Was ist denn hier los?!

Ganz geschmeidig sind wir gestern über die Grenze zu unserem ersten Rücktourstop in Frankreich gekommen. Saint Cyprien wurde uns wärmstens empfohlen und auf Google Earth sieht das gut aus, ein Stellplatz am Segelhafen ist meist prima. Unser tolles Navi lotst uns mal wieder einen Weg lang der, wenn nichts entgegenkommt prima ist, aber wenn dann doch, dann wirds eng. Aber es passte alles und kein LKW oder Reisebus kommt von vorne, wie auch? Nur Blöde fahren mit 2,5m Breite solche Wege! Schließlich kommen wir an und sind voll auf begeistert, ein eingezäunter, asphaltierter Parkplatz mit Parkbuchten die vielleicht grade mal drei Meter breit sind und der Platz ist auch noch ziemlich voll! Ich liebe solche Plätze! Ach ja, der Hammer ist ja das der erste Mai vor der Tür steht. Ja und? Ja da haben die Franzosen Ferien, zwei Wochen, aber zum Glück nicht die Grande Nation auf einmal wie im Sommer, sondern in drei Blöcke aufgeteilt. Das wär aber auch egal, hier steppt das Leben als ob Morgen die Welt zusammenbricht. Irgendwie ist Alles fast verstopft. Nachmittags schwingen wir uns noch mal auf das Fahrrad und düsen an der Küstenstraße lang, auf einem ganz tollen Radweg wie sie jetzt oft in Frankreich in Touriorten entstehen. Allerdings unmittelbar neben der Straße. Und das nervt! Ein Auto nach dem anderen, ein Krach zum Mäusemelken. Nee, schön ist das nicht und da hilft der gute Radwegebelag auch nicht raus! Nachts haben wir wenigstens schön in Ruhe schlafen können.
Heute Morgen sind wir früh auf, denn wir wollen nach Les Saintes Maries de la Mer und vorher zum Decathlon (Sportdiscounter) nach Perpignan. Aber erst mal der Reihe nach. Wollten wir nicht über die Pyrenäen zurück? Ja, wollten wir, aber wir haben es uns anders überlegt denn zum Einen braucht unser Wohnmobil etwas Wartung, und wir haben so viel gesehen das so langsam mal genug ist, erst mal sacken lassen und verdauen angesagt ist. Außerdem bekommen wir die nächsten Tage ordentlich Nordwind, in Millau Böen bis hundert kmh, das muss dann nicht sein. Also haben wir uns auf Les Saintes Maries de la Mer geeinigt, unser Mittelmeerort den wir schon in den frühen 80ern geliebt haben und aus dem wir zwei unserer besten Freundschaften erhalten haben. Also auf geht’s Richtung Perpignan! Es fängt blendend an, eine der Hauptstraßen ist komplett gesperrt, wie es die Franzosen gerne machen. Die Umleitung geht über eine Hühnerstrecke die selbst für PKW’s eng ist. Also irgendwie weiter rein in den Kreisel, und raus, einer nach dem Anderen und dann in eine Ortschaft rein, den Namen hab ich aus meinem Gedächtnis gestrichen, es zieht sich ewig und ich weiß zum Schluss nicht mehr wo oben und unten ist. Irgendwann ist es dann aber geschafft und wir brummen auf einer vierspurigen Straße Richtung Perpignan. Ich schau auf den Spannungsanzeiger den ich vor dem Urlaub glücklicherweise noch eingabaut hatte und ich schluck, denn 24,8 Volt ist im Fahrbetrieb etwas viel zuviel zu wenig. Na ja, so schnell sind die 140Ah Akkus nicht leer und die Karre braucht keinen Saft wenn kein Licht an ist. In Perpignan angekommen das übliche Gewusel in dem Gewerbegebiet, unübersichtlich hoch drei, Höhenbegrenzungen vor dem Supermarkt, aber vor dem Decathlon nicht, dafür 3,5 Tonnen Begrenzung. Egal, wir wollen da jetzt hin und basta! Als ich das Fahrerhaus kippe fällt mir gleich ein gebrochener Kabelschuh an der D+ Klemme auf. Also kein Beinbruch, erst mal rein in den Laden und ein paar Klamotten und Latschen gehökert. Der Kabelschuh ist schnell wieder erneuert und weiter gehts. Mich beisst schon wieder ein Rentier als wir aus diesem Gewusel von Gewerbegebiet raus wollen. Wenn hier einer geplant hat dann muss das ein Sadist gewesen sein. So etwas Verworrenes habe ich noch nicht erlebt!. Aber das meistern wir auch bald und wir steuern langsam immer weiter Richtung Norden. Les Saintes Maries de la Mer, wir sehen schon von Weitem die ganzen weißen Wohnmobile am Tiki. Uns schwant nichts Gutes und so ist es auch, die Stadt ist vollgestopft mit Menschen, PKW’s und Wohnmobilen. Wir steuern gleich auf den Campingplatz zu und loggen uns bis Montag ein, denn auf „Tür an Tür mit Alice“ haben wir keinen Bock. Hier können wir uns ausbreiten, lange duschen, gemütlich in die Stadt laufen und bis zum Strand sind es vielleicht grade mal zweihundert Meter. Nachmittags wollen wir nur mal kurz guggen gehen, aber wir sind sicher zwei Stunden unterwegs, in der Stadt wo Irene und Traudi ihre Kunstschätze verkauft haben und an der Kirche vor der Chobo und Linda uns ihre tolle Musik geschenkt haben. Ach ja, das war damals, als Abends noch die Gendarmen kamen und uns mit den Schlagstöcken traktiert hatte (warum wusste Keiner). Das Highligt des Tages ist ganz sicher „The Pink Pudel“, der vor dem Supermarkt sehnsüchtig das Weinregal anstarrte. Klasse Farbzusammenstellung und das Frauchen freute sich das wir uns so über den Hund beäumeln.
Jetzt ist es schon wieder dunkel, wir sind frisch geduscht, ein Glas Listel auf dem Tisch und haben ein Webinar sausen lassen weil die Stimmung hier so toll ist und wir so am genießen sind!

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