Ortswechsel

Roquetas de Mar

In Rodalquilar haben wir uns so richtig festgesaugt, wir, damit meine ich die Basismannschaft, bestehend aus vier Wohnmobilen. An einem Tag wurde es voller, weil unten am Wasser mal wieder ausgefegt wurde und am nächsten Tag wurde es schon etwas ungemütlich voll. Das bedeutet jetzt nicht das wir etwas gegen andere Wohnmobile haben, aber auf den freien Plätzen ist irgendwann das Limmit überschritten. Es ist ein imaginäres Limmit, ein Gefühl das man bald selber abhauen sollte weil das nicht lange gut geht und sich daraus ein Eigenleben entwickelt. Ein Tag darauf war die Welt aber wieder in Ordnung und wir waren wieder unter uns. Das ist das Schöne an solchen Plätzen, das kaum jemand länger bleibt. Nun ja, wer fühlt sich zwischen Ruinen schon wohl?
Für uns kommt aber der Tag der Abreise und wir zotteln so langsam Richtung Roquetas de Mar, Decathlon einen Besuch abstatten, einem Elektronikkrempelladen und dem Lidl. Als wir die Autobahn runter fahren sehen wir am Strand die Wohnmobile stehen. Wir beschließen dort mal vorbei zu schauen, erst nach erledigten Einkäufen natürlich. Es ist ein, wie meist in Spanien, trostloser Platz wo mal etwas gebaut werden soll, übersät von Pfütze und massig Wohnmobile aller Couleur, von ganz Klein bis ganz Groß mit Anhänger für den PKW. Nun ja, in erster Reihe hat man den Blick frei auf den Strand, nur die Promenade stört, die sich zahlreiche Spaziergänger, Jogger Fahrradfahrer und Hundegassigeher teilen. Dafür wird extremes Kuschelcamping gerne auf sich genommen. Wir ziehen uns, wie es unsere Art ist, etwas weiter zurück und parken genau zwischen zwei Monsterpfützen, direkte Nachbarschaft ist so ausgeschlossen. Es ist schön auf der Promenade zu schlendern und in einem Café etwas abzuhängen. Aber nach zwei Tagen haben wir die Nase voll, denn das ist auf Dauer nicht unsere Welt.

Bei der Ermita de Padre Eterno

Blütenpracht in Orgiva

Mandelblüte in Orgiva

Auf die Sierra Nevada schauen

Wir machen uns auf die Fahrt nach Orgiva, nicht die direkte Tour via Autobahn, sondern die schönste Tour  über Berja und dann durch die Alpujarras, erst einmal zur Ermita de Padre Eterno. Das Wetter ist brilliant und wir schrauben uns hinter El Ejido die Berge hoch. Der Blick in den Rückspiegel ist genial, denn wer kann schon gleichzeitig auf zwei Meere schauen, auf das Plastikmeer und auf das Mittelmeer? Mit Plastikmeer meine ich die spanischen Gewächshäuser die aus einem Gerippe mit Plastikfolie bestehen. Hinter Berja wird es immer ruhiger auf der Straße, ab etwa 12 Uhr ist Siesta angesagt und wir können so gemütlich vor uns her fahren. Es ist eine traumhafte Strecke für den Preis das wir mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 35 kmh kaum von der Stelle kommen, aber das macht überhaupt nichts. Den höchsten Punkt unserer Reise errreichen wir kurz hinter Trévelez bei 1572 Metern. Trévelez ist übrigens eine der höchstgelegenen Gemeinden Spaniens. Unser Ziel erreichen wir aber erst als wir schon in Sichtweite von Orgiva kommen, bei der Ermita de Padre Eterno. Hier wollen wir übernachten und am nächsten Tag zum buddhistischen Zentrum heraufwandern. Leider nimmt der Wind, wie von Geisterhand während unsere Abendrunde, dramatisch zu und steigert sich langsam zu einem richtigen Sturm und wir sind froh als wir unsere „Wohnstube“ wieder erreichen. Unter uns das Tal von Orgiva und in der Ferne das Mittelmeer, das scheint ein richtiger Turbo für die Böen zu sein, die von unten das Wohnmobil „erschüttern“. Sturm macht uns eigentlich nichts aus, aber wenn die Karre zu vibrieren anfängt und es den Eindruck macht das der Aufbau sich beim schaukeln verwindet, dann ist es Zeit abzuhauen. Die Türen müssen wir zu Zweit festhalten und so machen wir uns lieber vom Acker und sind am frühen Abend auf unserem Campingplatz in Orgiva angekommen und hier ist es erträglicher als auf 1000 Metern Höhe und der Sturm nimmt noch weiter zu.

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