Rote Erde, ein Stausee und ein fast verlorenes Dorf

Salagou004

Unser Plätzchen am Lac du Salagou

Wir schieben uns aus dem Zentralmassiv immer weiter herunter, fahren durch Millau durch und meiden so die Maut für die Autobahnbrücke, es ist übrigens die längste Schrägseilbrücke der Welt und mit einer maximalen Pfeilerhöhe von 343 Metern ist sie das höchste Bauwerk Frankreichs. In Millau hätten wir gerne ein paar Tage gestanden, aber das Wetter ist einfach grausam und so schlängeln wir uns aus der Stadt in Serpentinen wieder hoch und landen auf der Hochebene Causse du Larzac. Zehn Jahre wehrten sich die Bauern und Einwohner der Larzacs gegen die Ausweitung eines Militärgebietes und so gelangte diese unwirtliche Gegend zu einer Weltbekanntheit. Wir wollen aber weiter, nicht nach St.Affrique, sondern zum Lac du Salagou, einem Stausee am Rande der Cevennen. Kurz vor unserer Ankunft gibt es beim Schalten ein ekelhaftes Kratzgeräusch aus Richtung des Getriebes, aber das ist eine andere Geschichte. Wir sind am Lac du Salagou und bleiben auch das ganze Wochenende über.
Der Lac du Salagou ist kein so richtiger Touristenmagnet und somit treffen wir jetzt im Winter nur ganz wenig Menschen, vor allem Naturliebhaber, Wanderer, Mountainbiker und Angler, die mit ihren elektrisch betriebenen Booten auf dem See rumschippern. Es herrscht hier eine ganz besondere Ruhe, so als wenn hier kaum noch Menschen leben würden. Und so scheint es auch denn die kleinen Siedlungen die wir hier am Nordrand des Sees sehen wirken wie ausgestorben. Ab und an finden wir ein Haus das bewohnt ist und zwischen verlassenen Ruinen fast verloren erscheint. Der kleine Ort Celles¹² ist da wohl das bekannteste Beispiel. Als der Stausee geplant wurde musste Celles verlassen werden weil es den Fluten des Sees geopfert werden sollte. Es kam aber anders, denn es ereignete sich ein Unglück an einem anderen Stausee in Frankreich der in einer ähnlichen geologischen Lage war. Die Verantwortlichen gekamen Schiss das sich das Unglück wiederholen könnte und so wurde der Stausee nur bis zu 75% gefüllt und Celles ist nie überflutet worden. Die Einwohner waren aber schon alle weg, nur der Bürgermeister hielt noch die Fahne hoch und nach langer ungewisser Zeit wurde der Gemeinde wieder der Rang einer Kommune zugesprochen und so wie ich es verstehe ist die Frau oder Tochter des ehemaligen Bürgermeisters jetzt Chef des kleinen Ortes. Fast alle Gebäude sind abgesperrte Ruinen, bis auf die Mairie (Rathaus) und ein Wohnhaus. Die Katzen wandeln über den Dächern, die Tricolore weht im Wind und in der Tür der Mairie klebt ein schwarzes Blatt Papier mit der Aufschrift: Nous somme tous Charlie (Wir sind Alle Charlie)

Einzelnachweis:
1. Histoire de la commune Celles2. Lac Du Salagou (The short story)

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