Von der Île d’Oleron bis an das Mittelmeer

Die Cabane unserer Freundin Traudi

Ebbe

Eine Cabane am Hafen

Uns zieht es weiter über Rochefort zur Île d’Oleron, etwas südlich von La Rochelle. Traudi hat auf der Insel eine kleine Cabane und stellt dort selbst hergestellte Tiffanykunst und Wetterhähne aus. Wir nisten uns auf einem Wohnmobilstellplatz unweit der Cabane ein. Zum Glück hat der Stellplatz eine Stromversorgung, denn der Himmel zieht sich mehr und mehr zu und wir bekommen zum Schluß über die Solaranlage so gut wie keinen Strom mehr rein. Klaus, der Traudi hier gerade besucht, hat seine Angeln mitgebracht und so fassen wir den Beschluß uns reichlich mit Fisch ein zu decken. Leider scheitert es bereits an den benötigten Ködern. Wir buddeln an den verschiedensten Stellen nach den Metten und als Klaus fast zur Gänze im Watt versackt wäre beschließen wir im Supermarkt unser Glück. Ja, hier bekommt man Würmer zum Angeln in Gläsern, allerdings wollen die 8 Euro für ein kleines Glas haben. Entrüstet verlassen wir den Laden mit unseren schlammverschmierten Stiefeln. Nicht einmal im Coop Maritime haben sie welche, aber so kann Klaus mir mal den tollen Hafen von La Cotinière zeigen. Im Winter ist der Ort, ich will nicht sagen trostlos, sondern er scheint zu schlafen, bis zur nächsten Saison. Dann möchte ich allerdings nicht hier sein! Der Ausgangspunkt des Wohnmobilplatzes ist ideal, denn wir können zu Fuß nach Chateau d’Oleron laufen, einer alten bewährten Stadt mit einer Zitadelle. Unten am Hafen sind auch eine Menge der kleinen bunten Cabanen in denen sich Künstler nieder gelassen haben.

Weihnachtsflair

Der Winter steht ganz kurz vor der Tür und wir merken es an den eisigen Temperaturen, selbst hier auf der Insel. Wir ziehen also weiter in den Süden, überqueren die Gironde mit der Fähre und bleiben für eine Nacht in Soulac sur Mer. Der kleine Ort liegt richtig am Ende, denn von Royan aus muß man die relativ teure Fähre nehmen und von Bordeaux aus ist es eine ganze Ecke gen Norden. So verwundert es auch nicht das wir hier so gut wie keine Wohnmobile sehen. Der Ort wirkt, wie alle Küstenorte öde und leer und das bisschen Weihnachtsflair das hier verbreitet wird reißt es auch nicht heraus.

Atlantikwellen

Abendstimmung

Eine größere Strecke steht bis nach Souston Plage , schon so weit im Süden das man von hier aus die kantabrischenkantabrischen Berge und die Pyrenäen sehen kann, wenn es nicht so dunstig wäre. Hier gibt es auch Strom aus der Steckdose und so kann uns die fehlende Sonne nicht den Spaß verderben und wir können unser Wohnmobil prima heizen. Wir verbringen das Weihnachtsfest hier, machen lange Spaziergänge am Atlantikstrand, genießen den Ausblick auf die riesigen Wellen, schlendern durch das vor sich hin dösende Küstenkaff, das zwar recht gut besucht ist, aber nichts bietet außer ein paar kleinen Läden die geöffnet haben. Ursprünglich haben wir uns hier mit Facebookfreunden verabredet, aber nachdem es auf dem Platz unangenehm voll wird verpieseln wir uns auf einen Waldparkplatz in Messanges Plage. Wir sind überrascht das hier nur zwei einsame Wohnmobile stehen die anscheinend auch auf Südtour sind. Mit unseren Freunden verbringen wir einen Tag hier, aber leider hat ihre liebe kleine Hündin Bella Kontakt mit einer Kiefernprozessionsspinnerraupe. Sie fahren sofort zum Tierarzt und ihr wird gut geholfen. Diese Raupen sind mittlerweile auch in Deutschland eine richtige Plage und können sogar dem Menschen gefährlich werden. Jetzt wird sich die kleine Bella sicher nicht mehr zu dicht an solch eine Raupe wagen. Wir verbringen aber trotzdem einen tollen gemeinsamen Abend und klönen über Reiseziele.

Am Pilgerweg in Roncesvalles

Die Höhlen von Arguedas

Leider ist der Stellplatz in Capbreton dieses Jahr abgeriegelt und somit nehmen wir direkten Kurs über die Pyrenäen nach Roncenvalles, einem uralten Pilgerweg über die Pyrenäen. Der stahlblaue Himmel lacht uns an und die Sonne hat hier schon mächtig Dampf. Aber wehe sie nähert sich dem Horizont, denn dann sackt das Thermometer ab in den Boden. Am nächsten Tag sind die Pfützen über gefroren aber die Sonne erhebt sich über dem Horizont und wir machen uns weiter auf unseren Weg. Bei Pamplona zieht es sich zu und wir fahren im Nebel bei eisigen Temperaturen und sogar die Standheizung lassen wir hinten im Wohnbereich laufen damit es nicht zu sehr auskühlt. Es wird auch nicht besser als wir in Arguedas auf dem Stellplatz ankommen. Der Platz liegt direkt an einer Felswand in der sich Höhlen befinden, die den Beginn des Nationalparks Bardenas Reales bilden. Diesen Tipp haben wir von „Hermann unterwegs“ und ihr schaut am besten auf deren Homepage wenn ihr etwas über dieses Gebiet erfahren wollt, denn es bleibt auch den nächsten Tag neblig und so kommen wir nicht in den Genuss der Landschaft.

Silvestersonnenuntergang

Es ist der 31.12. und wir entschließen uns kurzerhand die weite Strecke zum Mittelmeer in einem Törn durchzuziehen. Und so verbringen, oder besser verschlafen wir Silvester direkt am Meer. Es war auch irgendwie nichts und als ich um 0:30 von ein paar Raketen geweckt werde ist der Spuk auch wieder vorbei. Entweder da war weiter keine Knallerei oder wir haben tief und fest geschlafen.

Jetzt stehen wir wieder auf dem Eurocamping in Oliva und haben unsere englische Freundin Lynda überrascht, denn eigentlich war es nicht unser Plan hier her zu kommen. Die Freude ist natürlich groß und wir haben uns ganz viel zu erzählen. Der Campingplatz war noch gut mit Spaniern besucht, die sich dann aber fast alle heute am Montag verpieselt haben. Jetzt dominieren hier wieder Deutsche, Holländer und Engländer, Schweizer und ein Däne. Eine witzige aber gewöhnungsbedürftige Zusammenstellung. Der Obstlieferant kam mit seinem kleinen Transporter auch schon vorbei und wir haben uns mit Mandarinen und Apfelsinen reichlich eingedeckt. Die schmecken so saulecker, die die uns zu Hause angeboten werden kann man gelinde gesagt in die Tonne treten.

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Ein Kommentar zu Von der Île d’Oleron bis an das Mittelmeer

  1. ruth rozelaar sagt:

    Gruesse an Lynda!
    xxxRuth & Frank

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