Ortswechsel

Roquetas de Mar

In Rodalquilar haben wir uns so richtig festgesaugt, wir, damit meine ich die Basismannschaft, bestehend aus vier Wohnmobilen. An einem Tag wurde es voller, weil unten am Wasser mal wieder ausgefegt wurde und am nächsten Tag wurde es schon etwas ungemütlich voll. Das bedeutet jetzt nicht das wir etwas gegen andere Wohnmobile haben, aber auf den freien Plätzen ist irgendwann das Limmit überschritten. Es ist ein imaginäres Limmit, ein Gefühl das man bald selber abhauen sollte weil das nicht lange gut geht und sich daraus ein Eigenleben entwickelt. Ein Tag darauf war die Welt aber wieder in Ordnung und wir waren wieder unter uns. Das ist das Schöne an solchen Plätzen, das kaum jemand länger bleibt. Nun ja, wer fühlt sich zwischen Ruinen schon wohl?
Für uns kommt aber der Tag der Abreise und wir zotteln so langsam Richtung Roquetas de Mar, Decathlon einen Besuch abstatten, einem Elektronikkrempelladen und dem Lidl. Als wir die Autobahn runter fahren sehen wir am Strand die Wohnmobile stehen. Wir beschließen dort mal vorbei zu schauen, erst nach erledigten Einkäufen natürlich. Es ist ein, wie meist in Spanien, trostloser Platz wo mal etwas gebaut werden soll, übersät von Pfütze und massig Wohnmobile aller Couleur, von ganz Klein bis ganz Groß mit Anhänger für den PKW. Nun ja, in erster Reihe hat man den Blick frei auf den Strand, nur die Promenade stört, die sich zahlreiche Spaziergänger, Jogger Fahrradfahrer und Hundegassigeher teilen. Dafür wird extremes Kuschelcamping gerne auf sich genommen. Wir ziehen uns, wie es unsere Art ist, etwas weiter zurück und parken genau zwischen zwei Monsterpfützen, direkte Nachbarschaft ist so ausgeschlossen. Es ist schön auf der Promenade zu schlendern und in einem Café etwas abzuhängen. Aber nach zwei Tagen haben wir die Nase voll, denn das ist auf Dauer nicht unsere Welt.

Bei der Ermita de Padre Eterno

Blütenpracht in Orgiva

Mandelblüte in Orgiva

Auf die Sierra Nevada schauen

Wir machen uns auf die Fahrt nach Orgiva, nicht die direkte Tour via Autobahn, sondern die schönste Tour  über Berja und dann durch die Alpujarras, erst einmal zur Ermita de Padre Eterno. Das Wetter ist brilliant und wir schrauben uns hinter El Ejido die Berge hoch. Der Blick in den Rückspiegel ist genial, denn wer kann schon gleichzeitig auf zwei Meere schauen, auf das Plastikmeer und auf das Mittelmeer? Mit Plastikmeer meine ich die spanischen Gewächshäuser die aus einem Gerippe mit Plastikfolie bestehen. Hinter Berja wird es immer ruhiger auf der Straße, ab etwa 12 Uhr ist Siesta angesagt und wir können so gemütlich vor uns her fahren. Es ist eine traumhafte Strecke für den Preis das wir mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 35 kmh kaum von der Stelle kommen, aber das macht überhaupt nichts. Den höchsten Punkt unserer Reise errreichen wir kurz hinter Trévelez bei 1572 Metern. Trévelez ist übrigens eine der höchstgelegenen Gemeinden Spaniens. Unser Ziel erreichen wir aber erst als wir schon in Sichtweite von Orgiva kommen, bei der Ermita de Padre Eterno. Hier wollen wir übernachten und am nächsten Tag zum buddhistischen Zentrum heraufwandern. Leider nimmt der Wind, wie von Geisterhand während unsere Abendrunde, dramatisch zu und steigert sich langsam zu einem richtigen Sturm und wir sind froh als wir unsere „Wohnstube“ wieder erreichen. Unter uns das Tal von Orgiva und in der Ferne das Mittelmeer, das scheint ein richtiger Turbo für die Böen zu sein, die von unten das Wohnmobil „erschüttern“. Sturm macht uns eigentlich nichts aus, aber wenn die Karre zu vibrieren anfängt und es den Eindruck macht das der Aufbau sich beim schaukeln verwindet, dann ist es Zeit abzuhauen. Die Türen müssen wir zu Zweit festhalten und so machen wir uns lieber vom Acker und sind am frühen Abend auf unserem Campingplatz in Orgiva angekommen und hier ist es erträglicher als auf 1000 Metern Höhe und der Sturm nimmt noch weiter zu.

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Gold die Zweite

Im ersten Beitrag zum Thema Gold in Rodalquilar war ich auf die Verarbeitungsanlage Planta Denver eingegangen. Jetzt ziehen wir etwas weiter über eine staubige Piste und ergründen das Hinterland. Der große Regen um Weihnachten herum, hat auch hier heftige Spuren hinterlassen. Die eigentlich gut befahrbare Piste ist im ersten Bereich wirklich gut, dann aber ist sie durch die Regenmassen, die irgendwie immer den Weg zum Meer suchen, stellenweise über einen halben Meter ausgewaschen. Überall sind Felsen herabgestürzt und an einem Teil der Piste fehlt ein ganzes Viertel. Es ist sowieso viel schöner hier zu wandern als zu fahren. Überall sieht man Stolleneingänge in den Bergen, alte wahrscheinlich, denn sie sind recht klein, Ruinen von Gebäuden, Brunnenschächte und viele Wege die teilweise abrupt enden.
Ganz anders sieht es aus, wenn man von der Hauptpiste abbiegt und schnurgerade auf das Hauptabbaugebiet zu geht. Der Mensch hat sich hier mit seinen Maschinen eine Schneise in den Berg gefressen. Man hat sich in der modernen Welt wohl nicht mehr mit Schächten abgegeben, sondern einfach gleich alles abgebaut und zur Planta Denver Anlage, zur weiteren Verarbeitung, gefahren. Die Schächte aus alter Zeit klaffen wie leblose Augen aus dem Fels. Wenn man in den Hauptschacht hinein geht wird einem das ganze Ausmaß der früheren Buddelei gewahr. Es sind weitere Schächte in verschiedenen Ebenen angeordnet und vor mir tun sich elendig tiefe Löcher auf die ins Dunkel steil abwärts führen. Weit rein traue ich mich nicht, das spare ich mir für die Zukunft auf.
Hält man sich weiter rechts und geht den seitlichen Weg weiter, trifft man auf einen 250 Meter langen Tunnel, der mitten durch den Berg führt. Auf der anderen Seite ist ein Geröllfeld vom Abbau, keine Straße kein Nichts, was der Tunnel für einen Zweck haben sollte erschließt sich mir nicht, zumal er befahrbar ist. In dem Tunnel liegen Massen von Plastiksäcken mit Gesteinsmehl, Rainer meint das wären Bohrproben, weil die Tüten allesamt sorgsam beschriftet sind. Dann gibt es noch eine Etage höher das „Loch“, wie ich es nenne. Ich habe es gesehen als ich von oben den Weg herunter kam. Es ist mindestens dreißig Meter Tief und hat einen Durchmesser von vielleicht Zweihundert Metern. Von ihm gehen auch wieder Schächte ab, die aber meist verrammelt sind. Später entdecke ich noch einen Tunnel der in das Loch geht, auch befahrbar. Wie um Himmels Willen bekommt man solch ein Loch im Fels gebuddelt? Die Wände gehen steil neunzig Grad in die Höhe.

Ist es nicht erstaunlich zu was die Menschen fähig sind? Ich will das jetzt nicht verurteilen, da ich auch in diesem Räderwerk mit verschmolzen bin. Ich habe zwar keinen einzigen Klumpen Gold, aber in diesem Notebook, was ich jetzt bediene, ist Gold für die feinsten Leiterbahnen in den Microchips verarbeitet. Nachdenklich macht es mich aber auch.

Auf jeden Fall bin ich, wenn ich in Rodalquilar bin, im Rausch, nicht im Goldrausch, sondern im Rausch der menschlichen Vergangenheit, im Rausch der Berge und der Mineralien, der Farben und des Duftes der Kräuter.

Rodalquilar hat etwas magisches, ob es etwas ist das vom vulkanischen Ursprung her stammt weiß ich nicht, ist letztendlich auch egal. Auf jeden Fall hatten wir ein paar tolle Tage mit unseren neuen Freunden hier oben.

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Gold!

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Wir kennen das edle Metall beim Ehering, als Goldbarren (zumindest aus Filmen), aber wer meint man brauche nur nach Rodalquilar zu fahren um Goldklumpen zu finden der irrt.

In Rodalquilar wurde bis 1966 und von 1989 bis 1990 Gold gewonnen, aber zu einem hohen Preis, denn das edle Metall liegt hier nicht einfach herum, wie in Western gerne gezeigt wird, es ist sehr verstreut im Mineral gebunden. Deshalb mussten Massen an Gestein abgebaut und verarbeitet werden um an das Gold heran zu kommen, so etwa 10 bis 20 Gramm pro Tonne Rohmaterial. Das Gestein wurde in den Bergen hinter Rodalquilar in Stollen und im Tagebau abgebaut und zur Planta Denver Anlage transportiert, wo der Verarbeitungsprozess statt fand. Die Ruinen der Anlage stehen noch heute oberhalb des Ortes und zerfallen zusehends, genau so wie die Häuser und Wohnungen der 1400 Arbeiter. Jetzt leben hier gerade noch 195 Menschen.

Es wurde durch die Nationalparkverwaltung versucht den Ort touristisch zu beleben, doch so langsam verkommt es hier wieder, der Campingplatz ödet seit Jahren vor sich her und in der Gärtnerei scheint auch nichts mehr zu laufen.

Sehenswert ist das Geotouristische Zentrum, das eine ständige Ausstellung über die geologischen Verhältnisse und natürlich auch über den Bergbau beherbergt. Weiterhin sehr schön ist der botanische Garten, der die Vegetation des Nationalparks Cabo de Gata Nijar beschreibt.

Die Bilder versuchen zu zeigen das hier einmal richtig was los war und aber auch wie schnell es wieder vergessen werden kann. Im nächsten Beitrag versuche ich euch die Dimensionen des Abbaus bei den Minen näher zu bringen. Allerdings kann man das gigantische Gewühle und Gegrabe in Bildern nur zu einem kleinen Teil zeigen. Den Mund bekommt man nicht mehr zu wenn man selber vor Ort ist und dann nur noch staunt.

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Wieder am Mittelmeer

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Große Wellen nach dem Regen

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Traumwetter unweit von Aguilas

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Eine kleine Traumbucht

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So sieht es in einer Rambla aus nach dem das Wasser abgeflossen ist

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Käffchen schlabbern am Mittelmeer

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Riesenwellen bei Las Negras

Es ist eine tolle Strecke von der Finca-Caravana bis nach Aguilas. Wir fahren keine Autobahnen, sondern nur Nebenstrecken über Yecla, Yumilla, Calavaca de la Cruz, Lorca, bis nach Aguilas. Am schönsten ist es zwischen Lorca und Aguilas, an der Stelle, an der sich das Mittelmeer vor uns ausbreitet, als wenn es am Rand der Küste steil bergab geht.
In Aguilas wundern wir uns das wir so wenige Wohnmobile sehen, denn normalerweise brummt hier immer das Leben. Der Grund ist schnell gefunden, um Aguilas herum stehen an den beliebten Plätzen Schilder mit diversen Gesetzen und einer Androhung von bummelig 1000 Euro Strafe. Alle Plätze sind gefegt leer. Auf dem neuen offiziellen Platz an der Tankstelle steppt der Bär, es ist uns dort zu voll und an unserer geheimen Stelle haben Deppen haufenweise Müll entsorgt. Also fahren wir weiter und hinter der Grenze Murcia / Andalusien scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Wir bleiben zwei Tage auf einem Platz mit Meerblick und Meeresrauschen um dann doch weiter zu fahren. Es wird uns zu voll und es wird mal wieder auf den Stühlen, direkt vor den auf Keilen stehenden Wohnmobilen, herumgelungert. Lange wird es nicht gut gehen. Die Bäckersfrau, die die auch in Vera kommt, erzählt uns das die Guardia Civil gerade ausgefegt hat. Wir wollen sowieso am Donnerstag zum Markt in Carboneras sein und ergattern in der City immer einen Parkplatz am Abend vorher, nicht schön aber gut gelegen und es ist sowieso Regen angesagt, für den Markttag sogar um die 30 Liter.
Es kommt aber anders, in der Nacht gibt es viel Regen und zur Marktzeit bleibt es fast trocken. Wir treffen hier unseren Freund Pedro beim Santero, unserem Stammcafé, zu einem Café con leche und einem Tostada tomate bevor wir uns in das Gewühle stürzen. Eigentlich hat sich auf dem Markt seit einem Jahr nichts verändert, nur das die Marktleute bei den kalten Temperaturen absolut keinen Bock haben. Wenn sie mit dem aufbauen bis Mittags fertig sind soll mich das Wundern. Die marokkanische Olivenfrau ist gar nicht erst gekommen… Mañana (Morgen) halt….
Anschließend fahren wir zu dem Parkplatz am Mesa Roldan, hier stehen wir immer alleine, warum der Platz immer leer ist wissen wir auch nicht. Wir können hier schön zum Mirador de la Playa de los Muertos und zum Mesa Roldan hoch wandern. In der Nacht regnet es immer wieder anhaltend und am nächsten Tag ist es nicht anders. Wir beschließen das wir uns den Wohnmobilplatz bei San José de Cabo de Gata anschauen, weil wahrscheinlich alle anderen Plätze abgesoffen sind. Die Idee haben anscheinend auch viele Andere und der Platz ist fast voll und uns gefällt das Ölsardinenfeeling überhaupt nicht. Außerdem kann man hier, außer vielleicht Radfahren, nichts weiter machen. Der Platz ist umgeben von Gewächshäusern und liegt an einer viel befahrenen Straße, eine Traumlage. Wir beschließen also nach Las Negras zurück zu fahren um dort auf dem Camping einzuchecken. Hier haben wir unsere Ruhe, wir können viel wandern und im Ort Kaffee schlabbern und Tostadas müffeln.
Heute, am Sonntag ist es den Tag über das erste mal seit Mittwoch fast trocken geblieben und es ist viel milder geworden. Die Natur schießt jetzt aus dem Boden und überall wird es richtig Grün, wo sonst nur tristes, staubiges Grau vorherrscht.
Wir freuen uns hier zu sein!

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Finca-Caravana

Wir verabschieden uns von Oliva und machen uns auf den Weg zur Finca-Caravana, irgendwo zwischen Caudete, Yecla und Almansa, irgendwo ist genau der richtige Ausdruck für dieses Fleckchen Erde.

Die Finca-Caravana

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Allrad

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Unimog

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Weinstöcke

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Olivenplantage

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Das Finca-Caravana Kochstudio

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Zusammensitzen

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Die geladenen Gäste der Finca-Caravana

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Abschleppdienst

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Reichlich Schnee!

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Franze friert und will nach Afrika

Wir haben uns entschlossen etwas zügiger voran zu kommen und wählen eine Strecke die uns teilweise über die Autovia 7 führt. Die Alternative wäre eine totale Gnidelstrecke, für die wir einiges an Zeit mehr gebraucht hätten. Aber die gewählte Strecke ist auch schön. Bei La Font de la Figuera verlassen wir die Autobahn um ein Dreieck abzuschneiden. Die Idee haben aber auch alle LKW-Fahrer. Aber es sind nur ein paar Kilometer bis zur A31 und dort biegen die LKW’s alle Richtung Süden ab. Jetzt sind wir alleine auf der Straße und bei Caudete biegen wir von der Umgehung auf eine kleine Provinzstraße ein, auf der wir, wegen der Schlaglöcher, maximal 50 kmh fahren können, außerdem ist sie nicht gerade breit. Uns kommt aber nur ein PKW entgegen, mit mehr ist auch nicht zu rechnen. Genau hinter der Landesgrenze Castillien-La Mancha und Murcia geht es rechts zur Finca-Caravana rein. Jetzt sind es nur noch ein paar Meter Schotterpiste bis wir dort sind. Begrüßt werden wir von mehreren Hinweisen zur Finca-Caravana. Als wir auf dem Platz einrollen stehen dort drei oder vier andere Weltenbummler.
Kaum sind wir aufgetaucht kommt Franze uns auch schon entgegen und es gibt eine super Begrüßung und ein kleines Körbchen mit getrockneten Feigen, Pflaumen und Mandeln. Er lädt uns auch gleich zu einem marokkanischen Essen zwei Tage später ein. Das Angebot nehmen wir natürlich gerne an.
Franzes bunter Fahrzeugpark und seine Umbauten beleben das Bild in dieser Einsamkeit gehörig, die Farbkleckse und die vielen liebevollen Utensilien beleben den Platz ungemein. Die Ruhe drückt auf die Ohren, besonders wenn man gerade Auto gefahren ist. Das brauchen wir jetzt auch und wir bemerken so nebenbei wie unruhig es doch an der Küste ist. Wir freuen uns hier zu sein. Es geht alles viel langsamer so scheint es und selbst der Mond lässt sich Zeit, am Abend sein Gesicht über die Berge zu erheben.
Es ist kalt hier oben und ein unablässiger Wind weht über die Hochebene und lässt es noch kälter erscheinen. Mit Sommerklamotten hat man hier im Winter verloren. Unser Ofen läuft die ganzen Tage und Nächte durch. Es ist herrlich mal wieder Temperaturen um den Gefrierpunkt zu erfahren.
Viel unternehmen wir nicht, wir gehen jeden Tag unsere obligatorische große Runde in die südliche Richtung, also Feldwege auf denen wir gemütlich nebeneinander gehen können. Das lieben wir zur Zeit. Es geht zwischen Wein-, Oliven- und Mandelfelder hindurch und der Weg schlängelt sich in rechtwinkligen Kurven durch die Äcker. Richtung Norden ist es auch toll, aber die Wege müssen etwas aufmerksamer gegangen werden.
In einer alten Ruine finden wir einen kleinen Kindertrecker der einfach weggeworfen wurde, und der farblich zu Franzes Fuhrpark passt. Wir überreichen ihn als wir zum gemeinsamen marokkanischen Essen gehen. Franze hat jetzt ein Fahrzeug mehr zu betüddeln. Am nächsten Tag entdecken wir noch den kleinen Liebesdrachen Grisou, er wacht jetzt, zusammen mit ein paar anderen Kumpels, über die Finca Caravana.Es waren wieder sehr schöne Tage hier und der Abschied fällt uns schon schwer, aber wir haben noch weitere Ziele. So beschließen wir ein paar Tage später auf der Heimreise einfach einen kleinen Umweg über die Finca-Caravana zu machen.
Gestern hat Franze uns übrigens ein paar Bilder zugeschickt, denn die Finca-Caravana ist vom Schnee komplett zugedeckt. Irgendwie hätte ich es ja gerne miterlebt, aber der Gedanke daran, das es auch wieder weg taut und eine ziemliche matschige Sauerei hinterlässt, trösten mich dann doch etwas. Auf jeden Fall haben Franze und Roland alle Hände voll zu tun, denn mit ihnen reisen auch noch ein paar Hühner und Kaninchen. Die müssen versorgt werden und auch vor der Kälte geschützt werden. Was noch aufwendiger ist das der steife Wind alles was nicht richtig festgezurrt ist mit der Zeit los rappelt und dann weg weht. Die Beiden halten dann rund um die Uhr Wache. Sie werden aber auch diese Prüfung bestehen. 😉
Upps, ich habe das Essen vergessen. Wir werden mit einer leckeren Suppe versorgt und das Hauptgericht wird aus aus der marokkanischen Tajine serviert. Franze und sein Freund Roland bewirten uns vorzüglich und so verleben wir zusammen mit unseren neuen Freunden ein paar wundervolle gemeinsame Stunden, bevor wir uns alle wieder in verschiedene Himmelsrichtungen auf den Weg machen.

Vielen Dank Franze und Roland für die liebevolle Aufnahme auf der Finca-Caravana

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Oliva, Denia, Finca-Caravana

Sonnenaufgang am Strand von Oliva. Im Hintergrund der Montgo

Wir stehen schon zehn Tage auf dem Campingplatz in Oliva und jetzt haben wir die Nase voll, wir brauchen endlich mal wieder etwas mehr Freiheit. Der Eurocamping ist ja nicht schlecht, er ist nicht sehr belegt, die Leute sind nett, aber es gibt dort zu viele Bäume, die die Sonne verdecken.
Wir hatten aber tolle Tage mit unserer lieben Freundin Lynda, die sich richtig doll über unseren unvorhergesehenen Besuch gefreut hat.

Mittelmeer und Palmen

Fischkutter im Hafen von Denia

Alleine am Strand

Die Finca-Caravana

In der Rambla

Traumhafter Tagesausklang

Also machen wir uns auf den Weg nach Denia, füllen die Vorratsschränke auf und landen an dem von mir ausgeguggten Platz direkt am Strand, in unmittelbarer Nähe zum Hafen. Wir können so ganz gemütlich den Hafen erkundschaften, mit all den riesigen Yachten und ein paar übriggebliebenen Fischkuttern. Beeindruckend ist auch die große Fähre zu den Balearen, wenn sie in dem doch recht kleinen Hafen liegt.
Die Stadt selbst wirkt im Winter düster, weil die Straßen so eng sind und der Wind frisch ist. Da wir sowieso nicht die Stadtbesucher sind, lassen wir das mit dem Stadtrundgang und das olle Kastell auf dem Hügel wird auch noch weiterhin dort bleiben, auch ohne uns. Abends frischt der Wind mächtig auf und rüttelt an Tir Na N’Og.

Am nächsten Morgen weckt uns die liebe Sonne wieder mit ihren Strahlen. Das Mittelmeer ist immer noch aufgewühlt und die Luft ist unglaublich und herrlich frisch. Es geht weiter in das Innenland in die Nähe des Ortes Yecla, zur Finca-Caravana. Es ist ein privater Wohnmobilstellplatz der irgendwo im Nirgendwo ist. Er ist weithin bekannt für seine Ruhe und Abgeschiedenheit, für seine Gastfreundschaft und für seinen einmaligen Nachthimmel.
Im Moment wird der Stellplatz von Franze dem reisenden Zimmermeister mit seiner Karawane bewirtschaftet. Morgen hat er zum marokkanischen Essen geladen, wir freuen uns schon jetzt mächtig darauf!

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Von der Île d’Oleron bis an das Mittelmeer

Die Cabane unserer Freundin Traudi

Ebbe

Eine Cabane am Hafen

Uns zieht es weiter über Rochefort zur Île d’Oleron, etwas südlich von La Rochelle. Traudi hat auf der Insel eine kleine Cabane und stellt dort selbst hergestellte Tiffanykunst und Wetterhähne aus. Wir nisten uns auf einem Wohnmobilstellplatz unweit der Cabane ein. Zum Glück hat der Stellplatz eine Stromversorgung, denn der Himmel zieht sich mehr und mehr zu und wir bekommen zum Schluß über die Solaranlage so gut wie keinen Strom mehr rein. Klaus, der Traudi hier gerade besucht, hat seine Angeln mitgebracht und so fassen wir den Beschluß uns reichlich mit Fisch ein zu decken. Leider scheitert es bereits an den benötigten Ködern. Wir buddeln an den verschiedensten Stellen nach den Metten und als Klaus fast zur Gänze im Watt versackt wäre beschließen wir im Supermarkt unser Glück. Ja, hier bekommt man Würmer zum Angeln in Gläsern, allerdings wollen die 8 Euro für ein kleines Glas haben. Entrüstet verlassen wir den Laden mit unseren schlammverschmierten Stiefeln. Nicht einmal im Coop Maritime haben sie welche, aber so kann Klaus mir mal den tollen Hafen von La Cotinière zeigen. Im Winter ist der Ort, ich will nicht sagen trostlos, sondern er scheint zu schlafen, bis zur nächsten Saison. Dann möchte ich allerdings nicht hier sein! Der Ausgangspunkt des Wohnmobilplatzes ist ideal, denn wir können zu Fuß nach Chateau d’Oleron laufen, einer alten bewährten Stadt mit einer Zitadelle. Unten am Hafen sind auch eine Menge der kleinen bunten Cabanen in denen sich Künstler nieder gelassen haben.

Weihnachtsflair

Der Winter steht ganz kurz vor der Tür und wir merken es an den eisigen Temperaturen, selbst hier auf der Insel. Wir ziehen also weiter in den Süden, überqueren die Gironde mit der Fähre und bleiben für eine Nacht in Soulac sur Mer. Der kleine Ort liegt richtig am Ende, denn von Royan aus muß man die relativ teure Fähre nehmen und von Bordeaux aus ist es eine ganze Ecke gen Norden. So verwundert es auch nicht das wir hier so gut wie keine Wohnmobile sehen. Der Ort wirkt, wie alle Küstenorte öde und leer und das bisschen Weihnachtsflair das hier verbreitet wird reißt es auch nicht heraus.

Atlantikwellen

Abendstimmung

Eine größere Strecke steht bis nach Souston Plage , schon so weit im Süden das man von hier aus die kantabrischenkantabrischen Berge und die Pyrenäen sehen kann, wenn es nicht so dunstig wäre. Hier gibt es auch Strom aus der Steckdose und so kann uns die fehlende Sonne nicht den Spaß verderben und wir können unser Wohnmobil prima heizen. Wir verbringen das Weihnachtsfest hier, machen lange Spaziergänge am Atlantikstrand, genießen den Ausblick auf die riesigen Wellen, schlendern durch das vor sich hin dösende Küstenkaff, das zwar recht gut besucht ist, aber nichts bietet außer ein paar kleinen Läden die geöffnet haben. Ursprünglich haben wir uns hier mit Facebookfreunden verabredet, aber nachdem es auf dem Platz unangenehm voll wird verpieseln wir uns auf einen Waldparkplatz in Messanges Plage. Wir sind überrascht das hier nur zwei einsame Wohnmobile stehen die anscheinend auch auf Südtour sind. Mit unseren Freunden verbringen wir einen Tag hier, aber leider hat ihre liebe kleine Hündin Bella Kontakt mit einer Kiefernprozessionsspinnerraupe. Sie fahren sofort zum Tierarzt und ihr wird gut geholfen. Diese Raupen sind mittlerweile auch in Deutschland eine richtige Plage und können sogar dem Menschen gefährlich werden. Jetzt wird sich die kleine Bella sicher nicht mehr zu dicht an solch eine Raupe wagen. Wir verbringen aber trotzdem einen tollen gemeinsamen Abend und klönen über Reiseziele.

Am Pilgerweg in Roncesvalles

Die Höhlen von Arguedas

Leider ist der Stellplatz in Capbreton dieses Jahr abgeriegelt und somit nehmen wir direkten Kurs über die Pyrenäen nach Roncenvalles, einem uralten Pilgerweg über die Pyrenäen. Der stahlblaue Himmel lacht uns an und die Sonne hat hier schon mächtig Dampf. Aber wehe sie nähert sich dem Horizont, denn dann sackt das Thermometer ab in den Boden. Am nächsten Tag sind die Pfützen über gefroren aber die Sonne erhebt sich über dem Horizont und wir machen uns weiter auf unseren Weg. Bei Pamplona zieht es sich zu und wir fahren im Nebel bei eisigen Temperaturen und sogar die Standheizung lassen wir hinten im Wohnbereich laufen damit es nicht zu sehr auskühlt. Es wird auch nicht besser als wir in Arguedas auf dem Stellplatz ankommen. Der Platz liegt direkt an einer Felswand in der sich Höhlen befinden, die den Beginn des Nationalparks Bardenas Reales bilden. Diesen Tipp haben wir von „Hermann unterwegs“ und ihr schaut am besten auf deren Homepage wenn ihr etwas über dieses Gebiet erfahren wollt, denn es bleibt auch den nächsten Tag neblig und so kommen wir nicht in den Genuss der Landschaft.

Silvestersonnenuntergang

Es ist der 31.12. und wir entschließen uns kurzerhand die weite Strecke zum Mittelmeer in einem Törn durchzuziehen. Und so verbringen, oder besser verschlafen wir Silvester direkt am Meer. Es war auch irgendwie nichts und als ich um 0:30 von ein paar Raketen geweckt werde ist der Spuk auch wieder vorbei. Entweder da war weiter keine Knallerei oder wir haben tief und fest geschlafen.

Jetzt stehen wir wieder auf dem Eurocamping in Oliva und haben unsere englische Freundin Lynda überrascht, denn eigentlich war es nicht unser Plan hier her zu kommen. Die Freude ist natürlich groß und wir haben uns ganz viel zu erzählen. Der Campingplatz war noch gut mit Spaniern besucht, die sich dann aber fast alle heute am Montag verpieselt haben. Jetzt dominieren hier wieder Deutsche, Holländer und Engländer, Schweizer und ein Däne. Eine witzige aber gewöhnungsbedürftige Zusammenstellung. Der Obstlieferant kam mit seinem kleinen Transporter auch schon vorbei und wir haben uns mit Mandarinen und Apfelsinen reichlich eingedeckt. Die schmecken so saulecker, die die uns zu Hause angeboten werden kann man gelinde gesagt in die Tonne treten.

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Frohe Weihnachten

Wir wünschen allen lieben Menschen auf der ganzen Welt ein wundervolles, friedfertiges, gesundes und, was auch ganz wichtig ist, liebevolles Weihnachtsfest.

Jetzt sind die Tage um zur Ruhe zu kommen, die Festtage und die Tage bis in das neue Jahr.
Wir denken an das Fest der Liebe und lassen das scheidende Jahr revue passieren, mit allem was geschehen ist, das was uns gefordert hat und das was wir gerne angenommen haben.
Wir schauen auch auf das neue Jahr und freuen uns darauf wenn wir unsere Ziele erreichen.
Wir bleiben aber auch wachsam in einer ziemlich turbulenten Zeit und lassen uns nicht aus unserer Mitte und unserer Liebe bringen! Die Liebe, die unseren ganzen Planeten und das ganze Universum erfüllt. Wir brauchen sie nur einzuladen und unsere Herzen weit für sie zu öffnen und das auch der Welt zu zeigen!

Genießt die wundervollen Weihnachtstage
Heike und Hans-Herbert

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Das Pipicaca-Projekt

Jeder der auf Campingtour ist kennt das Pipicaca-Problem. Eigentlich ist es von sich aus kein Problem, so lange es nicht irgendwo aufgefangen werden muß. Diejenigen, die auf Campingplätzen verweilen können auf die fest verbauten Örtchen ausweichen. Will man aber mit einem Wohnmobil frei, oder auf Stellplätzen stehen, wird man diese überdachten Einrichtungen in aller Regel vergeblich suchen. Dafür gibt es die mobile, im Fahrzeug fest verbaute Version, das Porta Potti oder auch Chemietoilette, oder wie Werner es passend ausdrückt die Chemiekloake.  Der große Nachteil dieser Klolösung ist, das man alle paar Tage mit seinem Töpfchen eine Entsorgungsstation anfahren muß.

Es gibt aber auch Alternativen die nur nicht so richtig bei den klassichen Wohnmobilisten verbreitet sind. Deswegen hatten wir uns auch kein fest in das Fahrzeug eingebautes Kassettenklo geleistet, weil wir eigentlich etwas anders suchten, es ist bisher also nur eine gewisse „Zwischenlösung“. Und wie es mit Zwischenlösungen oder Provisorien so ist, es bleibt erst einmal so und Jahrein und Jahraus sage ich mir wir müssten mal. 😉
Jetzt habe ich aber eine simple Idee um das Pipicaca Problem wesentlich zu entschärfen. Die nächsten Wochen bleibt es auch eine Idee, aber wenn wir wieder zu Hause sind geht es zur Sache und das alte Portapotti kann endlich raus fliegen. Es wird auch kein großer Aufwand sein, es ist im Grunde ganz einfach. 🙂

Herzchen

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen als es noch die berühmt berüchtigten Plumpsklos, die mit dem Herzchen in der Tür gab. Unseres war nur von außen zugänglich und Licht gab es dort auch nicht, brauchte man auch nicht, da es für die Nacht Pischtöpfe gab.
Das Prinzip ist das gleiche, nur das das Pipi vom Caca getrennt aufgefangen wird. Das ist nämlich der entscheidende Unterschied zum herkömmlichen Camping Kassettenklo. Pipi wird in einem Unterflurtank aufgefangen und Caca wandert in einen, mit einem Beutel ausgeschlagenen Eimer. Das war’s auch schon. Die eigentliche Herausforderung ist das Trennen, aber man bekommt solch einen Trennsitz von der Firma Separett. Einen Tank haben wir noch liegen und eine Holzkiste mit einer Entlüftung ist schnell gezimmert.
Lassen wir uns überraschen.

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An der Barre d’Étel und dann weiter gen Süden

Die Barre d’Étel

Ja, wir sind wieder hier, wie fast jedes Jahr. Dieser Platz macht süchtig, nicht nach mehr, sondern nach weniger. Ich meine einfach hier bleiben und genießen. Der freie Ausblick auf die Flussmündung, die von den Gezeiten geprägt ist, die Ruhe und der wundervolle Nachthimmel sind so genial das wir uns kaum los reißen können. Aber wir wollen weiter! So weit haben wir uns schon mal entschieden. Zumindest bis zur Ile d’Oleron wo unsere Freundin lebt. Allerdings haben wir noch keinen Plan wie es weitergehen danach soll. Möglich ist einfach alles.

Rochefort en Terre

Mit unseren Freunden Ruth und Frank in Rochefort en Terre

In der Schleuse

Das Traumschiff und die Brücke

Eines Morgens, also vor ein paar Tagen geht es dann tatsächlich los, aber nur nicht so weit! So um die 80 km fahren wir, bis wir in Rochefort en Terre einlaufen. Es ist ein altes wundervolles Dorf, und zur Weihnachtszeit soll es besonders schön dekoriert sein, so mit Lichterketten und Weihnachtsbäumen. Außerdem stehen Frank und Ruth aus England schon dort und wir wollen uns treffen.
Es ist wirklich ein traumhafter Ort und die Weihnachtsdekoration ist richtig sehenswert. An Wochenenden sollte man allerdings einen weiten Bogen um das Dorf herum machen, da es nur so überquillt vor Menschen.

Die Nacht ist bitterkalt und als wir am Dienstag los fahren freue ich mich als die Motorheizung endlich eine angenehme Wärme verbreitet. Es ist wieder nicht weit, wohl auch so um die achtzig Kilometer bis nach Saint Nazaire. Der Stellplatz ist vor den alten U-Bootbunkern und prima zentral gelegen. Hier stehen überwiegend alte Wohnmobile, anscheinend von Leuten die in Saint Nazaire arbeiten. Es ist laut in der Stadt und ein Silomief treibt von einer Hühnerfutterfabrik herüber. Aber es ist auszuhalten. Dafür können wir prima in der Stadt bummeln gehen, die Schiffe im Hafen beschauen und die Sonne über dem Meer versinken sehen. Am schönsten ist es auf den Dächern der U-Bootbunker, denn just zu der Zeit geht gerade die Sonne unter und ihre Strahlen reflektieren an einem Traumschiffneubau in der Werft. Blöd ist das uns eine Securitytante von dort oben verjagt, denn um 17 Uhr werden die Dächer verrammelt, richtig blöd, dann wenn es gut wird werden wir verscheucht! Also tapern wir weiter zum Strand. Hier bietet sich uns eine traumhafte Dämmerungsidylle mit einem kleinen Frachter, der auf dem Weg zu irgend einem anderen Hafen ist.

Die Einfahrt zum alten Hafen in La Rochelle

Die legandäre Rennjacht K.VIII in weihnachtlichem Flair

Abendstimmung über dem Segelhafen von La Rochelle

Weihnachtskick

Nach zwei Tagen reicht es und wir brummen wieder weiter, in einem Stück, das sind über 200 Kilometer, direkt nach La Rochelle, auf einen Parkplatz direkt am Segelhafen. Hier stehen wieder die Schlepp, all das was man den Winter über so braucht, oder eigentlich nicht braucht. Sie sind anscheinend auf dem Weg in den Süden, nach Spanien, Portugal oder Marokko, oder bleiben die einfach hier stehen? Zu mindest stimmt das für den Teil in der vorderen Ecke, denn dort brummen allabendlich die Aggregate und ein widerlicher Benzinmuff schlängelt sich um die Wohnmobile. Bei dieser Hochdruckwetterlage kommt das so richtig gut. Zum Glück stehen wir weit genug entfernt.
La Rochelle ist auch eine Stadt die uns sehr gut gefällt. Die Parkmöglichkeit ist o.k., Fahrradfahren ist richtig gut und die Altstadt hat einen schönen Flair. Zum Glück ist sie im 2. Weltkrieg von den Alliierten nicht zerbombt worden, weil sich die deutschen Besatzer ergeben hatten.
Auch der Weihnachtsflair kommt nicht zu kurz, obwohl wie schon erwähnt, es nicht die gemütliche nördliche Ausstrahlung hat. Dafür können wir draußen vor einem Café in der Sonne sitzen, einen Kaffee schlürfen und ein Croissant vermüffeln. Natürlich mit einem wundervollen Ausblick auf den alten Hafen Nur das Saugboot passt nicht so recht in die Vorweihnachtszeit. Es zieht gemütlich seine Runde im Hafen, füllt seinen Bauch mit Schlamm und Schlumms, um zum Verklappen hinaus zu fahren, um dann seine Arbeit hier wieder aufzunehmen.
Abends, oder besser gesagt ab der Dämmerung gehen die Lichter der Stadt an und das sind jetzt verdammt viele. Die Weihnachtsdeko erstrahlt und die tausenden von Lämpchen erhellen die Herzen, vor allem die der Kinder.

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