Auf der Suche nach dem was uns nicht glücklich macht

Rodalquilar022

Wir sind in Rodalquilar. Es ist ein kleines Kaff in Sichtweite des Mittelmeeres. Wir können von hier aus auf den traumhaften Strand El Playazzo schauen und in die andere Richtung sehen wir die bergige Vulkanlandschaft des Nationalparks Cabo de Gata. Wir haben gehört das hier vor vielen Jahren Gold abgebaut wurde und so hat uns auch das Goldfieber gepackt, doch außer Schutthalden, Ruinen und eine Gegend die wie ein Schweizer Käse zerlöchert ist, finden wir natürlich nichts! Selbst das Anfängerglück bleibt uns versagt und so gehen wir also nicht „Goldreich“ in die Geschichte ein.
Nüchtern betrachtet ist es wirklich so wie ich es gerade kurz beschrieben habe, aber es geht ein ganz besonderer Reiz von dieser Gegend aus, es ist nicht das Gold oder irgendwelche Edelsteine es ist etwas Abenteuerlust und die Liebe an den Farben und der Natur hier.
Viele Menschen haben hier einmal gelebt, Bergarbeiter die in den Stollen geschuftet haben und Amethyste, Kaolin, Granit, Blei, Silber und Gold abgebaut haben. Die Häuser der Bergarbeiterfamilien stehen jetzt noch als verlassene Ruinen in dem kleinen Ort herum. Als wir durch die neu angelegten Straßen von Rodalquilar schlendern sieht alles was neu für den Tourismus entstanden ist, bereits wieder sehr heruntergekommen aus. Anscheinend ist die Rechnung der Junta de Andalucia (so etwas wie eine Landesregierung) wohl nicht recht aufgegangen. Der Zerfall ist schon wieder in der Modernen angekommen.
In Rodalquilar war aber nur die Anlage zur Gewinnung des Goldes aus dem Quarz und die Bergarbeitersiedlung. Die Stollen befinden sich in einem weit verbreiteten Umkreis. Überall in der Gegend stehen Ruinen irgendwelcher Gebäude und die Eingänge zu den Schächten schauen dunkel aus dem ockerfarbenen Gestein. Es ist geisterhaft ruhig als wir die staubige Schotterpiste entlangwandern und wir sind fast ganz alleine, bis auf ein paar verirrte andere Goldsucher. Zum fotografieren ist es ein Eldorado. Motive finden wir an jeder Ecke und die Farbintensität ist überwältigend. Es ist sehr speziell hier und erinnert etwas an die Halbwüste Tabernas.
Das wir kein Gold gefunden haben war schon vorher klar, da es nicht mal so irgendwo in Klumpen herum liegt, aber einen klitzekleinen Amethysten hätten wir schon gerne gefunden. 😉

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