Die Zeit läuft langsamer

Der Hafen von Le Diben

Ja, es ist wirklich so. Es gibt Orte an denen die Zeit langsamer vergeht. Sie sind gar nicht so weit entfernt, man muss nur das Gefühl dafür entwickeln sie zu finden und bereit dafür sein diese Zeitbremse zuzulassen.

Ein kleiner Ort in der Nordbretagne, unscheinbar und kaum bekannt, zwischen felsigen Hügeln und romantischem Hafen. Die Wellen umschäumen die Felsen bei Ebbe und bei Flut, die kleinen Kutter fahren hinaus zum Fang zwischen diesem Durcheinander an Wasser und Gestein das man nur kennen kann wen man hier lebt. Der romantische Wanderweg führt entlang der Küste, vorbei an Buchten, wundervollen Häusern und kleinen Waldstücken. Farnkraut, Heidekraut, Schlehen und die Brombeere begleiten den Wanderer. Alles ist eingetaucht in ein Licht das es nur hier gibt, ein sattes Gelb, warm herzlich, leuchtend und klar aber auch mystisch und verhüllend. Wer lauscht kann sie hören die Stille die nur von dem Wellenschlag des Ozeans unterbrochen wird, das andauernde atmen des Meeres.

Steinkunst

Grau sind die Felsen, im Sonnenlicht erwacht aber ein Leuchten in Ihnen und um sie herum und ein angenehmes und warmes gelb-orange scheint aus ihnen zu strahlen. Sie sind überall, im Meer, an der Küste und auch im Land. Oft sind sie zu irren Formationen angehäuft die unwirtlich auf die See hinausstarren, schon seit Menschengedenken tun sie das und sie sagen uns wie klein die Menschen sind, denn sie haben bereits so viel gesehen, so viel erlebt wie wir es gar nicht erfassen können. Es bleibt uns verschlossen, es sind ihre Geheimnisse und so wird es auch bleiben

Frischer Fisch direkt vom Kutter
Frischer Fisch direkt vom Kutter

In einer geschützten Bucht liegt der kleine Hafen. Es ist Ebbe, die Fischerboote dümpeln hier tief unten an der Kaimauer und die Freizeitskipper lassen ein Schlauchboot auf der Slip zu Wasser und freuen sich auf eine Angelfahrt. Ein paar Alte diskutieren über Gott und die Welt. Wenn man zur rechten Zeit hier ist kann man auch eine Fahrt auf einem Ausflugsschiff mit machen das zu der Festungsinsel Château du Taureau in der Bucht vor Roscoff liegt dann ist hier kurzfristig etwas mehr los aber wenn das Schiff den Hafen verlassen hat dann kehrt wieder diese gelassene Ruhe ein.  Aber auch Nachmittags wird es geschäftig wenn die Fischkutter wieder ihren Heimathafen ansteuern. Aus allen Ecken und Enden strömen Menschen herbei, Autos rollen auf den Parkplatz und es deutet auf ein besonderes Ereignis hin. Wochentags, außer Montags, verkauft hier die Fischerfamilie des Kutters  Les Tontons Flingueurs ihre fangfrischen Fische. Für Fischliebhaber ist es ein Paradies!

Kutterfriedhof

Wie sonst auch überall in Europa verschwinden aber auch immer mehr der kleinen Fischkutter. Di ganzen Auflagen, das Risiko und die harte Arbeit schrecken wohl viele Junge Menschen davon ab die Tradition ihrer Väter weiter zu führen. Am Ortseingang liegen zwei imposante Kutter und zerfallen langsam aber sicher. Es ist die typische Ruhestätte für die Boote in der Bretagne und jetzt in der modernen Welt zu Touristenattraktionen aufgestiegen. Wenn einem etwas an diesen Booten liegt, kann man auch eintauchen in die Energie die sie noch ausstrahlen, aus ihrem Leben als stolze Schiffe mit ihren stolzen Fischern!

Gegenüber, auf der Nordöstlichen Seite des Hafens schiebt sich der bekannte Pointe de Primel in das Meer und die rosa Granitblöcke leuchten in der Sonne mit einem fahlen Schimmer und ergänzen sich so malerisch zu dem azurblauen Wasser des Atlantiks.

Allerdings muss man es selber erlebt haben, die Farben wahrgenommen, der Stille und den Wellen gelauscht haben, den Wind in den Bäumen und die Unendlichkeit des Meeres gespürt haben. Mit Worten kann man es nicht beschreiben.

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