Das Pipicaca-Projekt 2.0

Kaum sind wir wieder zu Hause angekommen haben wir uns auf dieses sehr erfreuliche Thema gestürzt. Den einführenden Beitrag findet ihr hier: Drück mich.
Bisher haben wir immer ein PortaPotti benutzt, aber wenn man länger autark stehen möchte sind die Reserven bei dieser Lösung doch recht schnell erschöpft und wir mussten uns einfach zu oft um eine Entsorgungsmöglichkeit kümmern. Vom Volumen her sind die flüssigen Bestandteile das größte Problem, da es in weit aus größeren Mengen anfällt.
Also muß zwischen fest und flüssig getrennt werden. Die Firma Separett bietet dafür viele Möglichkeiten, vom ganzen Klo bis zum Trennsitz. Wir nehmen nur den Trennsitz und basteln uns den Rest selber zusammen.
Wir haben fast alles in der Halle herum liegen, aber leider ist der Tank den wir noch haben fünf Zentimeter zu lang. Also musste ein neuer her und den haben wir direkt vor die Hinterachse gebaut unter dem Klo. Das Sitzgestell ist aus Sperrholz und so ist es weiter kein Problem, nur das noch die Gasleitung etwas verlegt werden muß und den Spritzschutz der Hintersachse habe ich auch gleich noch höher angebaut.
Eine Entlüftung haben wir noch nicht, denn wir glauben das wir auch ohne auskommen. Der Eimer hat einen ziemlich gut schließenden Deckel und den Beutel, dar in den Eimer kommt,  kann man nach dem Geschäft ja auch zügig entsorgen. Mal sehen, denn wir fahren am Sonntag nach Flensburg und da können wir das praxisgerecht ausprobieren. 🙂

Die Kloschüssel

Pipicaca002

Das Kackaeimer

Pipicaca003

Der Pipitank

Veröffentlicht unter Bastelecke | Kommentare deaktiviert für Das Pipicaca-Projekt 2.0

Nichts Los in Orgiva?

Orgiva und die Alpujarras hat uns wieder in den Bann gezogen. Eine Platznachbarin sagte: Hier sind so wundervolle Energien! Ja stimmt, der Energielevel ist hie wirklich außergewöhnlich hoch. Wie anders ist es möglich das wir zwei von der See, wir zwei die die Weite, den unendlichen Blick auf das Meer, in die Ferne schauen können, diesen Ort im Tal zwischen der Sierra Lujar und der Sierra Nevada so lieben.
Die Zeit scheint hier keine so große Rolle zu spielen wie anderswo, die Berdürfnisse werden immer geringer und ich spüre wie auch mein Drang zum etwas „tun zu müssen“, von Tag zu Tag nachlässt.
Was wir so machen? Um Sonnenaufgang herum stehen wir auf, frühstücken gemütlich, daddeln auf Facebook herum und machen unsere Qui Gong Übungen. Oft ist es dann schon 10 Uhr. Meistens wandern wir in die Stadt zum einkaufen, Kaffee trinken und Tostada Tomate y Queso (Toast mit Tomatenpampe und Käse überbacken, darauf träufelt man Olivenöl) essen. Dann geht es wieder zurück, oder besser gesagt runter, von 450 auf 330 Meter und meist ist es dann schon so um 13 bis 14 Uhr. Wir schieben uns dann was zu futtern rein und machen unser Mittagsschläfchen. Wenn ich Lust habe scheuche ich mit dem Fahrrad noch einmal in die Stadt um schwere Sachen wie Wasser zu holen, oder am Guadalfeo im Flußbett entlang, dort ist es Menschenleer und das liebe ich! Das ist das Standardprogramm. Wir haben aber auch Freunde besucht, die „Anglo-Schweden“ in El Morreon oder Leyla und Tony oder Carol und Andy in Cigarrones. Mit Andy haben wir vereinbart im nächsten Jahr, oder besser gesagt, noch in diesem Jahr, zum Jahreswechsel, bei der Olivenernte zu helfen. Carol und Andy leben in Cigarrones unweit von Orgiva auf der Cortijo Vera und bewirtschaften den Hof unter ökologischen Gesichtspunkten und nach der „Off the grid“ Philosophie. Bei Carol und Andy haben wir das bisher bestschmeckendste Olivenöl bekommen und von Tony traumhaften Honig.
All dies zusammen, die wundervolle Region der Alpujarras, die Menschen und das ruhige Leben hier, strahlen diese wundervollen Energien aus und man fährt von ganz alleine die eigene Maschine herunter ohne dabei im Nichtstun zu versickern. Neue Ideen entstehen, liebevolle Menschen treten in unser Leben und wir können geben und nehmen, in Liebe und Dankbarkeit.

Jetzt kommen einfach ein paar Bilder, locker zusammengetragen um euch die Magie näher zu bringen, die Schönheit aber auch die Kräfte der Natur.

Klicke auf ein Bild um die Galerie zu öffnen
Veröffentlicht unter Spanien 2017 | Kommentare deaktiviert für Nichts Los in Orgiva?

Neue Wege entdecken

Orgiva und die Schneegipfel der Sierra Nevada

Ich bin ja immer auf der Suche nach neuen Wegen, Wege die auf keiner Karte vorhanden sind, die man aber auf Google Earth entdecken kann.

Aragonit (ein Mineral)

Es ist wohl so ein kleiner Entdeckerinstinkt der in mir schlummert und wenn ich es noch mit moderner Technik kombinieren kann ist das richtig rund. Mit Technik meine ich ein GPS Gerät das auch Tracks aufzeichnen kann, was ja heutzutage jedes Smartphone mit entsprechender App im Gepäck hat. Ich benutze dafür allerdings ein Garmin Dakota, da es viel weniger Strom verbraucht. Zu Hause lade ich die Tracks zu OpenStreetMap hoch und vervollständige das zugrunde liegende Kartenmaterial, das übrigens frei zugänglich ist. Hier findet ihr die Route
Seid ihr bereit? Dann kann die Reise ja los gehen, aber vorher möchte ich euch doch noch sagen wohin die kleine Reise geht. Gegenüber vom Campingplatz gibt es den Sendero de los mineros, also den Minenwanderweg und dann zurück über einen hoffentlich auffindbaren Weg herunter zum Stausee Embalse de Rules.
Kurz nach neun breche ich auf und muß ein Stück an der Landstraße entlang gehen, über die Siebenaugenbrücke und durch den kleinen Straßentunnel. Dann aber kann ich über eine Wiese ausweichen und parallel zur Straße laufen bis sich eine tiefe Schlucht links auf tut. Hier geht eine Piste von der Straße ab, die zur Mine herauf führt. Schwere LKW bringen hier Schotterladungen herunter die auf Straßenfähige LKW umgelden werden. Der Wanderweg zweigt von der Umladerampe ab und geht oberhalb der Straße entlang, immer weiter Richtung Süden. Rechts von mir liegt tief unter mir die Straße an einem jähen Abgrund. Viele Pinien begleiten mich hier unten noch, die aber immer weniger werden, je weiter sich der Weg nach oben schlängelt.

Die steile Schotterstrecke

Piste der Minengesellschaft

Minenmonster

Minenmonster mit Traumaussicht

Der Pfad zum Schacht

Ruine der Bergbaugesellschaft

Überall Reste alter Bergbautätigkeiten

Ich bin glücklich!

Das letzte Stück ist nicht einfach zu laufen, es ist in zwei Abschnitten schnurgerade, sehr steil, so das ich auf dem losen Schotter mit den Füßen nur schwer Halt finden kann. Nach zweieinhalb Stunden erreiche ich dann die Minenpiste wieder. Jetzt genieße ich erst einmal in Ruhe den Ausblick auf Orgiva und die Sierra Nevada und stärke mich mit einer Apfelsine. Die Aussicht ist fesselnd, ich könnte hier stundenlang sitzen und schauen, aber mein Ziel liegt ja noch vor mir. Würde ich dem Wanderweg folgen käme ich wieder zu meinem Ausgangspunkt an der Straße zurück. Ich nehme aber die entgegengesetzte Richtung, die weiter bergauf führt. Den ersten Teil kenne ich schon vom letzten Jahr und da sind sie dann ja auch wieder, diese komischen Monsteruntertagemaschinen. Aus einem Schacht kommt auch tatsächlich solch ein Teil heraus geschossen, quasi aus dem Nichts, mit einer Fure voll Schotter, der Fahrer sitzt tief und quer zu dem Gefährt, so kann er in beide Richtungen fahren, denn wenden ist wohl nicht im Stollen. Fluorid wird hier abgebaut und zur Weiterverarbeitung irgendwohin gekarrt. Ich mach mich aus dem Staub, bevor ich von dem Monster noch plattgefahren werde. Weiter geht es an alten Ruinen, Schotterhaufen und halb verfallenen Schächten aus alter Zeit.
Schließlich komme ich an eine Stelle an die ich mich noch erinnern kann, hier geht ein Trampelpfad von der Piste ab, er ist gut begehbar und anscheinend wird er auch ab und an benutzt. Ich freue mich schon etwas noch etwas Neues entdeckt zu haben, denn der Weg ist richtig toll. Er ist schmal, und über mir hängen die fetten Felsen, hoffentlich plumpsen die nicht gerade Heute herunter! aber wie es so ist endet der Weg an einer schmalen Ebene, von der eine alte Mine abgeht. Sie geht schnurgerade in den Berg hinein und man sieht noch das hier mal eine Lorenbahn war. Zu weit hinein gehe ich aber nicht, habe aber Hoffnung das es einen Ausgang auf der anderen Seite des Berges gibt. Wupps ist schon ein weiteres Projekt geboren, aber mein Ziel ist ja ein Anderes heute. Was der Ausgang hier am Steilhang soll verschließt sich mir, da hier nur der schmale Pfad her reicht. Allerdings finde ich auch verrostete Stahltrossen. Vielleicht gab es hier mal eine Seilbahn? Der Trampelpfad geht noch ein Stück weiter, wird aber durch ein fieses steiles Schotterfeld durchbrochen. Mir ist die Sache nicht geheuer, nachher geht es abwärts mit mir in das Barranco del muerto (Schlucht des Todes)! Also geht es wieder zurück zur Piste.
Langsam nähere ich mich dem Abzweigspunkt und ich schaue auf GoogleMaps ob ich noch richtig liege. Ich habe gerade die höchste Stelle mit 1300 Metern erreicht und zum Glück hat man in Spanien fast überall Mobilfunkempfang. Endlich, an einer Wegkehre, wo gerade ein Bohrgerät Mittagspause macht, erreiche ich die abzweigende Piste in das Tal. Ab jetzt geht es wieder bergab, Die Piste verdient eigentlich nicht ihren Namen, denn um sie zu befahren braucht man schon ein sehr gutes Allradfahrzeug. Es geht abwechselnd in dem trockenen Bett, dann wieder am Berghang runter. Ich komme immer weiter nach Westen, also von Orgiva weg, der Weg wird also immer länger…. Die Piste verändert sich jetzt, sie schlängelt sich und verlässt die Schlucht um ostwärts Richtung Orgiva abzubiegen. Es wird wieder waldiger und die Straße zeigt sich auch wieder, tief unter mir. Es ist noch eine ganze Ecke bis ich endlich die Straße erreiche. Ein Stück muß ich ihr folgen um dann einen kleinen steilen Weg zum Ufer des Stausees, Embalse de Rules, einzuschlagen. Ufer ist gut gesagt, das hat sich nach Westen verzogen weil er nur zu 60% gefüllt ist. Jetzt ist der Rückweg eine Lachnummer, ich muß bei El Morreon einmal den Rio Guadalfeo überqueren  und dann sind es nur noch ein paar Kilometer nach Hause. Dieses mal schaffe ich es sogar noch vor Anbruch der Dunkelheit und reichlich kaputt nach den 26 Kilometern zu Hause anzukommen.
Es war wieder eine tolle Wanderung mit phantastischen Bildern hinüber zur Sierra Nevada. Ich werde es nie vergessen!

Veröffentlicht unter Spanien 2017 | Kommentare deaktiviert für Neue Wege entdecken

Eine Fahrt durch die Alpujarras

In Roquetas de Mar habe ich mir doch tatsächlich eine sogenannte „Actioncam“ gegönnt. Der Hauptgedanke liegt eigentlich da drauf das sie ein Wassergeschütztes Gehäuse hat. So kann ich dann endlich bei rauem Wetter an der See fotografieren und kleine Videos drehen ohne den guten Kameras durch die salzige Luft den Hals umzudrehen.
Was liegt also näher sie auch sofort auszuprobieren und da eine Saugnapfbefestigung dabei ist, habe ich sie hinter die Windschutzscheibe gepappt und die ersten Videos auf der Fahrt nach Orgiva gemacht. Eigentlich kann ich solche Filme aus dem fahrenden Auto nicht ab, da sie ungeschnitten grottenlangweilig sind, aber ich versuche es trotzdem mal mit diesem kleinen 5 Minuten Filmchen. Für die 87 km haben wir 2,5 Stunden gebraucht, also 34,6 km/h. Die höchste Stelle ist kurz hinter Trevélez mit 1572 m.
Es ist eine traumhafte Strecke und das Video kann nur einen Bruchteil des Erlebten wiedergeben. Viel Spaß beim Schauen (externer Link zu YouTube):

Veröffentlicht unter Spanien 2017 | Kommentare deaktiviert für Eine Fahrt durch die Alpujarras

Ortswechsel

Roquetas de Mar

In Rodalquilar haben wir uns so richtig festgesaugt, wir, damit meine ich die Basismannschaft, bestehend aus vier Wohnmobilen. An einem Tag wurde es voller, weil unten am Wasser mal wieder ausgefegt wurde und am nächsten Tag wurde es schon etwas ungemütlich voll. Das bedeutet jetzt nicht das wir etwas gegen andere Wohnmobile haben, aber auf den freien Plätzen ist irgendwann das Limmit überschritten. Es ist ein imaginäres Limmit, ein Gefühl das man bald selber abhauen sollte weil das nicht lange gut geht und sich daraus ein Eigenleben entwickelt. Ein Tag darauf war die Welt aber wieder in Ordnung und wir waren wieder unter uns. Das ist das Schöne an solchen Plätzen, das kaum jemand länger bleibt. Nun ja, wer fühlt sich zwischen Ruinen schon wohl?
Für uns kommt aber der Tag der Abreise und wir zotteln so langsam Richtung Roquetas de Mar, Decathlon einen Besuch abstatten, einem Elektronikkrempelladen und dem Lidl. Als wir die Autobahn runter fahren sehen wir am Strand die Wohnmobile stehen. Wir beschließen dort mal vorbei zu schauen, erst nach erledigten Einkäufen natürlich. Es ist ein, wie meist in Spanien, trostloser Platz wo mal etwas gebaut werden soll, übersät von Pfütze und massig Wohnmobile aller Couleur, von ganz Klein bis ganz Groß mit Anhänger für den PKW. Nun ja, in erster Reihe hat man den Blick frei auf den Strand, nur die Promenade stört, die sich zahlreiche Spaziergänger, Jogger Fahrradfahrer und Hundegassigeher teilen. Dafür wird extremes Kuschelcamping gerne auf sich genommen. Wir ziehen uns, wie es unsere Art ist, etwas weiter zurück und parken genau zwischen zwei Monsterpfützen, direkte Nachbarschaft ist so ausgeschlossen. Es ist schön auf der Promenade zu schlendern und in einem Café etwas abzuhängen. Aber nach zwei Tagen haben wir die Nase voll, denn das ist auf Dauer nicht unsere Welt.

Bei der Ermita de Padre Eterno

Blütenpracht in Orgiva

Mandelblüte in Orgiva

Auf die Sierra Nevada schauen

Wir machen uns auf die Fahrt nach Orgiva, nicht die direkte Tour via Autobahn, sondern die schönste Tour  über Berja und dann durch die Alpujarras, erst einmal zur Ermita de Padre Eterno. Das Wetter ist brilliant und wir schrauben uns hinter El Ejido die Berge hoch. Der Blick in den Rückspiegel ist genial, denn wer kann schon gleichzeitig auf zwei Meere schauen, auf das Plastikmeer und auf das Mittelmeer? Mit Plastikmeer meine ich die spanischen Gewächshäuser die aus einem Gerippe mit Plastikfolie bestehen. Hinter Berja wird es immer ruhiger auf der Straße, ab etwa 12 Uhr ist Siesta angesagt und wir können so gemütlich vor uns her fahren. Es ist eine traumhafte Strecke für den Preis das wir mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 35 kmh kaum von der Stelle kommen, aber das macht überhaupt nichts. Den höchsten Punkt unserer Reise errreichen wir kurz hinter Trévelez bei 1572 Metern. Trévelez ist übrigens eine der höchstgelegenen Gemeinden Spaniens. Unser Ziel erreichen wir aber erst als wir schon in Sichtweite von Orgiva kommen, bei der Ermita de Padre Eterno. Hier wollen wir übernachten und am nächsten Tag zum buddhistischen Zentrum heraufwandern. Leider nimmt der Wind, wie von Geisterhand während unsere Abendrunde, dramatisch zu und steigert sich langsam zu einem richtigen Sturm und wir sind froh als wir unsere „Wohnstube“ wieder erreichen. Unter uns das Tal von Orgiva und in der Ferne das Mittelmeer, das scheint ein richtiger Turbo für die Böen zu sein, die von unten das Wohnmobil „erschüttern“. Sturm macht uns eigentlich nichts aus, aber wenn die Karre zu vibrieren anfängt und es den Eindruck macht das der Aufbau sich beim schaukeln verwindet, dann ist es Zeit abzuhauen. Die Türen müssen wir zu Zweit festhalten und so machen wir uns lieber vom Acker und sind am frühen Abend auf unserem Campingplatz in Orgiva angekommen und hier ist es erträglicher als auf 1000 Metern Höhe und der Sturm nimmt noch weiter zu.

Veröffentlicht unter Spanien 2017 | Kommentare deaktiviert für Ortswechsel

Gold die Zweite

Im ersten Beitrag zum Thema Gold in Rodalquilar war ich auf die Verarbeitungsanlage Planta Denver eingegangen. Jetzt ziehen wir etwas weiter über eine staubige Piste und ergründen das Hinterland. Der große Regen um Weihnachten herum, hat auch hier heftige Spuren hinterlassen. Die eigentlich gut befahrbare Piste ist im ersten Bereich wirklich gut, dann aber ist sie durch die Regenmassen, die irgendwie immer den Weg zum Meer suchen, stellenweise über einen halben Meter ausgewaschen. Überall sind Felsen herabgestürzt und an einem Teil der Piste fehlt ein ganzes Viertel. Es ist sowieso viel schöner hier zu wandern als zu fahren. Überall sieht man Stolleneingänge in den Bergen, alte wahrscheinlich, denn sie sind recht klein, Ruinen von Gebäuden, Brunnenschächte und viele Wege die teilweise abrupt enden.
Ganz anders sieht es aus, wenn man von der Hauptpiste abbiegt und schnurgerade auf das Hauptabbaugebiet zu geht. Der Mensch hat sich hier mit seinen Maschinen eine Schneise in den Berg gefressen. Man hat sich in der modernen Welt wohl nicht mehr mit Schächten abgegeben, sondern einfach gleich alles abgebaut und zur Planta Denver Anlage, zur weiteren Verarbeitung, gefahren. Die Schächte aus alter Zeit klaffen wie leblose Augen aus dem Fels. Wenn man in den Hauptschacht hinein geht wird einem das ganze Ausmaß der früheren Buddelei gewahr. Es sind weitere Schächte in verschiedenen Ebenen angeordnet und vor mir tun sich elendig tiefe Löcher auf die ins Dunkel steil abwärts führen. Weit rein traue ich mich nicht, das spare ich mir für die Zukunft auf.
Hält man sich weiter rechts und geht den seitlichen Weg weiter, trifft man auf einen 250 Meter langen Tunnel, der mitten durch den Berg führt. Auf der anderen Seite ist ein Geröllfeld vom Abbau, keine Straße kein Nichts, was der Tunnel für einen Zweck haben sollte erschließt sich mir nicht, zumal er befahrbar ist. In dem Tunnel liegen Massen von Plastiksäcken mit Gesteinsmehl, Rainer meint das wären Bohrproben, weil die Tüten allesamt sorgsam beschriftet sind. Dann gibt es noch eine Etage höher das „Loch“, wie ich es nenne. Ich habe es gesehen als ich von oben den Weg herunter kam. Es ist mindestens dreißig Meter Tief und hat einen Durchmesser von vielleicht Zweihundert Metern. Von ihm gehen auch wieder Schächte ab, die aber meist verrammelt sind. Später entdecke ich noch einen Tunnel der in das Loch geht, auch befahrbar. Wie um Himmels Willen bekommt man solch ein Loch im Fels gebuddelt? Die Wände gehen steil neunzig Grad in die Höhe.

Ist es nicht erstaunlich zu was die Menschen fähig sind? Ich will das jetzt nicht verurteilen, da ich auch in diesem Räderwerk mit verschmolzen bin. Ich habe zwar keinen einzigen Klumpen Gold, aber in diesem Notebook, was ich jetzt bediene, ist Gold für die feinsten Leiterbahnen in den Microchips verarbeitet. Nachdenklich macht es mich aber auch.

Auf jeden Fall bin ich, wenn ich in Rodalquilar bin, im Rausch, nicht im Goldrausch, sondern im Rausch der menschlichen Vergangenheit, im Rausch der Berge und der Mineralien, der Farben und des Duftes der Kräuter.

Rodalquilar hat etwas magisches, ob es etwas ist das vom vulkanischen Ursprung her stammt weiß ich nicht, ist letztendlich auch egal. Auf jeden Fall hatten wir ein paar tolle Tage mit unseren neuen Freunden hier oben.

Klicke auf ein Bild um die Galerie zu öffnen
Veröffentlicht unter Spanien 2017 | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Gold die Zweite

Gold!

RodalquilarVerarbeitung005_004

Wir kennen das edle Metall beim Ehering, als Goldbarren (zumindest aus Filmen), aber wer meint man brauche nur nach Rodalquilar zu fahren um Goldklumpen zu finden der irrt.

In Rodalquilar wurde bis 1966 und von 1989 bis 1990 Gold gewonnen, aber zu einem hohen Preis, denn das edle Metall liegt hier nicht einfach herum, wie in Western gerne gezeigt wird, es ist sehr verstreut im Mineral gebunden. Deshalb mussten Massen an Gestein abgebaut und verarbeitet werden um an das Gold heran zu kommen, so etwa 10 bis 20 Gramm pro Tonne Rohmaterial. Das Gestein wurde in den Bergen hinter Rodalquilar in Stollen und im Tagebau abgebaut und zur Planta Denver Anlage transportiert, wo der Verarbeitungsprozess statt fand. Die Ruinen der Anlage stehen noch heute oberhalb des Ortes und zerfallen zusehends, genau so wie die Häuser und Wohnungen der 1400 Arbeiter. Jetzt leben hier gerade noch 195 Menschen.

Es wurde durch die Nationalparkverwaltung versucht den Ort touristisch zu beleben, doch so langsam verkommt es hier wieder, der Campingplatz ödet seit Jahren vor sich her und in der Gärtnerei scheint auch nichts mehr zu laufen.

Sehenswert ist das Geotouristische Zentrum, das eine ständige Ausstellung über die geologischen Verhältnisse und natürlich auch über den Bergbau beherbergt. Weiterhin sehr schön ist der botanische Garten, der die Vegetation des Nationalparks Cabo de Gata Nijar beschreibt.

Die Bilder versuchen zu zeigen das hier einmal richtig was los war und aber auch wie schnell es wieder vergessen werden kann. Im nächsten Beitrag versuche ich euch die Dimensionen des Abbaus bei den Minen näher zu bringen. Allerdings kann man das gigantische Gewühle und Gegrabe in Bildern nur zu einem kleinen Teil zeigen. Den Mund bekommt man nicht mehr zu wenn man selber vor Ort ist und dann nur noch staunt.

Klicke auf ein Bild um die Galerie zu öffnen
Veröffentlicht unter Spanien 2017 | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentare deaktiviert für Gold!

Wieder am Mittelmeer

LasNegras003_002

Große Wellen nach dem Regen

SanJuandelosTerreros003_001

Traumwetter unweit von Aguilas

SanJuandelosTerreros003_002

Eine kleine Traumbucht

LasNegras003_001

So sieht es in einer Rambla aus nach dem das Wasser abgeflossen ist

LasNegras003_003

Käffchen schlabbern am Mittelmeer

LasNegras003_004

Riesenwellen bei Las Negras

Es ist eine tolle Strecke von der Finca-Caravana bis nach Aguilas. Wir fahren keine Autobahnen, sondern nur Nebenstrecken über Yecla, Yumilla, Calavaca de la Cruz, Lorca, bis nach Aguilas. Am schönsten ist es zwischen Lorca und Aguilas, an der Stelle, an der sich das Mittelmeer vor uns ausbreitet, als wenn es am Rand der Küste steil bergab geht.
In Aguilas wundern wir uns das wir so wenige Wohnmobile sehen, denn normalerweise brummt hier immer das Leben. Der Grund ist schnell gefunden, um Aguilas herum stehen an den beliebten Plätzen Schilder mit diversen Gesetzen und einer Androhung von bummelig 1000 Euro Strafe. Alle Plätze sind gefegt leer. Auf dem neuen offiziellen Platz an der Tankstelle steppt der Bär, es ist uns dort zu voll und an unserer geheimen Stelle haben Deppen haufenweise Müll entsorgt. Also fahren wir weiter und hinter der Grenze Murcia / Andalusien scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Wir bleiben zwei Tage auf einem Platz mit Meerblick und Meeresrauschen um dann doch weiter zu fahren. Es wird uns zu voll und es wird mal wieder auf den Stühlen, direkt vor den auf Keilen stehenden Wohnmobilen, herumgelungert. Lange wird es nicht gut gehen. Die Bäckersfrau, die die auch in Vera kommt, erzählt uns das die Guardia Civil gerade ausgefegt hat. Wir wollen sowieso am Donnerstag zum Markt in Carboneras sein und ergattern in der City immer einen Parkplatz am Abend vorher, nicht schön aber gut gelegen und es ist sowieso Regen angesagt, für den Markttag sogar um die 30 Liter.
Es kommt aber anders, in der Nacht gibt es viel Regen und zur Marktzeit bleibt es fast trocken. Wir treffen hier unseren Freund Pedro beim Santero, unserem Stammcafé, zu einem Café con leche und einem Tostada tomate bevor wir uns in das Gewühle stürzen. Eigentlich hat sich auf dem Markt seit einem Jahr nichts verändert, nur das die Marktleute bei den kalten Temperaturen absolut keinen Bock haben. Wenn sie mit dem aufbauen bis Mittags fertig sind soll mich das Wundern. Die marokkanische Olivenfrau ist gar nicht erst gekommen… Mañana (Morgen) halt….
Anschließend fahren wir zu dem Parkplatz am Mesa Roldan, hier stehen wir immer alleine, warum der Platz immer leer ist wissen wir auch nicht. Wir können hier schön zum Mirador de la Playa de los Muertos und zum Mesa Roldan hoch wandern. In der Nacht regnet es immer wieder anhaltend und am nächsten Tag ist es nicht anders. Wir beschließen das wir uns den Wohnmobilplatz bei San José de Cabo de Gata anschauen, weil wahrscheinlich alle anderen Plätze abgesoffen sind. Die Idee haben anscheinend auch viele Andere und der Platz ist fast voll und uns gefällt das Ölsardinenfeeling überhaupt nicht. Außerdem kann man hier, außer vielleicht Radfahren, nichts weiter machen. Der Platz ist umgeben von Gewächshäusern und liegt an einer viel befahrenen Straße, eine Traumlage. Wir beschließen also nach Las Negras zurück zu fahren um dort auf dem Camping einzuchecken. Hier haben wir unsere Ruhe, wir können viel wandern und im Ort Kaffee schlabbern und Tostadas müffeln.
Heute, am Sonntag ist es den Tag über das erste mal seit Mittwoch fast trocken geblieben und es ist viel milder geworden. Die Natur schießt jetzt aus dem Boden und überall wird es richtig Grün, wo sonst nur tristes, staubiges Grau vorherrscht.
Wir freuen uns hier zu sein!

Veröffentlicht unter Frankreich 2017, Spanien 2017 | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Wieder am Mittelmeer

Finca-Caravana

Wir verabschieden uns von Oliva und machen uns auf den Weg zur Finca-Caravana, irgendwo zwischen Caudete, Yecla und Almansa, irgendwo ist genau der richtige Ausdruck für dieses Fleckchen Erde.

Die Finca-Caravana

FincaCaravana002_013

Allrad

FincaCaravana002_014

Unimog

FincaCaravana002_022

Weinstöcke

FincaCaravana002_023

Olivenplantage

FincaCaravana002_006

Das Finca-Caravana Kochstudio

FincaCaravana002_018

Zusammensitzen

FincaCaravana002_019

Die geladenen Gäste der Finca-Caravana

FincaCaravana003_004

Abschleppdienst

FincaCaravana003_005

Reichlich Schnee!

FincaCaravana003_006

Franze friert und will nach Afrika

Wir haben uns entschlossen etwas zügiger voran zu kommen und wählen eine Strecke die uns teilweise über die Autovia 7 führt. Die Alternative wäre eine totale Gnidelstrecke, für die wir einiges an Zeit mehr gebraucht hätten. Aber die gewählte Strecke ist auch schön. Bei La Font de la Figuera verlassen wir die Autobahn um ein Dreieck abzuschneiden. Die Idee haben aber auch alle LKW-Fahrer. Aber es sind nur ein paar Kilometer bis zur A31 und dort biegen die LKW’s alle Richtung Süden ab. Jetzt sind wir alleine auf der Straße und bei Caudete biegen wir von der Umgehung auf eine kleine Provinzstraße ein, auf der wir, wegen der Schlaglöcher, maximal 50 kmh fahren können, außerdem ist sie nicht gerade breit. Uns kommt aber nur ein PKW entgegen, mit mehr ist auch nicht zu rechnen. Genau hinter der Landesgrenze Castillien-La Mancha und Murcia geht es rechts zur Finca-Caravana rein. Jetzt sind es nur noch ein paar Meter Schotterpiste bis wir dort sind. Begrüßt werden wir von mehreren Hinweisen zur Finca-Caravana. Als wir auf dem Platz einrollen stehen dort drei oder vier andere Weltenbummler.
Kaum sind wir aufgetaucht kommt Franze uns auch schon entgegen und es gibt eine super Begrüßung und ein kleines Körbchen mit getrockneten Feigen, Pflaumen und Mandeln. Er lädt uns auch gleich zu einem marokkanischen Essen zwei Tage später ein. Das Angebot nehmen wir natürlich gerne an.
Franzes bunter Fahrzeugpark und seine Umbauten beleben das Bild in dieser Einsamkeit gehörig, die Farbkleckse und die vielen liebevollen Utensilien beleben den Platz ungemein. Die Ruhe drückt auf die Ohren, besonders wenn man gerade Auto gefahren ist. Das brauchen wir jetzt auch und wir bemerken so nebenbei wie unruhig es doch an der Küste ist. Wir freuen uns hier zu sein. Es geht alles viel langsamer so scheint es und selbst der Mond lässt sich Zeit, am Abend sein Gesicht über die Berge zu erheben.
Es ist kalt hier oben und ein unablässiger Wind weht über die Hochebene und lässt es noch kälter erscheinen. Mit Sommerklamotten hat man hier im Winter verloren. Unser Ofen läuft die ganzen Tage und Nächte durch. Es ist herrlich mal wieder Temperaturen um den Gefrierpunkt zu erfahren.
Viel unternehmen wir nicht, wir gehen jeden Tag unsere obligatorische große Runde in die südliche Richtung, also Feldwege auf denen wir gemütlich nebeneinander gehen können. Das lieben wir zur Zeit. Es geht zwischen Wein-, Oliven- und Mandelfelder hindurch und der Weg schlängelt sich in rechtwinkligen Kurven durch die Äcker. Richtung Norden ist es auch toll, aber die Wege müssen etwas aufmerksamer gegangen werden.
In einer alten Ruine finden wir einen kleinen Kindertrecker der einfach weggeworfen wurde, und der farblich zu Franzes Fuhrpark passt. Wir überreichen ihn als wir zum gemeinsamen marokkanischen Essen gehen. Franze hat jetzt ein Fahrzeug mehr zu betüddeln. Am nächsten Tag entdecken wir noch den kleinen Liebesdrachen Grisou, er wacht jetzt, zusammen mit ein paar anderen Kumpels, über die Finca Caravana.Es waren wieder sehr schöne Tage hier und der Abschied fällt uns schon schwer, aber wir haben noch weitere Ziele. So beschließen wir ein paar Tage später auf der Heimreise einfach einen kleinen Umweg über die Finca-Caravana zu machen.
Gestern hat Franze uns übrigens ein paar Bilder zugeschickt, denn die Finca-Caravana ist vom Schnee komplett zugedeckt. Irgendwie hätte ich es ja gerne miterlebt, aber der Gedanke daran, das es auch wieder weg taut und eine ziemliche matschige Sauerei hinterlässt, trösten mich dann doch etwas. Auf jeden Fall haben Franze und Roland alle Hände voll zu tun, denn mit ihnen reisen auch noch ein paar Hühner und Kaninchen. Die müssen versorgt werden und auch vor der Kälte geschützt werden. Was noch aufwendiger ist das der steife Wind alles was nicht richtig festgezurrt ist mit der Zeit los rappelt und dann weg weht. Die Beiden halten dann rund um die Uhr Wache. Sie werden aber auch diese Prüfung bestehen. 😉
Upps, ich habe das Essen vergessen. Wir werden mit einer leckeren Suppe versorgt und das Hauptgericht wird aus aus der marokkanischen Tajine serviert. Franze und sein Freund Roland bewirten uns vorzüglich und so verleben wir zusammen mit unseren neuen Freunden ein paar wundervolle gemeinsame Stunden, bevor wir uns alle wieder in verschiedene Himmelsrichtungen auf den Weg machen.

Vielen Dank Franze und Roland für die liebevolle Aufnahme auf der Finca-Caravana

Veröffentlicht unter Spanien 2017 | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert für Finca-Caravana

Oliva, Denia, Finca-Caravana

Sonnenaufgang am Strand von Oliva. Im Hintergrund der Montgo

Wir stehen schon zehn Tage auf dem Campingplatz in Oliva und jetzt haben wir die Nase voll, wir brauchen endlich mal wieder etwas mehr Freiheit. Der Eurocamping ist ja nicht schlecht, er ist nicht sehr belegt, die Leute sind nett, aber es gibt dort zu viele Bäume, die die Sonne verdecken.
Wir hatten aber tolle Tage mit unserer lieben Freundin Lynda, die sich richtig doll über unseren unvorhergesehenen Besuch gefreut hat.

Mittelmeer und Palmen

Fischkutter im Hafen von Denia

Alleine am Strand

Die Finca-Caravana

In der Rambla

Traumhafter Tagesausklang

Also machen wir uns auf den Weg nach Denia, füllen die Vorratsschränke auf und landen an dem von mir ausgeguggten Platz direkt am Strand, in unmittelbarer Nähe zum Hafen. Wir können so ganz gemütlich den Hafen erkundschaften, mit all den riesigen Yachten und ein paar übriggebliebenen Fischkuttern. Beeindruckend ist auch die große Fähre zu den Balearen, wenn sie in dem doch recht kleinen Hafen liegt.
Die Stadt selbst wirkt im Winter düster, weil die Straßen so eng sind und der Wind frisch ist. Da wir sowieso nicht die Stadtbesucher sind, lassen wir das mit dem Stadtrundgang und das olle Kastell auf dem Hügel wird auch noch weiterhin dort bleiben, auch ohne uns. Abends frischt der Wind mächtig auf und rüttelt an Tir Na N’Og.

Am nächsten Morgen weckt uns die liebe Sonne wieder mit ihren Strahlen. Das Mittelmeer ist immer noch aufgewühlt und die Luft ist unglaublich und herrlich frisch. Es geht weiter in das Innenland in die Nähe des Ortes Yecla, zur Finca-Caravana. Es ist ein privater Wohnmobilstellplatz der irgendwo im Nirgendwo ist. Er ist weithin bekannt für seine Ruhe und Abgeschiedenheit, für seine Gastfreundschaft und für seinen einmaligen Nachthimmel.
Im Moment wird der Stellplatz von Franze dem reisenden Zimmermeister mit seiner Karawane bewirtschaftet. Morgen hat er zum marokkanischen Essen geladen, wir freuen uns schon jetzt mächtig darauf!

Veröffentlicht unter Spanien 2017 | Verschlagwortet mit , , , | Kommentare deaktiviert für Oliva, Denia, Finca-Caravana