Rendsburg

Eisenbahnhochbrücke Rendsburg

Es ist immer wieder ein berührendes Gefühl an einen Ort zurück zu kehren in dem man einen Teil seiner Jugend verbracht hat, auch wenn es nur die Ausbildungszeit gewesen ist. Ich habe aus dieser Zeit sehr viel mit gebracht, meine liebe Frau Heike und sehr viele schöne Erinnerungen.

Der Nord-Ostsee-Kanal ist nicht nur Kanal, er ist eine Lebensader auf der sich die internationale Schifffahrt trifft, vom kleinen Segelboot bis zum ausgewachsenen Traumschiff, vom Kajak bis zum Tanker tummeln sich hier alle Arten von Schiffen.

Besonders viel Spaß macht eine Fahrradtour entlang des Kanals, denn fast durchgängig gibt es Wege die der Bewachung und der Instandsetzung des Kanals dienen. Ohne besondere Höhenunterschiede kommt man mit dem Drahtesel von Brunsbüttel nach Kiel, von der Nordsee bis zur Ostsee.

Eine kleine aber unbekannte Tour führt mich heute nicht am Kanal entlang, sondern an der Eider und dem Audorfer See zur Rader Insel.
In Büdelsdorf, hinter dem Gelände der ehemaligen Ahlmann Carlshütte kommt man auch endlich wieder direkt an die Obereider. Ein wundervoller, baumbestandener Weg führt am Ufer entlang. Es ist ein alter Treidelweg der jetzt von den Wanderern, Spaziergängern und Sportsfreunden gerne genutzt wird. Auf er anderen Seite der Eider sehe ich die Industriebetriebe die bis in die Achtziger Jahre ihr Blüte hatten, das Gelände der ehemaligen Schleswag AG auf dem ich meine Ausbildungszeit verbracht hatte.

Schlepper Nobis 2

Anschließend kommt die Nobiskrug Werft. Die Werft hat sich nach einem steten auf und ab jetzt auf den Bau von Superjachten spezialisiert. Der Blick auf die Kaianlagen sieht jedoch nicht so luxoriös aus.
Kurz vor der Spitze, dort wo die Eider mit dem Nord-Ostsee-Kanal zusammentrifft, war einmal die Düngerfabrik ein großes privat geführtes Unternehmen. Die Zeit hat sich verändert Betriebe wo die körperliche Kraft gefordert wird gibt es nicht mehr.
Der Weg knickt jetzt um 90 Grad nach Norden ab und ich habe die Eider verlassen und radel jetzt am Kanal entlang, nein, streng genommen am Audorfer See der von dem Kanal durchquert wird. Vor mir sehe ich die südliche Spitze der Rader Insel mit der maroden Autobahnhochbrücke und rechter Hand, auf der anderen Kanalseite in Schacht-Audorf, die Lürssen Werft, die überwiegend Militärschiffe und Superjachten baut.
Kurz vor Borgstedt erblicke ich schon die kleine Brücke die über die Borgstedter Enge zur Rader Insel führt. Die Rader Insel ist durch den Bau des Nord-Ostsee-Kanals entstanden. Deshalb teilen sich auch die drei Gemeinden Schacht-Audorf, Rade und ein ganz kleiner Teil geht an Borgstedt.
Bekannt geworden ist die Rader Insel auch um den jahrzehntelangen Streit um illegal errichtete Wochenendhäuschen. Ein paar Hütten stehen jetzt noch, müssen aber nach dem Ableben der Besitzer abgerissen werden. Meine Schwiegereltern hatten hier ein kleines Grundstück gepachtet auf dem sie im Sommer viel Zeit im Wohnwagen verbracht hatten. Wir waren dort auch oft mit dem Wohnmobil zu Besuch. Die Grundstücke gibt es noch, ich musste natürlich einmal nachschauen.
Hier endet meine kleine Radtour, der Rückweg führt mich auf direkterem Weg mitten durch Büdelsdorf wieder nach Rendsburg. Viele Erinnerungen sind wieder wach geworden.

Jüdisches Museum, Eisenkunstguss Museum und das Schiffahrtsarchiv Rendsburg

Jüdisches Museum Rendsburg

Museen sind nicht gerade so unser Ding aber Heike wollte schon immer einmal in das Jüdische Museum in der Prinzessinstraße. Das Gebäude wurde während der NS Zeit an einen Fischhändler verkauft der das Gebäude als Fischräucherei nutzte. Heike kann sich noch daran erinnern wie sie mit ihrem Vater dort war um Aale zum Räuchern zu bringen die er auf der Rader Insel gefangen hatte.
Es ist ein beklemmendes Gefühl echte Judensterne, die auch getragen wurden, zu sehen.
Es ist ein Blick in eine dunkle Zeit, eine Zeit die wir schon gar nicht mehr miterlebt haben aber noch durch das Erzählen unserer Eltern näher gebracht wurde.
Wer Rendsburg besucht dem kann ich nur einen Besuch des Jüdischen Museums empfehlen.
Möge sich solch eine Zeit niemals wiederholen!

Schiffahrtsarchiv Rendsburg

Damit nicht genug, wir waren noch in zwei weiteren Museen, dem Eisenkunstguss Museum von Käte Ahlmann und  im Rendsburger Schifffahrtsarchiv, gestiftet von
Dr. Jens-Peter Schlüter, für Freunde der Schifffahrt absolut zu empfehlen. Es erzählt die Geschichte der Reeder um Rendsburg.
Das Eisenkunstguss Museum enthält Exponate aus Gusseisen und wir waren erstaunt welch filigrane Gegenstände gegossen werden können.

Das Druckmuseum und das Historische Museum werden wir uns wohl später einmal anschauen. Die nächsten Tage soll die Sonne heraus kommen, da haben wir dann keine Lust auf ein Museum.

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