Auf der ständigen Suche

Die Promenade von Soort-Hossegors

Die Promenade von Soort-Hossegors

Der Blick nach Süden, im Hintergrund die Pyrenäen

Der Blick nach Süden, im Hintergrund die Pyrenäen

Surfer's Paradies: Cap Bretonne

Surfer’s Paradies: Cap Bretonne

Unsere Freundin Linda aus England lebt seit vielen Jahren, gemeinsam mit ihrem Hund, in einem kleinen Citroen Berlingo. In einem der vielen tiefgründigen Gesprächen erzählte sie uns einmal das es für sie nichts mehr bringt Neues auf Reisen zu entdecken. Die Küsten ähneln sich, die Wälder ähneln sich, kurz die Landschaften haben zwar ihren eigenen Charakter aber groß etwas Neues gibt es nicht. Und so bereist sie seit vielen Jahren immer die gleichen Plätze: Le Diben in der Bretagne, an der französischen Mittelmeerküste irgendwo, Oliva und zum Schluss Orgiva in Spanien. Sie hat sich die für sie schönsten Fleckchen auserkoren und ist hier für eine bestimmte Zeit zu Hause. Sie weiß genau wo sie ihr Baguette kaufen kann und wo ein Bier mit Tapas besonders gut schmeckt und sie kennt an den Orten viele Menschen die sie in ihr Herz geschlossen hat. Ich komme darauf weil ich heute mit dem Fahrrad nach Cap Bretonne aufgebrochen bin. Die ersten paar Kilometer habe ich mit mir zu kämpfen denn irgendwie bin ich lustlos aber ich kehre trotzdem nicht um. In Soot-Hossegor stehe ich dann auf der Promenade und schaue begeistert auf die riesigen Wellen die der Atlantik hier an die Küste schickt. Ich blicke gen Norden die Promenade entlang und denke sofort: Das könnte auch Bray Dunes oder Fort Mahon in der Normandie sein, nur die Wellen sind zu gewaltig. Genau so geht es uns wenn wir die Strände der Nordseeküste Jütlands mit dem Strand von Plouharnel oder Messanges Plage vergleichen. Selbst Adolfs wundervolle Bunker sind überall zu finden.
Was will ich damit sagen? Ankommen, irgendwo ankommen und sich zu Hause fühlen, das ist uns wichtig und wir machen das bereits viele Jahre aber es ist uns erst jetzt so richtig bewusst geworden! Wir sind schon vier Monate unterwegs und immer noch an Frankreichs Westküste, aber wenn wir irgendwo ankommen wo es uns gefällt bleiben wir gerne länger und können alles viel intensiver aufnehmen als wenn wir husch husch auf der Durchreise sind.
Ei tolles Beispiel sind die verschiedenen Tiden, gerade in der Bretagne. Man kann sie nur miterleben wenn man mindestens einen Mondzyklus an einem Platz bleibt, das ist wahnsinnig interessant und man bekommt viel mehr von der Natur mit.

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