Das liebe Wetter

Manchmal hat man es ja, irgendwie fühlt man sich schlapp und hat zu nichts so richtig Lust. Man schlurft sozusagen durch den Tag und die Kopfschmerzen nerven noch oben drein. Wir sind gestern ja in Alcossebre auf einen Platz mit roter Erde gefahren, dem man ansieht das er bei Nässe unangenehme Folgen haben kann. Nun ja, die Sonne scheint, wird aber von ein paar Wolken verhangen. Beim Abendessen gibt es aus einer unscheinbaren Wolke ein paar Tropfen Regen und das Radar sieht auch recht zuversichtig aus, bis auf  zwei Punkte die vielleicht hier her ziehen könnten. Wir legen uns endlich ins Bett, aber kurze Zeit später beginnt es wieder zu regnen und es donnert. Das war dann das Startzeichen zum abhauen, denn absaufen wollen wir nicht auf dem Platz. Glücklicherweise gibt es noch einen tollen Platz gleich um die Ecke bei der Disco „Tunnel“, direkt am Meer. Hier verbringen wir die Nacht und den Regen der dann aber doch nicht so stark wird wie befürchtet. Heute Morgen ist es richtig frisch und ein unangenehm steifer Wind aus West fegt uns um die Ohren, aber die Mattigkeit und Schlappheit sind wie wegeblasen. Nach einem Spaziergang machen wir uns auf den Weg zum Ebrodelta. Der Wind nimmt zu und erreicht fast Sturmstärke bei 8 bis 9 Beaufort. Zum Glück kommt der Wind meist von der Seite, sonst hätte ich wohl nur Vollgas fahren müssen. Auf den Kanälen und gefluteten Reisfeldern im Ebrodelta können sich kleine Wellen mit Schaumkronen bilden und zuletzt schiebt uns der Wind zu unserem Ziel. Den langen Strandspaziergang genießen wir voll und ganz, denn die herbe Luft tut uns richtig gut. Der Wind ist noch immer so heftig das wir uns drei Schichten überplünnern und richtig mollig ist mir immer noch nicht. Der Strand empfängt uns mit den typischen Bildern eines stürmischen Tages. Die Spuren im Sand sind zugeweht, die Muscheln bilden einen Windschutz hinter dem sich kleine Dünen bilden können und der schnell getrocknete salzige Sand bildet vom Wind geformt bizarre Figuren. Wir sind fast alleine unterwegs. Jetzt ist der Wind eingeschlafen, der Abendhimmel ist in sein dunkelstes Blau gehüllt und die Fledermäuse jagen nach den Mücken. Das tolle an dieser Ecke Spaniens ist das das Wetter meist nicht lange schlecht bleibt. Im Grunde ist es umgekehrt wie bei uns.

 

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