Die legandäre Rennjacht K.VIII in weihnachtlichem Flair

Abendstimmung über dem Segelhafen von La Rochelle

Weihnachtskick

Nach zwei Tagen reicht es und wir brummen wieder weiter, in einem Stück, das sind über 200 Kilometer, direkt nach La Rochelle, auf einen Parkplatz direkt am Segelhafen. Hier stehen wieder die Schlepp, all das was man den Winter über so braucht, oder eigentlich nicht braucht. Sie sind anscheinend auf dem Weg in den Süden, nach Spanien, Portugal oder Marokko, oder bleiben die einfach hier stehen? Zu mindest stimmt das für den Teil in der vorderen Ecke, denn dort brummen allabendlich die Aggregate und ein widerlicher Benzinmuff schlängelt sich um die Wohnmobile. Bei dieser Hochdruckwetterlage kommt das so richtig gut. Zum Glück stehen wir weit genug entfernt.
La Rochelle ist auch eine Stadt die uns sehr gut gefällt. Die Parkmöglichkeit ist o.k., Fahrradfahren ist richtig gut und die Altstadt hat einen schönen Flair. Zum Glück ist sie im 2. Weltkrieg von den Alliierten nicht zerbombt worden, weil sich die deutschen Besatzer ergeben hatten.
Auch der Weihnachtsflair kommt nicht zu kurz, obwohl wie schon erwähnt, es nicht die gemütliche nördliche Ausstrahlung hat. Dafür können wir draußen vor einem Café in der Sonne sitzen, einen Kaffee schlürfen und ein Croissant vermüffeln. Natürlich mit einem wundervollen Ausblick auf den alten Hafen Nur das Saugboot passt nicht so recht in die Vorweihnachtszeit. Es zieht gemütlich seine Runde im Hafen, füllt seinen Bauch mit Schlamm und Schlumms, um zum Verklappen hinaus zu fahren, um dann seine Arbeit hier wieder aufzunehmen.
Abends, oder besser gesagt ab der Dämmerung gehen die Lichter der Stadt an und das sind jetzt verdammt viele. Die Weihnachtsdeko erstrahlt und die tausenden von Lämpchen erhellen die Herzen, vor allem die der Kinder.

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