Hinkelsteine, ein Schloss und was noch so los ist

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Sonnenaufgang in Rohu

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Der Leuchtturm La Teignouse und im Hintergrund die Belle Île

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Aussicht aus dem Schlafzimmer

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Der Dolmen von Le Cosquer

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Der Dolmen von Le Cosquer

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Das Schloss von Quiberon

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Das Schloss Turpault

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Der Seenotkreuzer

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Schiffe bergen

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Entenwohnwagen

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Klasse gemacht!

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Zu Hause in Rohu

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Heike freut sich über die Nussbrötchen

Wenn man mit dem Fahrrad fährt kann man viel erleben. Ich will in Richtung Etel, immer an der Küste den Voie Vert No. 5 (Fahrradweg Nr. 5) entlang, so weit wie mich die Lust treibt. Es geht durch das Dickicht von Quiberon und Saint Pierre de Quiberon. Es ist ein Durcheinander von Farnkraut, Brombeeren und wer weiß was noch für dorniges und garstiges Gestrüpp, abgegrenzt von Steinmäuerchen die aus Zeiten stammen wo hier noch etwas angebaut wurde. Mittlerweile findet man hier viele Freizeitgrundstücke mit Wohnwagen oder Mobilheimen, in dieser Jahreszeit sind fast alle unbewohnt. Zwischen Kerhostin und Penthiévre muss ich kurz die Straße benutzen weil es hier nur die eine Straße gibt und das Fort in dem sich immer noch die französischen Soldaten für ihre Fitness abplackern müssen. Wir nennen diesen Abschnitt „Die enge Stelle“ In Penthiévre geht der Fahrradweg dann parallel zur Straße weiter. Nicht gerade romantisch aber sicher und bequem, bis auf einige Baumwurzeln die den Asphalt hoch drücken. Kurz vor Plouharnel geht es zu zwei Strandparkplätzen und ich will am alten Wachturm aus Hitlerzeiten den Weg etwas abkürzen. Aber mir versperrt ein Schlagbaum den Weg auf dem ein Zettel pappt mit irgendwelchen Zeiten und Tagen zu denen man hier wohl nicht weiter darf. So etwas macht mich aber neugierig und ich umfahre die Sperre. Ach ja es ist militärisches Gelände, zu normalen Zeiten betretbar, aber wenn hier Krieg gespielt wird wohl nicht. Am alten Betonwachturm steht dann ein Mann mit gelber Warnweste und Funkgerät und macht mir deutlich das ich umkehren soll. Na dann zur Straße zurück. Beim Musée de la Chouhannerie biegt der Radweg nach Westen wieder zum Meer hin ab. Über mir dröhnen zwei Miragebomber die hier so genannte simulierte Bombenabwürfe üben, ein Höllenkrach! Da steht schon wieder ein Typ mit gelber Weste dieses mal mit einer Schrotwumme im Arm, er grüßt nur nett und nimmt keine weitere Notiz von mir. Auf dem Weg weiter stehen überall Männer in Warnwesten und Flinten rum und irgendwo kläffen auch Jagdhunde, zudem dröhnen die Mirage weiter. An der Wegkreuzung zum Plage de St. Barbe erwartet mich wieder ein Typ und lässt mich schon wieder nicht durch! Was ist hier Los, Jagd oder Kriegsspielen, oder Beides? Ich möge doch bitte die zwei Kilometer entfernte Straße benutzen. Auf Straße hab ich keinen Bock, überquere sie nur und folge einem Wirtschaftsweg Richtung Ploemel. In Le Cosquer erwartet mich ein schöner Dolmen den unsere fernen Vorfahren sicher nicht aus langer Weile gebastelt haben. Hier beschließe ich nach Osten abzubiegen, um Richtung Carnac zu radeln. Mitten zwischen den Alignements de Carnac (Steinreihen aus Megalithzeiten) komme ich wieder heraus und steuere mal den Lidl an um zu schauen ob die zur Mittagszeit noch frische Nussbrötchen haben, weil in dem mickrigen Lidl in Quiberon gibt es sie nicht. Ich sacke also 15 Stück ein und mache mich weiter, jetzt zurück an der Küste der Austerndörfer, nach Plouharnel. Ab dort nehme ich den Schleichweg über den verlassenen Campingplatz zum Sable Blanc, und dann immer weiter an der Ostküste der Halbinsel bis nach Hause in Rohu und Heike nimmt die Brötchen mit Freuden an, denn es ist eine schöne Abwechselung zu dem französichen „Wabbelbrot“ (Baguette). Nachmittags fahren wir noch einmal nach Quiberon rein und bummeln am Hafen bis hin zum Schloss das immer wieder ein Hingugger ist. Zurück auf den Campingplatz Rohu, liegt quasi vor unserem Auto ein Segelboot auf dem Strand. Klasse schon wieder ne Bergungsaktion in Sicht. Abends kommt dann die Flut und der Seenotkreuzer zusammen mit dem Schlauchboot und bergen das bei dem starken Wind losgerissene Segelboot. In der Zwischenzeit hat sich ein weiteres Highlight auf dem Campingplatz eingefunden, ein kleiner selbstgebauter Entenwohnwagen. Auf Quiberon ist fast immer was los. 🙂

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