Das Leben an der Nordsee, ein paar Gedanken zum Klima, der Zukunft und ein Appell an die jungen Menschen denen die Zukunft gehört

Pegeldaten Husum Grabstein Andreas Busch
Die Pegeldaten Husum auf dem Grabstein von Andreas Busch

Es ist wirklich toll, wir leben dort wo andere Urlaub machen. Aus der Sicht des Urlaubers mag es so sein aber die Realität sieht doch ein klein wenig anders aus aber darum soll es hier heute nicht gehen.

Wer auf einer Insel lebt und die auch noch eine sehr bewegte Vergangenheit hat, der schaut sich seine Umwelt ganz anders an. Hier ist man sozusagen mitten im Geschenen. Wenn ich dann so an die Holzpfähle mit den Flutmarkierungen schaue dann wird mir schon klar wie klein der Mensch im Verhältnis zur Natur ist.
Im Grunde genommen ist es aus Sicht der Erdenzeit vollkommen egal wie wir unsere eigene Lebensgrundlage zerstören, denn der blaue Planet wird auch den Menschen überdauern und das Spiel kann wieder von vorne beginnen.
Bei jedem von uns geht es aber um das Jetzt und vor allem um unsere direkte Zukunft. Zukunft, das sieht ja für jeden von uns anders aus. Wenn ich zum Beispiel noch 20 Jahre hier verweilen darf freue ich mich sehr. Ein Zwanzigjähriger hat dann aber noch ganze 60 Jahre vor sich. Die Entscheidungen die heute von der Gesellschaft getroffen werden berühren die jungen Menschen also viel mehr als mich alten Rentner. Meiner Meinung nach müssten die jungen Menschen eine viel größere Mitbestimmung haben als in der bisherigen Form, denn es ist ihre Zukunft!

Es gab mal einen Heimatforscher den jeder Nordstrander kennt, Andreas Busch. Andreas Busch hat das untergegangene Rungholt im Watt vor Nordstrand entdeckt und nicht nur das, er hat sich natürlich auch Gedanken über den steigenden Meeresspiegel gemacht, ja der steigende Meeresspiegel ist nicht ein neues Problem, Busch ist bereist 1972 gestorben. Ich will jetzt nicht weiter darauf eingehen, fakt ist aber das der Meeresspiegel wirklich schon lange am steigen ist und mehr und mehr zum Problem für uns wird. Auf dem Grabstein des Andreas Busch wird in fünfjährigem Rhythmus der Meeresspiegel eingemeißelt. Allein bei dem Anblick komme ich schon ganz schön ins grübeln!
Jetzt stellt sich natürlich die Frage nach der Ursache des Anstieges und ist wirklich der CO2 Ausstoß daran mitschuldig? Ich hatte als Schüler mal unseren Lehrer gefragt, es war die Zeit der Ölkrise, das sich die Atmosphäre doch wieder wie zur Zeit vor etwa 300 Millionen entwickeln würde wenn wir die eingelagerten Kohle, Öl und Gasvorräte so lustig weiter verbrennen würden. Eine konkrete Antwort konnte er mir nicht geben. Eigentlich müsste es ja so kommen denke ich, denn auf der Erde geht ja nichts verloren, nur die Zustände und Zusammensetzungen verändern sich. Werden hier also wieder riesige Farne wachsen, so groß wie Bäume, wird die Luft eine für Säugetiere lebensfeindlich Zusammensetzung bekommen? Logisch wäre das ja oder?

Der Lorendamm zur Hallig Nordstrandischmoor, ein friedlicher Anblick

Jetzt gibt es ja seit einiger Zeit ein paar junge Menschen die sich um ihre Zukunft wirklich richtig Sorgen machen, ja ich meine die jungen Menschen die Freitags nicht zur Schule gehen, sondern sich Gehör verschaffen wollen in einer Gesellschaft die auf die Jugend viel zu wenig ausgerichtet ist und sie in ganz vielen Aspekten im Stich lässt.
Jetzt gibt es eine Greta die an unseren Fundamenten rüttelt, die alles in Frage stellt was unser Wirtschaftsdenken und unseren Lebensstandard an geht. Eigentlich ja toll oder? Endlich ergreifen mal die jungen Menschen die Initiative und werden aktiv aber gleichzeitig werden sie nach Strich und Faden nieder gemacht und in die Ecke der Faulpelze, Schulschwänzer und Taugenichtse gestellt. Was sich hier viele Erwachsene erlauben ist schlicht und einfach eine Frechheit, diese Menschen verleugnen ihre eigenen Nachkommen, ihre eigenen Kinder, statt sie zu unterstützen und zu fördern. Aber da zeigt sich mal wieder trefflich der menschliche Egoismus und die fundamentale Angst vor Veränderungen, vor Veränderungen die vielleicht weh tun können aber nicht müssen wenn rechtzeitig gehandelt werden würde.

Der Schobüller Wald bei Husum nach dem Orkan Christian 2013

Ich höre jetzt schon wieder die Stimmen: „Das bringt doch nichts“, „Wir können doch nichts ausrichten“, und zu guter Letzt: Die Anderen sind Schuld!
Wenn keiner anfängt wird sich niemals etwas ändern! Wenn keiner anfängt werden wir vielleicht wirklich ersaufen! Wenn unsere Kinder anfangen, dann ist es verdammt noch mal ihr gutes Recht!

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