Wenn Hänschen Wäsche wäscht

VieuxBoucau019

Infroissable!

Manchmal kommt Mann ja nicht drum herum auch einmal das Geschäft des Wäschewaschens zu übernehmen. Zum Glück sind die Zeiten der Waschbretter lange vorbei, ansonsten wären die Herren bei derart harter Beanspruchung reihenweise zusammengebrochen. Es ist wieder kalt heute Morgen um die 5-6 Grad als ich mit den beiden vollgepfropften Fahrradtaschen los die fünf Kilometer zum Waschcenter bei dem Supermarkt. Etwas verunsichernd pfeifend betrete ich die Lokalität, wobei das trällern meine Unsicherheit gegenüber dem dort ebenfalls anwesenden Herren, der wie hypnotisiert das Bullauge seiner Waschmaschine anstarrt, überspielen soll. Nach einem Informationsrundgang wie was geht, beginne ich die 6 Kilo Maschine zu bestücken, gebe dann aber schnell auf weil ich schon fast mit den Füßen nach stopfen muss. Also muss die Acht Kilo Maschine herhalten. Der andere Herr scheint mich zum Glück nicht zu beachten. Alles gut verstaut schweift mein Blick über das Armaturenbrett der Maschine und dort steht zur Auswahl trés chaud (sehr heiß), chaud (heiß), infroissable (z.Zt. unbekannt) und froid (kalt). Was zum Teufel ist denn infroissable? Das Übersetzungsprogramm auf dem Smartphone spuckt nichts raus weil keine Internetverbindung! Na toll, die Daten liegen lokal auf dem Ding und er will im Netz suchen! Ich nehme denn das infroissable mal, weil heißer als trés chaud kanns ja nicht sein. Endlich läuft die Maschine und ich beschau mir stolz das drehen der Trommel. Ich schau noch mal in die Plastetüten und finde noch die beiden Kopfkissenbezüge. Mist! Die Maschine geht nicht mehr auf. Na gut die kleinen Teile kann Mann ja auch mit der Hand zu Hauses waschen. Die Zeit läuft, aber nicht lange und das Hauptwaschprogramm ist fast vorbei, die Temperatur des Bullauges ist froid. Zu blöde, denn ich habe noch zwei weitere acht Kilo Maschinen gefunden auf denen die Gradzahl steht!. Als die auf infroissable gewaschene Wäsche fertig ist bugsiere ich sie schnell in die mit den Gradzahlen. Mein Mitstreiter hat zum Glück schon das Etablissement verlassen und so kann ich ungeniert rum machen. Allein die Kamera stört mich. Was der oder die da hinter wohl denken? Ich schaue ab und an mal verschmitzt rein damit sie wegschauen mögen. Alles Weitere läuft nach Plan und ich besorge zwischendurch ein Kilo mules buchot (Miesmuscheln), drei Porrestangen, eine Tüte Möhren und einen Salatkopf. Das Trocknen geht ohne Probleme und so radle ich dann stolz wie Oskar so bei zwölf Uhr wieder nach Hause mit einer schrankfertigen Ladung Wäsche. Heike war natürlich auch fleißig obwohl sie ihren kleinen Zeh ja eigentlich schonen sollte, aber das kann sie dann ja doch nicht und so betrete ich ein blitzeblank gewienertes Wohnmobil. Ach ja, infroissable! Heike sagt es könne nur Bügelfrei bedeuten und so ist es dann auch es heißt knitterfrei. So denn, ob ich das beim nächsten mal wohl noch weiß?

Dieser Beitrag wurde unter Frankreich 2015 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.