Salatbar und Leere

Es ist ein eher unbedeutender Tag. Wir sind in San Juan de los Tererros und haben heute Morgen den Wochenmarkt geplündert, o.k. nur etwas geplündert. Um ehrlich zu sein haben wir nur ein paar Tomaten, Porree und verwässerte Erdbeeren ergattert. Jetzt stehen wir auf dem Platz der vor ein paar Tagen ausgefegt wurde und jetzt nur spärlich von Wohnmobilen belegt ist. Etwas weiter südlich ist eine neue Urbanisation wie so oft mitten in der Pampa entstanden sind. Natürlich nicht fertig, anscheinend ist der zweite Bauabschnitt durch die Krise abgewürgt worden. In der Ladenzeile sind nur ein kleiner Laden mit Wohnutensilien und ein Eisladen eingezogen, haben jetzt im Februar aber noch die Schotten dicht. Alles andere ist noch fast im Rohbau. Es ist schon megagewaltig was die Spanier für riesige Anlagen, ausufernde Straßen mit überkanditelter Beleuchtung erstellt haben, und meist endet es irgendwo in der Wildnis. Woher die ganzen Menschen kommen sollen ist uns schleierhaft. Heike fragte mich vor ein paar Tagen ob mir an Spanien etwas aufgefallen sei, ja die ganzen Baukräne sind fast alle verschwunden. Als wir vor ein paar Jahren hier waren hatte jedes Kaff an der Küste einen ganzen Schwung davon. Jedenfalls beginnt ein paar hundert Meter entfernt das normale Leben. Die Plastiktütenfelder sind wieder da und Schafe und Ziegen müffeln die Salatreste von den Feldern, bewacht von einem dunkelbraungebrannten Hirten. Die Gegensätze begeistern uns immer wieder! Heute ist es recht diesig gewesen und wir haben einige Fotos per HDR aufgebessert um sie aus dem hiesigen grau etwas abzuheben. Es ist jetzt dunkel und gleich geht der Vollmond über dem Meer auf.

 

Dieser Beitrag wurde unter Spanien 2014 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.