Championnat de Bretagne de Musique et de Danse Traditionelles 2016 in Gourin

Gourin035_001

Drehleiervorführung

Wir waren schon oft hier, besonders wenn am Sonntag gute Musiker, wie Alan Stivell oder Gilles Servat, Pat O’May oder Louise Ebrel auftraten. Dieses Jahr passt es das wir auf dem Weg von Meneham in den Süden, Richtung Quiberon, fahren. Für die etwas über 100 Kilometer brauchen wir etwa 3 Stunden. Immer rauf und runter und viele gniddelige Kurve auf den kleinen Landstraßen. Ein Höhepunkt ist der Roc’h Trevelez, die höchste Erhebung der Bretagne. Von Berg zu sprechen wäre bei seinen 384 Metern vielleicht übertrieben, aber die Aussicht ist wirklich genial, wenn nicht…., ja wenn nicht gerade mal wieder Regenwetter ist, was in dieser Gegend fast normal ist. Wir halten also nur mal kurz zum pinkeln an, machen ein obligatorisches Foto und brausen weiter Richtung Brennilis, am Lac de Brennilis entlang. Es ist ein Stausee der jetzt ein großes Gebiet des Moores Yeun Elez bedeckt. Irgendwo im Yeun Elez soll der Eingang zur Anderswelt Tir Na N’Og sein, so berichten uns die Sagen. Uns zieht es aber weiter, vielleicht kommen wir im Herbst noch einmal hier her?

Gourin035_004

Das Schloß Tronjoly

Gourin035_002

Eine kleine Auswahl an Harfen gefällig?

Gourin035_007

Heike läßt sich eine Harfe „vorspielen“

Gourin035_003

Eine Gaita, ein Asturischer (Spanien) Dudelsack

Gourin035_005

Harfenhände

Gourin035_006

Eine wundervolle Bodhrán

Pünktlich zu Mittag kommen wir in Gourin an und nach einer Verschnaufpause pilgern wir zum Veranstaltungsgelände. Heute ist Familientag, der Hauptteil des Wettbewerbes ist gelaufen und das Vergnügen steht im Vordergrund. Die Instrumente sind gewöhnungsbedürftig, Bombarden (schrille Tröten) und Biniou’s (Dudelsäcke) einen längeren Zeitraum zu ertragen fällt dem ungeübten Ohr nicht leicht. Leider werden auf den Bühnen heutzutage vermehrt Verstärkeranlagen eingesetzt, die bei den klassischen Instrumenten wirklich überflüssig sind. Auch die Hauptbühne, auf der Ronan le Bars mit seiner Gruppe auftritt, ist selbst für meine Ohren zu laut ausgesteuert. Für Pat O’May’s Metal Gitarrensound wär es ja gut. Na ja, Ronan hat uns noch nie vom Hocker gehauen, seine Cornemuseklänge haben eine etwas einschläfernde Wirkung. Auch die Tanzgruppe Dañs Akademi ist, nicht der Renner, wir haben schon etwas Besseres gesehen.
Besonders interessant ist aber die Ausstellung im Chateau Tronjoly, haufenweise Dudelsäcke und Bombarden aus der ganzen Welt, von Litauen bis nach Afrika, sind dort ausgestellt wirklich toll. Nebenan werden Harfen und Drehleiern vorgeführt. Wunderschöne Instrumente und tolle Musiker die sie ganz liebevoll spielen.
In 2000 war Heike das erste mal hier, auf der Parkplatzwiese war sie das einzige Wohnmobil und einige Wohnwagen. Ein paar Jahre später waren es so um 25 Wohnmobile und heute waren es mindestens 100. Es ist auf dem Veranstaltungsgelände wahnsinnig wuselig geworden, man hat keinen Platz an dem man sich zurückziehen kann.
Es sind Veränderungen die die Zeit mit sich bringen und wir müssen lernen los zu lassen. Zum nächsten Championnat kommen wir erst wieder wenn dort eine wirklich gute Musikgruppe auftreten sollte. Den ursprünglichen Flair hat es ziemlich verloren, irgendwie schade, im 60 Veranstaltungsjahr.

Dieser Beitrag wurde unter Frankreich 2016 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.