Eine schlaue Entscheidung?

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In der Barranco Castilleros

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Irre Szenerie

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Welch ein Farbenspiel!

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Bärenhöhle?

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Kein Bär zu Hause 🙂

Mit dem Fahrrad kann man sich ja bekanntlich recht bequem und flott fortbewegen, jedenfalls im Vergleich mit gehen.
Ich hab da mal wieder eine klasse Idee. Mich juckt es ja schon einige Tage das Tal zur Sierra Lujar zu erkundschaften, das Teil wo es zur Mine herauf geht. Den Weg da hin will ich zeitlich etwas abkürzen, mit dem Fahrrad versteht sich. Das Stückchen auf der Straße ist kein Problem aber die Steigung vermiest mir den richtigen Fahrspaß zudem mir noch eine Horde schnatternder Rennradfahrer, natürlich Bergab und mit sagenhaftem Speed, entgegenkommen. Ich versuche zu lächeln und keuche ein schräges „hola“ aus mir heraus, das dadurch sogar recht spanisch klingt. Für mich ein absolut demotivierender Moment. Es dauert aber nicht lange und links geht es in die Schlucht hinein. Ich schaue noch mal kurz zum Rio Guadalfeo hinunter der sich hier Richtung El Morreon tief unten entlang windet. Ein toller Anblick! Aber ich will ja in die Schlucht. Zuerst kann ich ja noch fahren aber bald wird die Steigung richtig fies und der Weg ist von den Lkws, die von und zu der Mine fahren, ziemlich demoliert. Da hilft nur schieben! Seltsam, aber ich habe den Weg nicht so steil in Erinnerung, vielleicht ist der Berg gewachsen? Bei dem geschiebe merke ich wie schwer es ist ein Fahrrad mit zwei Packtaschen bergauf zu schieben! Ich verfluche den Tag an dem ich die blöde Idee hatte mit dem Fahrrad…. Na ja, aus Fehlern lernt man heißt es ja so schön, aber so lange der Fehler andauert ist es doch ziemlich nervig und so ergebe ich mir dem Schicksal und freue mich wenn ich nachher zurück fahren kann. Irgendwann komme ich tatsächlich an dem Wegende an. Von hier geht nur noch eine Fahrspur im Dickicht weiter, natürlich zu steil zum fahren! Endlich sehe ich eine Staustufe an der ich das Fahrrad anketten kann und zu Fuß weiter laufe. Jetzt macht es wieder Spaß, es ist zwar schwierig zu gehen hier, wegen dem ganzen Schotter, aber er liegt recht fest. Es ist ein gigantisches Panorama zwischen diesen Steilwänden, die unten in Schotterbetten auslaufen und der schmale Grund mit spärlichen Pinien, anderen Bäumen und garstigem Gestrüpp bewachsen sind. Es ist unglaublich still hier und nur ein paar Vögel sind zu hören. Ob es hier Bären gibt denke ich als ich zu einer kleinen Höhle heraufklettere? Ich beruhige mich mit dem Gedanken das wir noch keine Sommerzeit haben und Bären ihren Winterschlaf machen. Ob die Höhle mal bewohnt war, denn die Decke ist schwarz von Ruß? Aber was will man hier? Es waren sicher junge Leute oder Pfadfinder oder ein deprimierter Jäger denke ich mir. Die Schlucht geht noch Kilometer weiter und ich mache mich auf den geordneten Rückzug. Ich freue mich wenn ich mit dem Fahrrad den Weg herab rauschen kann. Zuerst geht es ja aber auf der kaputt gefahrenen Piste kriegt die Kiste so eine Geschwindigkeit drauf das ich nur noch wie ein blöder bremsen muss. Es hilft nichts, ich muss herunter schieben. Auch weitere zahlreiche Versuche scheitern und die Bremsbeläge lösen sich zusehends auf. Fast am Ende des Tals ist eine kleine Umladestation an der die Lkws, die von der Mine runter poltern, ihr Schüttgut in Sattelzüge umkippen um wieder ihre staubige und steile Fahrt nach oben anzutreten. Dort jedenfalls lümmeln drei Arbeiter rum die mich anschauen als ob ich ein Marsmensch bin. Ich krächze wieder ein freundliches „hola“ heraus aber ich warte vergebens auf eine Antwort. Entweder haben sie noch nie solch einen (grau)blonden schiebenden Radfahrer hier gesehen oder sie dachten ich komme vom Mars. Egal, die Straße ist nahe und ich sause endlich nach unten, auf dem Fahrrad versteht sich und mir kommt tatsächlich ein Rennradfahrer entgegen! Bergauf und keuchend! Welch ein überlegener Genuss! Schade nur das solche Momente nur kurz andauern!

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