Lübeck einmal anders

Das Holstentor in der Wintersonne

Die Tage um den Jahreswechsel waren ausgesprochen schön und nach den vielen wolkenverhangenen Tagen ist es eine wahre Freude die Sonne genießen zu können.

Wir hatten Südweststurm, Zeetje war der Name, und somit auch Niedrigwaaer in der Ostsee. Warum? Das ist ganz einfach. Bei Südweststurm wird das Wasser nach Nordosten gedrückt in Richtung Baltikum. Wenn der Sturm dann nachlässt wollen die Wassermassen natürlich wieder zurück und so schwappt das aufgestaute Wasser mit Macht wieder zurück. Extrem gefährlich wird es wenn der Sturm nicht nachlässt sondern einfach auf Nordost dreht, dann treibt der Sturm die Flut noch zusätzlich vor sich her und es kann zu extremen Sturmfluten kommen, wie die schwere Sturmflut von 1872 die mein Urgroßvater in Großenbrode noch miterlebt hatte. Mein Vater erzählte mir das nur so viele Menschen überlebt hätten weil fast jeder einen Kahn am Haus hatte.

Wasserspiegelung

In Lübeck wurde also auch wieder Hochwasseralarm geben. Sollten wir vielleicht zum Vormittag nach Lübeck an die Obertrave? Sie liegt sehr tief und Hochwasser gehört dort bei den untersten Häusern zum Leben.
Wir parken wie gewohnt auf der Walli und spazieren über die Fußgängerbrücke bei der MUK. Das Wasser reicht schon fast zur Oberkante der Kaimauer und in der Einmündung Beckergrube drückt das kühle Naß aus den Gullideckeln

Als wir zum Holstentorplatz kommen und zur Obertrave blicken können, ist dort bereits die Straße überflutet. Die Feuerwehr ist vor Ort, Sirenen heulen die ganze Zeit und von irgendwo hören wir Lautsprecherdurchsagen.

Paddeln zwischen Blumenpötten

Wir wandern weiter auf höher gelegenen Straßen gen Süden und schauen in jede Querstraße runter bis zum kleinen Bauhof. Hier endet auch die Obertrave und das Gelände steigt wieder an.

Die Menschen die hier leben kennen das Hochwasserproblem und so wundern wir uns nicht das sie hier mit Wathosen und langen Gummistiefeln ausgerüstet sind. Die Hauseingänge sind mehr oder weniger professionell verrammelt und überall sieht man die Anwohner beim Wasserschippen.

Die Polizei und die Abschleppunternehmen kümmern sich um die Fahrzeuge die nicht rechtzeitig aus dem Gefahrengebiet entfernt wurden und mehr oder weniger geflutet wurden.

So gegen 13:00 Uhr scheint der Pegel leicht zu fallen und wir begeben uns auf den Heimweg. Kaputt vom vielen Laufen aber vollgetankt von der lieben Sonne und den ganzen Eindrücken.

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