Der Ursprung

Dolus006

Wann wurde das Reisefieber mit dem Wohnmobil eigentlich entfacht?

Das werden wir oft gefragt.

Gar nicht so einfach zu beantworten.

Meine Eltern hatten eine ganz kleinen Wohnwagen mit 3 Schlafplätzen, den man mit dem VW Käfer ziehen konnte. Außerdem hatten sie ein Wochenendgrundstück am Wittensee bei Rendsburg. Dort stand der kleine Wohnwagen, wenn er nicht auf Reisen war und wäre ich nicht gerade im Dezember geboren, hätte ich vielleicht das Licht der Welt in diesem Wohnwagen erblickt.

Selbst als meine Eltern in Büsum eine Pension betrieben, zog der kleine Wohnwagen mit um. Meine Eltern hatten nie mehr Zeit zu reisen, aber als ich noch klein war, machte mein Papa oft Mittagsschlaf mit mir dort und erzählte mir selbst ausgedachte Indianergeschichten. Ich liebte diese Stunden.

In einem Winter war meine Mutter sehr lange im Krankenhaus. Wir hatten zu der Zeit keine Gäste in unserer Pension. Mein Vater hat für mich ein völlig von Motten zerfressenes Zelt, wahrscheinlich aus seiner Jugend im Wohnzimmer aufgebaut. Da haben wir dann Indianer gespielt! Ach, war das toll!

Später, als ich zur Schule ging, wir waren inzwischen umgezogen, habe ich noch ein paar Mal mit meinem Vater gezeltet. Den Wohnwagen gab es nicht mehr.

Ich denke wirklich, dass in meiner frühesten Kindheit der Ursprung liegt.

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2 Kommentare zu Der Ursprung

  1. Reisender sagt:

    Also bei mir war das so:
    Schon als kleines Kind, wenn andere Kids einen Porsche sehen und ihm neidisch hinterherschauen deutete ich auf einen Sattelzug und sagte: „Das ist geil, 2 Zimmer, Küche, Diele, Bad und im Dachgeschoss ne Kegelbahn!“
    Aber ich hatte damals natürlich noch keinen Führerschein und so musste ich mein Reisefieber in den Sommerferien mit dem Fahrrad ausleben. Mit 15 folgte ich dem Rein bis an die italienische Grenze, mit 16 durchradelte ich Großbritannien bis Schottland usw.
    Mit 18 machte ich einen Führerschein. 2 Tage später fuhr ich einen uralten, pinken Fiat Ducato Probe. 500DM hätte der Karren kosten sollen. Aber ich konnte ihn nicht fahren. Zu groß, zu viel Spiel in der Lenkung, alles zu schwergängig für jemanden der gerade seine Pflichtstunden auf einem Fahrschulgolf hinter sich gebracht hat.
    Also kaufte ich einen Kadett Kombi. Rückbank raus, Luftmatratze rein – Wohnmobil fertig!
    An den Wochenenden schlief ich grundsätzlich in meinem Kadett. Häufig auch unter der Woche. Sehr zum Leidwesen meiner Eltern.
    Dann, ich war Nachts unterwegs und stoppte für eine Pinkelpause auf einem abgelegenen Parkplatz, sah ich ihn. Einen MB 508.
    „Zu verkaufen“ Stand auf einem Schild in der Windschutzscheibe. Ich speicherte die Nummer und rief einen Tag später dort an.
    3000 DM sollte der Wagen kosten erfuhr ich am Telefon. Ich sagte dem Verkäufer das ich so viel Geld nicht habe und er mich anrufen solle wenn er bereit sei das Fahrzeug für 1000 DM zu verkaufen.
    Einige Wochen später klingelte mein Telefon und noch am gleichen Tag kaufte ich mein erstes Wohnmobil.
    Pünktlich zu meinem 19. Geburtstag hatte ich den Wagen so weit hergerichtet das ich beschloss darin wohnen zu können.
    Seit dem wohne ich in meinem Wohnmobil!
    Klar, mit reisen war nicht viel. Ich war noch in der Lehre, musste arbeiten. Aber dennoch war ich viel unterwegs.
    Mit 20 hab ich den Wagen dann kaputt gefahren. 2 Wochen lag ich im Krankenhaus. Schon dort wälzte ich Kleinanzeigenblätter. (E bay und Co gab es damals noch nicht)
    Kaum war ich aus dem Krankenhaus draußen kaufte ich für 7000 Euro einen Iveco 80-13, einen ehemaligen Pferdetarnsporter.
    Ausmisten, Klappbett rein – Wohnmobil! Ich hatte wieder ein Zuhause!
    6 weitere Jahre wohnte ich in diesem Fahrzeug und ging einer mehr oder weniger geregelten Arbeit nach die mich an meinen Heimatort fesselte.
    Dann, im Jahr 2007, schmiss ich alles hin. Ich startete den Motor und verließ Deutschland.
    Und wie es ab da weiter gegangen ist, das kann man in reich bebilderten Reiseberichten auf meinem Blog nachlesen.

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