Eine Radtour nach Locoal-Mendon

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Ein Seitenarm der Ria d’Étel

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Der Weg führt über einen Damm

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Der Betrieb eines Ostréiculteurs (Austernzüchter)

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Auch hier, mitten im Land ist Ebbe

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Mittagszeit, kein Mensch ist zu sehen

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Die eindrucksvolle Kirche von Locoal-Mendon

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Eine Stele an der Straße zur Halbinsel

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Direkt neben der Stele ein Kreuz

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Herbststimmung

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Ein Gehöft am Wegesrand

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Der urige Waldweg

Es ist 5:00 Uhr und ich bin hellwach, also stehe ich auf und setze als erstes mal das Kaffeewasser auf, denn ich weiß das Heike es liebt wenn ihr der frische Kaffeeduft schon im Bett in die Nase steigt und ich liebe es nicht minder.
Es hat heute Nacht etwas geregnet, das erste mal seit, ich weiß nicht mehr, und es soll den ganzen Tag über auch noch regnen. Ich habe mich schon drauf gefreut, denn ich bin mit dem Blog nicht gerade auf dem laufenden. Die Tage waren komplett ausgefüllt mit spazieren gehen, einkaufen, Rad fahren, kochen und den alltäglichen Kleinigkeiten die im Haushalt so anfallen wie Wäsche waschen oder sauber machen.
Ich gehe zurück zum 23. Oktober, also letzten Freitag. Ich habe mir vorgenommen eine kleine Radtour an der Ria d’Étel entlang nach Locoal-Mendon zu machen. Warum gerade Locoal-Mendon? Wir waren 2004 schon einmal dort zur Trophée Roñsed Mor, einem traditionellen musikalischen Wettbewerb und als Höhepunkt hat dort Gilles Servat, der übrigens dort wohnt, gesungen. Mich interessiert es einfach nur wie es dort jetzt so aussieht.
Was ist denn nun eigentlich eine „Ria“? In Wikipedia werden wir fündig und wir erfahren das es so etwas wie ein Fjord ist nur das sie sich nicht durch die Eiszeit gebildet haben. Es sind weit ausufernde und verschlungene Buchten die den Gezeiten unterliegen, also mit Meerwasser gefüllt sind, bei Flut, bei Ebbe natürlich nicht, dann ist dort nur Schlamm.
Ich fahre die normale Straße, die einen Radweg bzw. Radstreifen hat, bis nach Belz. Hier suche ich einen Weg der mich möglichst entlang der Ria dÉtel führt und den ich auch schnell finde. Es ist eine schmale Straße ohne viel Verkehr aber es geht ständig rauf und runter, also typisch bretonisch selbst so dicht an der flachen Küste. Ganz typisch ist das man hier in dieser Gegend unvermittelt auf Gemüsebauern trifft die sogar vermehrt das Agriculture Biologique AB (biologische Landwirtschaft) Zeichen führen. Der Weg führt an Feldern vorbei, durch kleine Wälder hindurch und stößt immer wieder an die zahlreichen Arme der Ria um die ich dann unvermittelt einen weiten Bogen fahren muss. Mein Landkartenprogramm zeigt mir an einer Stelle an das es dort keinen Weg geben soll, aber ich fahre weiter und tatsächlich führt mich ein Feldweg bis auf einen Damm über einen Nebenarm. Ein Reiher, der mitten im Schlamm hockt, denn es ist Ebbe, schaut auf und sucht doch lieber das Weite als ich ihm zu nahe komme. Möwen schreien und sonst ist nichts zu hören, es ist absolut ruhig und friedlich, eine Oase des Friedens und der Stille! Ich muss mich jetzt nach Osten halten weil ein großer Nebenarm bis fast nach Locoal-Mendon hinreicht. Ich komme schließlich auf die Hauptstraße von Belz und es ist nicht mehr weit. Ich erkunde den Ort etwas und radle dann weiter auf die Halbinsel Locoal und grase alle Wege des nördlichen Zipfels ab. Überall gehen Wege von der Hauptroute zur Küste ab und enden irgendwie bei einem Ostréiculteur (Austernzüchter). Es ist schon beeindruckend das hier mitten im Land Austern gezüchtet werden. Wie ich oben ja beschrieben habe ist die ganze Ria mit Meerwasser befüllt, oder auch nicht, wie auf den Bildern zu sehen ist. Es ist eben Ebbe. In ein paar Stunden ist die ganze Ria wieder mit Wasser gefüllt!
Den Rückweg mache ich mir, nach vielem hin und her, doch einfacher und benutze die normale Straße Richtung Belz und es geht wirklich recht flott, nur das der Autoverkehr nervt. Gemütlich rumdaddeln ist nicht. In Belz fahre ich in Richtung Pont Lorois (Brücke benannt nach dem Präfekten Édouard Lorois) um aber vorher den ALDI Supermarkt aufzusuchen. Mich interessiert einfach mal das Angebot und außerdem signalisiert mein Magen allerhöchsten Notstand. Mit einem Baguette, einem Camembert und einem Thunfischmuus. Komme ich wieder heraus und stärke mich gleich hinter dem ALDI auf einem kleinen Wanderweg. Dieser Wanderweg, eine geniale Abkürzung wie sich zeigen wird, ist so etwas von urig und erinnert an den Wald von Huelgoat. Ich brauche nur noch einmal die Straße von Lorient nach Erdeven zu kreuzen und dann bin ich in dem Wald der zur alten Wassermühle hin führt und von dort aus ist es ein Katzensprung zurück zum Campingplatz. Dort angekommen hat sich sogar die Sonne entschieden die Wolkendecke aufzureißen oder haben die Wolken ihr Platz gemacht? Wir werden es wohl nicht herausbekommen!
Hier ist noch ein Link um sich die Strecke anzuschauen: Étel – Locoal-Mendon

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