Ohne Wenn und Aber

Eucaliptus019

Wegkreuzung im Ebrodelta

Heute ganz früh am Morgen hab ich mal herausgeschaut und den herrlichen Sternenhimmel genossen, der hier nur von wenig künstlichem Licht getrübt wird. Diese Weite von Horizont bis Horizont ist gigantisch. Ja, und dann ist da noch der Mond, man könnte die schwach rot-leuchtende Sichel im Osten fast übersehen. Und trotzdem steht er majestätisch über dem Meer, dieser kleine Himmelskörper, der es schafft riesige Mengen des Meeres hin und her schwappen zu lassen, immer wieder, Tag für Tag und Jahr für Jahr, schon seit ewigen Zeiten. Es ist frisch und ich verkrieche mich schnell wieder unter der warmen Bettdecke. Für ein Foto, das sicher richtig gut kommen würde, bin ich zu träge, das macht aber auch nichts, es ist so in Ordnung und wenn es sein soll kommt das Nachtfoto trotzdem noch, irgendwann.
Der Morgen beginnt mit herrlichem Sonnenschein und absoluter Windstille, ideal für eine Fahrradtour durchs Ebrodelta. Das Licht ist magisch und die aalglatten Wasserflächen sind für Fotos einfach ideal. Doch das Schauspiel währt nicht lange und die ersten Wolken schieben sich vor die goldene Scheibe. Es ist schade, denn die Farben der Landschaft können nur mit dem Sonnenlicht ihre volle Kraft entwickeln. Aber das sind die Dinge in unserem Leben die wir nicht beeinflussen können. Statt dessen erleben wir die Natur mit den anderen Sinnen um so mehr, wie die Unterhaltungen der Vögel die irgendwie wie am Meldorfer Speicherbecken in Dithmarschen klingen, oder das ganz leise rascheln der riesigen Bambuspflanzen im Windhauch. Alles passiert hier sehr bedächtig, die Menschen sind hier von der Natur abhängig, und die hat es überhaupt nicht eilig. Einige Reisfelder liegen noch trocken, aber anscheinend sind es die Letzten, denn sie werden jetzt alle geflutet und das Wasser strömt ganz langsam und bedächtig darauf. Es ist ein verblüffendes Bewässerungssystem und wir wundern uns das das Wasser des Ebro so reibungslos bis zum letzten Feld geleitet wird. Alles hier ist von dem Reisanbau geprägt, aber die Meisten haben nebenbei auch noch ein Gärtchen die wirklich liebevoll gehegt und gepflegt werden. Als wir ende Januar hier ankamen wurde gerade der Blumenkohl geerntet, jetzt sind die Artischocken dran. Es ist erstaunlich wann hier was zu ernten gibt.
Die liebe Sonne hat sich jetzt schon wieder zur Ruhe begeben und wir werden ihr recht bald folgen, natürlich nach unserem Gute-Nacht-Eis!

 

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