Ein Ausflug in die bunte Welt

Wir wollten ja schon lange, aber jedes mal kam irgend etwas dazwischen, zuletzt war es die Lichtmaschine die nicht wollte und einen Tag Fehlersuche von mir abverlangte, bis ich das gebrochene Kabel gefunden hatte. Heute aber stand unserem Ausflug nichts im Weg, nein kein Weihnachtsmarkt, wir wollten nur mal zum CITTI Park in Lübeck, weil es bei CITTI irgend etwas geben soll was es in Bad Oldesloe nicht gibt. Was es war habe ich vergessen, war da überhaupt etwas oder wollten wir nur mal raus aus Bad Oldesloe? Egal, wir biegen also rechts auf das Gelände und mich trifft tiefes Entsetzen, da wo mein Freiluftparkplatz einmal war ist jetzt ein Überdachter. Ich frag Heike warum die hier wohl ein Dach drüber gebaut haben. „Weil man da oben drauf auch parken kann“. Ihre Antwort fand ich irgendwie einleuchtend, aber gefallen tut mir so etwas nicht. Ich mag keine Parkhäuser, auch wenn dieses Exemplar etwas großzügiger angelegt ist und man nicht nur im Kreis rumeiern muß. Also stapfen wir los, vorbei an einer endlosen und hohen Hauswand mit vielen Türen, die aber nur für das Personal oder im Notfall zu benutzen sind. Also weiter Richtung Norden und endlich, bei ein paar mickrigen Weihnachtsbuden mit Holzhackschnitzel als dekorativer Bodenbelag, kommen wir an den Eingang, der von einem Schwarm paffender und laut labender Menschen belagert wird. Wir sind für Stadtverhältnisse recht früh und die meisten Läden haben noch nicht offen. In der großen Halle, oder sollte ich lieber sagen Gang, blinkert und glitzert es als wenn zehn Weihnachten vor der Tür stehen. Na ja, ehrlich gesagt ist es ja ganz hübsch so ein Glitzerkram aber mir glitzert es entschieden zu viel. Also erst mal zum CITTI rein. Heike schert gleich bei den Keksen aus und kommt mit einer Packung englischer Kekse wieder. Die mag unser Nachbar so gerne und es soll sie nur hier geben. Also gut, dann haben wir ja bereits ein Tagesziel erreicht, die Nachbarkekse. Über uns bammelt ein gigantischer Adventskranz mit mindestens drei Metern Durchmesser. Ich gehe lieber beiseite, man weiß ja nie ob die Spaxschrauben halten. Heike zerrt mich am Ärmel und zeigt mir eine Schokolade, eine Riesenschokolade die mindestens 3 Kilo wiegt, ich verdrehe nur die Augen. Einen Gang dann weiter zerre ich Heike am Ärmel, die Konserven sind erreicht! Hier gab es mal ganz leckere Peperoni, aber die sind schon lange aus dem Programm. Also schnappe ich mir ein drei Kilo Glas, die sind aber richtig scharf, also nix mit locker wegmüffeln. Das Weitere ist eigentlich nicht weiter erwähnenswert, etwas Biogemüse, das Meersalz aus der Guerande im praktischen Pappstreuer haben sie auch nicht und den ganzen Rest bekommen wir mittlerweile auch in Bad Oldesloe. Jetzt wird es interessant, die Geschirrabteilung, den ganzen Krempel den man eigentlich nicht braucht wenn man eine Bratpfanne und einen Topf hat. Na gut, eine Küchenmaschine haben wir auch, die war ein Hochzeitsgeschenk und unseren Powermixer für Smoothies den wir wirklich oft benutzen möchten wir wirklich nicht missen. Wozu man einen Toaster im Retrolook für knapp 300,- € braucht ist mir ein Rätsel oder die Feuerroten Monsterbräter mit wohlklingendem französischem Namen für bummelige 200,- €. Wobei man für den Transport zusätzlich noch eine Sackkarre  braucht. Was wir nicht finden ist ein ganz gewöhnliches Glas um Sprossen zu ziehen, so ein Dingens für 5 Sternentaler. Ich gugg noch bei den Messern, o.k. ich kann mein Geld auch in sinnvollere Sachen investieren und muß dann nicht aufpassen das dem guten Stück die Klinge schartig wird. Ich schaue Heike an und ihr Blick entspricht wohl dem Meinen. Raus hier, aber schnell!. Ich schleppe die paar Sachen, überwiegend Grünzeugs zum Auto und Heike schaut sich derweil im Klamottenladen Hose & Mieder um. Als ich wieder komme ist sie auch schon fertig, die aktuelle Wintermode ist schlichtweg doof. Einen haben wir noch, den Media Markt. Wir brauchen nix, aber guggen schadet ja nicht. Wir zwängen uns an einer Meute im Rentenalter vorbei, die sich an den neuesten Smartphones weiden. Ungläubig stehen wir vor den riesigen TV’s mit Dolbysonstwas Beschallung. Für solch ein Monster braucht man ja einen Tanzsaal damit es einen nicht erschlägt. Nach geschlagenen zehn Minuten ist unsere Geduld zu Ende. Wir schieben zurück zum Auto, vorbei am Wurststand, dem Fotostand bei dem man sich man mit dem Weihnachtsonkel zusammen fotografieren lassen kann, sozusagen ein externes Weihnachtsmannselfie und anderen Ständen die uns gerne etwas aufschwatzen möchten.
Jetzt sind wir wieder zu Hause, mit unseren Keksen, den Pepperonis, dem büschen Grünzeugs und zwei Taschelämpchen und ne Schaumstoffwurst vom Decathlon und haben zufrieden festgestellt das dieser ganze blödsinnige Rummel nix für uns ist.
Ich liebe es, einen Tee, ein paar Kekse am Nachmittag, was wollen wir mehr!

Habt alle einen schönen dritten Advent

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