Sur le Pont…der zweite Tag

Avignon013

Gold und Blau

Ja, wir haben uns entschieden noch einen Tag zu bleiben. Das Wetter ist weiterhin prima, der Mistral hat sich verkrochen, aber eine leichte Dunstglocke liegt über der Stadt. Irgendwo soll es eine Kapelle geben die mit den Templern in Verbindung gebracht wird, das ist ja was für uns.
Ach ja, da war noch was waschen! Wäschewaschen, das müssen wir ausnutzen und ratzfatz hängt alles auf dem Wäscheständer.
Danach ist Freizeit und wir trotten in die Stadt mit einem kleinen Plan mit mehreren Tourirouten und besonderen Punkten. Nach einer Weile merken wir das es nur von einem Museum zum nächsten geht. Bei dem Wetter in ein Museum? Nee, nicht mit uns. Von Templerkapellen ist absolut nichts zu finden, wie ärgerlich! Wir ändern die Route etwas ab und gehen nach Gutdünken durch die Stadt, schauen in die kleinen dunklen Gassen und fragen uns wie die Menschen bei so wenig Tageslicht leben können. Wir schauen kurz in die Geschäfte, die die gleichen Klamotten wie in Deutschland verhökern. Letztdendlich haben wir zwei Postkarten gekauft. Wir hätten auch die mit Frohes Neues Jahr nehmen können, aber uns gefiel der Zeitpunkt dann ja doch nicht. Vielleicht gibts die hier das ganze Jahr über? So kommen wir wieder zu dem Papstprunkbau den wir aber links, nee, rechts liegen lassen und gehen auf die Parkterrassen von denen wir einen wundervollen Ausblick auf die Rhone haben. Hier lassen wir unsere Seelen baumeln, genießen die Aussicht und die warmen Sonnenstrahlen und die Natur die bereits kräftig am treiben ist. Es ist herrlich hier, der einzige Platz an dem wir nicht von einem Auto umgefahren werden.
Auf  dem Rückweg gehen wir noch einmal ein kleines Stück Rhoneabwärts und schauen uns die Wohnboote und Ausflugsschiffe an.
Am Abend bezieht es sich etwas als wir unseren letzten Spaziergang auf dieser Seite der Rhone Flussabwärts machen. Hier auf der Insel ist es schön ruhig und wir bewundern die Wohnboote die hier liegen. Auch fällt uns das üppige Grün am Wegesrand auf, im Sommer ist hier alles vertrocknet. Auch über den Campingplatz drehen wir noch einmal eine Runde und landen in einem Sanitärblock der im Winter geschlossen ist. Hier spielen die Herbstblätter ihr ständiges Lied vor den Türen und zeigen uns das hier schon länger kein Mensch mehr war. Es ist ein altes Sanitärhaus, wie auch alles Andere hier auf dem Campingplatz schon recht betagt ist. Aber es hat den Charme der vergangenen Zeit und wir hoffen das hier nicht so schnell renoviert wird. Etwas gebraucht und abgenutzt muss ja nicht schlecht sein! Solche Orte, die verlassen sind, oder eine vergangene Zeit repräsentieren, üben auf uns immer eine magische Anziehungskraft aus.
Damit hat sich Avignon erst einmal erledigt. Morgen geht es weiter nach Les Saintes Maries de la Mer. Der Ort den wir vor fast dreißig so unwiederstehlich fanden, mit der brennenden Müllkippe, den „rosa Störchen“ und den ganzen Mücken…….

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