Wir bleiben dann mal hier oben

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Der Krabbenkutter Andrea SD23 läuft ein

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Unendliche Weite

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Maritimer Flair

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Am Deich

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Girlfriends

Es ist toll hier oben an der Nordsee und wir haben festgestellt das alles andere für uns nur eine Jagd nach etwas Neuem ist und ehrlich gesagt sind wir so schon immer gewesen, damals am Atlantik mit dem Zelt oder in Dänemark mit dem Wohnwagen oder im Ferienhaus, den ganzen Sommer in Les Saintes Maries de la Mer oder auf der Halbinsel Quiberon auch schon wochenlang. Jetzt haben wir uns in Büsum häuslich eingerichtet und haben beschlossen das wir den Winter über nicht in den Süden flüchten werden. Nein kein Überwintern in der Sonne. Endlich mal wieder im Regen laufen und naß werden, dicke Klamotten anhaben und auch frieren so daß wir uns auf eine warme Bude und heißen Tee freuen können. Die Bretagne lassen wir diesen Herbst also auch ausfallen und verschieben sie in den Frühjahr, denn zu der Zeit waren wir schon so viele Jahre nicht mehr da und es ist eine traumhafte Zeit. Und wie ist es mit Spanien? Ehrlich gesagt haben wir erst mal die Nase voll. Es gibt ein paar Ecken da möchten wir gerne wieder hin aber der Rest ist nichts für uns. Wir werden sehen.
Und was ist an Büsum so toll? Für uns ist es eindeutig das Maritime und zwar das Ursprüngliche das wo gearbeitet wird, wo es auch mal laut ist und wo wir verwurzelte Menschen, die hier leben, kennen lernen können. Leider findet man solche Orte immer seltener. Büsum hat noch einen richtigen Fischereihafen und ist zugleich modern aufgestellt mit vielen tollen Veranstaltungen bei denen sich die Büsumer selber und die Gäste amüsieren. Büsum ist übersichtlich, um nicht das Wort klein zu gebrauchen, alles ist mit dem Fahrrad oder zu Fuß erreichen und wenn wir einmal die Ruhe genießen möchten gehen wir an den Ostdeich und sind dort fast alleine. Von hier aus haben wir einen wundervollen Blick auf die Meldorfer Bucht bis nach Friedrichskoog-Spitze, zu der sich in einem endlos langen Bogen der Abschlußdeich zieht. Ein weiteres einmaliges Bild zeigt sich uns am Hauptstrand oder noch lieber auf der Westmole, vor allem bei Ebbe wenn das unendlich weite Wattenmeer vor uns liegt. Von hier aus können wir über die Elbmündung bis nach Cuxhaven schauen und bei guter Sicht die großen Schiffe auf ihrer Fahrt von und nach Hamburg erkennen. Am Abend dann geht die Sonne irgendwo hinter Tertius.- und Blauortsand in den ewigen Weiten des Meeres Blutrot unter. Wenn wir ganz alleine sein möchten schwingen wir uns auf das Fahrrad und dann geht es immer am Deich entlang. Hinter Westerdeichstrich im Norden oder hinter Deichhausen im Süden treffen wir kaum noch einen Menschen. Fast menschenleer wird es dann zum Eidersperrwerk oder hinter dem neuen Meldorfer Hafen Richtung Friedrichskoog. Nur der Deich, die Schafe, das Meer, das Watt und die Vögel….

Tja liebe Freunde so ist das nun mal bei uns, wie sagt man so schön: back to the roots oder warum in die Ferne schweifen.

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Kutterregatta in Büsum

Ausdocken der Andrea

Heike hatte schon viel von der Kutterregatta in Büsum erzählt und weil wir schon mal hier sind bleiben wir einfach. Ich lasse mich mal überraschen.
Unser Lieblingskutter, die Andrea SD23 liegt noch auf der Werft und langsam wird die Zeit knapp. Wir schauen täglich nach dem Rechten und viele Leute sind dabei die Andrea, nicht nur für die Kutterregatta, hübsch zu machen. Es wird geschliffen, gemalt geputzt und gewienert. Eines Tages ist es so weit. Früh am Morgen ist Flut und da muß die Andrea zurück in ihr Element. Es ist kein leichtes Unterfangen zumal der Motor noch nicht wieder läuft. Langsam gleitet sie in ihrem Stützkorsett auf den alten Schienen der Landbergwerft in das Wasser.

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Am Tag vor der Regatta

Ab jetzt heißt es ziehen. Das Arbeitsboot der DGzRS, die Nis Puk, gibt Vollgas, aber die Andrea will sich nicht rühren und bleibt hartnäckig an Ort und Stelle. Das dumme ist das der Wind aus Ost bläst und die Flut lange nicht das her gibt wie sie eigentlich sollte es fehlen wohl ein paar Zentimeter Wasser. Dann aber fängt sie an zu schlingern und sie gleitet endlich in das Hafenbecken. Langsam wird sie zu ihrem Liegeplatz geschleppt damit die Restarbeiten am Motor ausgeführt werden können. Ganz sutje, damit ja nichts von der Farbe ab geht! Mittlerweile sind die anderen Kutter schon in Feierstimmung. Schafft die Andrea es noch bis zum

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Bunt geschmückt

Wochenende? Am Freitag ist es dann endlich so weit, Motor Getriebe und Welle sind gefluchtet. Aber irgendwie kommt der Kapitän mit hängenden Ohren von der Probefahrt wieder zurück. Die Mechaniker verkrümeln sich wieder in den Bauch des Kutters und werkeln am Herz der Andrea herum. Der Grund war eher peinlich aber natürlich sind alle erleichtert das es kein großer Schaden ist. Jetzt schnurrt der 300 PS Scania Motor wieder so wie er soll!

Am Samstag geht es hinaus zur Begleitfahrt für die Oldtimer Regatta des Museumshafen Büsum e.V. auf der „Andrea.“ Leider spielt das Wetter nicht so recht mit und wir sind vom Regen etwas durchgeweicht. Aber es hat sehr großen Spaß gemacht!

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Kurz vor dem Start

Am Sonntag ist dann der große Regattatag  und die Papierboote kämpfen um die ersten Plätze und gegen das absaufen. Dann endlich geht es hinaus zur 113. Büsumer Kutterregatta. Vielen vielen Dank noch einmal an Josef der uns die Karten überlassen hatten. 😉 Das Wetter ist ausgezeichnet und es gibt eigentlich nicht viel dazu zu sagen. Außer das ich wieder mal paddernaß geworden bin weil ich es nicht mitbekommen habe das es zur Kutterdusche unter den Wasserstrahl des Seenotrettungskreuzers Theodor Storm geht. Die Andrea hat einen hervorragenden Platz 4 auf der 8 Seemeilen (14,8 km) langen Strecke gemacht. Auf jeden Fall hat sie den ersten Platz mit Abstand für den Kutter mit der besten Stimmung verdient. 🙂
Wenn ihr mal Ende Juli in Schleswig-Holstein seid, dann schaut euch mal die Kutterregatta an. Es ist ein vielfältiges Fest mit tollem Rahmenprogramm für Jung und Alt, für Klein und Groß!

Hier kommen noch zwei Videos, viel Spaß beim anschauen (externer Link zu YouTube):

Das Ausdocken der Andrea SD 23:

Kutterregatta in Büsum2017:

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Friedrichskoog ein Fischerdorf ohne Hafen

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Hafen Friekoog 2011

Hafen Friekoog 2017

Fiedrichskoog, oder auch kurz Friekoog. Es ist ein kleiner Fischerort an der Nordseeküste in Dithmarschen. Wer sich an Seehunden erfreut wird auch sicher einmal etwas von der Seehundaufzuchtsstation gehört haben, ja die ist in Friedrichskoog.
Wir sind wieder einmal in Büsum, Heikes Heimatort und genießen das touristische Treiben. Zum touristischen Treiben gehört auch Radfahren, das kann man hier besonders gut, vielleicht auch weil die höchsten landschaftlichen Erhebungen die Deiche sind, ansonsten ist es hier platt wie auf dem Wasser. Wenn der Wind mit spielt, dann ist Radfahren ein purer Genuß. Ich schwinge mich also auf den Sattel und radel vor dem Deich Richtung Meldorfer Speicherkoog, am Surfrevier am neuen Meldorfer Hafen und dann weiter an der ehemaligen Insel Helmsand vorbei Richtung Friedrichskoog. Hier vor dem Deich treffe ich nur noch auf Schafe, Menschen ist der Weg meist zu weit. Wer die Einsamkeit liebt ist genau hier bestens aufgehoben. Büsum liegt jetzt nordwestlich und schimmert im Morgenlicht. Ein Stück hinter dem Siel „Steertloch“geht es dann einmal quer über die Halbinsel direkt in das Dorf Friedrichskoog.
Als ich zum Hafen komme trifft mich der Schlag, aber eigentlich war ich ja darauf vorbereitet, aber das es jetzt, verzeit mir den Ausdruck, so scheiße aussieht, hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können. Kein Boot, nicht mal eine Nußschale, keine Menschen, die Werft ist verwaist aber der Hammer ist der Abrißbagger am Siel! Lange haben die Friedrichskooger gegen diese Hafenschließung gekämpft und so wie es aussieht, scheint der Kampf vergebens, aber etwas Hoffnung haben die Friekooger und ich auch noch! Mich hat es fürchterlich aufgeregt das auf Grund der angeblichen Unwirtschaftlichkeit diesem Hafen das Ende gesetzt wurde. Wer sich mit dem Thema weiter auseinandersetzen möchte, der möge sich hier informieren: Deichwelt.

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Der Indoor Fun Wal

Mir treibt es die Tränen in die Augen, denn schon wieder wird ein Stückchen Heimat der angeblichen Wirtschaftlichkeit geopfert. Alte Traditionen verschwinden für immer und statt dessen gibt es einen Wal-Indoorspielplatz in Friedrichskoog! Architektonisch ist das Teil ja ganz witzig, aber statt das die Kinder sich an der frischen Luft bewegen sollen, werden sie in eine riesige Halle gesperrt wo sie „Fun“ haben sollen! Was ich davon halte? Ich sag es lieber nicht. Mal sehen wie lange das Teil wirtschaftlich ist….
Friedrichskoog hat ja aber noch die Seehundaufzuchtstation, die wirklich einen Ausflug wert ist. Einen Ausflug, richtig. Morgens kommen sie in Scharen angebraust und Abends ist der Ort wieder verwaist. Auch nicht so prickelnd finde ich.
Irgendetwas läuft in unserem Schleswig-Holstein bannich verquer. Der Friedrichskooger Hafen wird geschlossen, die Traditionsschiffahrt steht auch, dank unseres Bundesverkehrsministers, durch überzogene Vorschriften auf Messerschneide und um Fehmarn herum soll dem Hochseeangeln der Hals abgedreht werden. Ach ja, dann sind da ja noch die Kiter, die um ihre Reviere bangen müssen! Da geht es dann zwar nicht um die Wirtschaftlichkeit dort schlägt der, in meinen Augen, übertriebene Naturschutz zu. Wir, die Menschen die hier leben, werden einfach über den Schnabel gefahren. Die Wahlversprechungen klingen immer gut, aber danach kommt der große Hammer und alles ist vergessen!

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Die Abrissarbeiten am Siel

Versteht mich nicht verkehrt, ich habe nichts gegen den Umweltschutz, ich bin auch Mitglied bei Greenpeace (jetzt ausgetreten und bei der Deutschen Gesellschft zur Rettung Schiffbrüchiger eingetreten), aber wenn wir als Bürger nicht mehr für voll genommen werden dann stimmt hier eine ganze Menge nicht mehr!
Was bleibt denn noch übrig? Herausgeputzte Touristenorte, Häfen die mit Yachten vollgestopft sind und krampfhafte Versuche der Gemeinden an noch mehr Besucher zu kommen. Die Basis, unserer Heimat, die Traditionen können nicht mehr gelebt werden, sie sterben aus und werden vielleicht noch in Vereinen hoch gehalten.
Dieser ganze Regulierungswahn macht das Leben nicht gerade lebenswerter. vielleicht etwas mehr Selbstverantwortung bitteschön?
Ehrlich gesagt kotzt mich diese Entwicklung richtig an!
Eine sehr interessante Facebookseite mit aktuellen Info’s ist: We love Nordseekrabben und unser Wattenmeer
Bevor ich zum Ende komme habe ich noch eine Sache auf dem Herzen.
Es wird immer sehr gerne gemotzt, gerade in den sozialen Netzwerken wie Facebook. Die Empörung wird allzu gerne geteilt, ohne das sich einer dieser Motzer mit dem Thema richtig auseinandersetzt und nur die Schuld bei den Anderen sucht. Nehmen wir mal die Bauern. Da wird dann gemeckert das sie das Pflanzengift Glyphosat (Roundup, Unkrautex) einsetzten und es wird in großem Stil Tierzucht betrieben um nur zwei Beispiele zu bringen. Warum machen die Landwirte das denn? Sie kämpfen um ihr überleben! Der Preisdruck bestimmt die Wirtschaft! Sie sind nicht der Buhmann das es heute so ist, sondern wir, ja du und ich, denn nur mit unserem Konsumverhalten können wir etwas ändern!
Wenn wir nur „billig und viel“ wollen bitteschön…..

Habt noch einen schönen Tag!

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Lange nicht’s gehört, huhu hier sind wir!

Stimmt, es ist sehr ruhig im Blog geworden. Ich hatte einfach keine Lust, oder es blieb einfach keine Zeit dafür über. Es kamen auch nicht so recht Ideen auf, obwohl es genug Neuigkeiten gegeben hat. Es hat eben alles seine Zeit und die letzten zwei, oder sind es bereits drei Monate, sind dabei wie im Fluge vergangen. Viele neue Ideen haben wir die wir nach und nach umsetzen, nein, keine Reiseideen und auch nichts am Wohnmobil umzubauen. Es sind kreative Ideen wie Klamotten nähen, Filzen, ein Gimbal (Bewegungsstabilisator) für die Action Cam basteln oder auch auf Musikveranstaltungen gehen. Das Herumreisen ist ja irgendwie ganz nett aber es fehlt uns das gewisse Etwas. Es ist das ankommen, das verwachsen mit dem wo wir gerade sind. Das muss nicht unbedingt zu Hause sein, das könnte auch irgendwo im Gebirge oder auf einer Hallig im Wattenmeer sein. Bei uns ist es unser zu Hause in Bad Oldesloe. Hier haben wir alles was uns momentan glücklich macht und das soll es ja auch sein. Wir sind ja sowieso nicht so die die immer weiter ziehen, wenn uns ein Ort gefällt dann bleiben wir und das kann dann schon mal ein Monat sein. Wir möchten auch gerne soziale Kontakte knüpfen die sich außerhalb des Wohnmobilbereiches finden lassen, natürlich auch im Ausland.

Aktuell sind wir wieder einmal unterwegs. Eigentlich wollten wir schon letztes Wochenende zum Mittelalterlichen Phantasie Spectaculum, aber am Wohnmobil war die Entlüftungsleitung der Kühlung so verrostet das ich schiß hatte das sie die Reise übertseht. Der Hammer ist das es kaum zu sehen war und sich erst jetzt als Übel entpuppte. Leider konnte Mercedes auf Grund eines Netzwerkproblems, die Bestellung ging nicht raus, nicht rechtzeitig liefern. Also hatten wir umdisponiert und jetzt sitzen wir wieder einmal in Büsum und erfreuen uns am Dithmarscher Wattenmeer. So wie es aussieht werden wir wohl auch noch bis zur Kutterregatta am kommenden Wochenende bleiben, denn Heike bekommt wohl zwei Karten für den Kutter Andrea. Drückt mal die Daumen!

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Besuch in Flensburg

An der Schlei

Wen besuchen wir denn in Flensburg? Es gibt dort eine Familie die wir sehr in unsere Herzen geschlossen haben und Traudi ist eine der vier Töchter der Familie, ja genau Traudi die Engel und Wetterfahnenmacherin von der Île d’Oleron im Südwesten Frankreichs.

Freiheit!

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Abseits

Am Sonntag setzen wir uns in Bewegung und entscheiden ganz spontan den angefangenen Tag in Schleswig zu verbringen da wir traumhaftes Wetter haben. Es scheinen alle Menschen auf den Beinen zu sein, kein Wunder denn es ist der erste schöne Tag seit längerer Zeit und wir können sogar draußen sitzen und die Sonne genießen, zum Yachthafen spazieren um uns in die Schlange an der Eisbude, die Sorte „Hasenpups“ haben sie leider nicht mehr, einzureihen und einfach nur das Leben zu genießen. Es ist so wundervoll auf die Schlei zu blicken und die Farben des Frühjahrs in uns aufzusaugen.
Abends geht es dann weiter nach Flensburg auf unseren Stammparkplatz auf der Exe. Verändert hat sich hier seit dem letzten Jahr nichts, tagsüber das übliche Treiben der ankommenden und fahrenden Autos und die Kinder die auf dem Weg von und zur Schule sind. Das normale Leben halt.
Heute haben wir als erstes unsere Lieblingsfamilie besucht und sind dann in die Stadt runter gelatscht. Es ist anfangs bedeckt und der steife Ostwind ist eiskalt. Genau richtig um zu shoppen, eine Speicherkarte für den Quadkopter, Spindeln für die Nähmaschine, abgefahrene Klamotten, also alles Dinge die absolut Lebensnotwendig sind. 😉

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Hafen

Traditionssegler

Auf der anderen Seite

Besuch aus Hamburg

Besuch aus Dänemrk

Die Haithabu

Am Nachmittag haben sich die Wolken restlos verpieselt und wir besuchen den Museumshafen. Es ist immer noch asig kalt aber die Sonne hat zeigt ihre volle Kraft. Das Licht ist einmalig und die Luft ist glasklar. Leider versenkt sich die Sonne recht schnell hinter dem Museumsberg um irgendwann dann weit weit im Westen unter zu gehen.
Es wird wohl der schönste Tag in Flensburg gewesen sein, denn Morgen soll es bedeckt sein und der Mittwoch zeigt sich dann wohl von der nasseren Seite. Na ja, vielleicht liegen die Wetterfrösche ja auch mal etwas daneben, zum Guten natürlich!

 

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Das Pipicaca-Projekt 2.0

Kaum sind wir wieder zu Hause angekommen haben wir uns auf dieses sehr erfreuliche Thema gestürzt. Den einführenden Beitrag findet ihr hier: Drück mich.
Bisher haben wir immer ein PortaPotti benutzt, aber wenn man länger autark stehen möchte sind die Reserven bei dieser Lösung doch recht schnell erschöpft und wir mussten uns einfach zu oft um eine Entsorgungsmöglichkeit kümmern. Vom Volumen her sind die flüssigen Bestandteile das größte Problem, da es in weit aus größeren Mengen anfällt.
Also muß zwischen fest und flüssig getrennt werden. Die Firma Separett bietet dafür viele Möglichkeiten, vom ganzen Klo bis zum Trennsitz. Wir nehmen nur den Trennsitz und basteln uns den Rest selber zusammen.
Wir haben fast alles in der Halle herum liegen, aber leider ist der Tank den wir noch haben fünf Zentimeter zu lang. Also musste ein neuer her und den haben wir direkt vor die Hinterachse gebaut unter dem Klo. Das Sitzgestell ist aus Sperrholz und so ist es weiter kein Problem, nur das noch die Gasleitung etwas verlegt werden muß und den Spritzschutz der Hintersachse habe ich auch gleich noch höher angebaut.
Eine Entlüftung haben wir noch nicht, denn wir glauben das wir auch ohne auskommen. Der Eimer hat einen ziemlich gut schließenden Deckel und den Beutel, dar in den Eimer kommt,  kann man nach dem Geschäft ja auch zügig entsorgen. Mal sehen, denn wir fahren am Sonntag nach Flensburg und da können wir das praxisgerecht ausprobieren. 🙂

Die Kloschüssel

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Das Kackaeimer

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Der Pipitank

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Nichts Los in Orgiva?

Orgiva und die Alpujarras hat uns wieder in den Bann gezogen. Eine Platznachbarin sagte: Hier sind so wundervolle Energien! Ja stimmt, der Energielevel ist hie wirklich außergewöhnlich hoch. Wie anders ist es möglich das wir zwei von der See, wir zwei die die Weite, den unendlichen Blick auf das Meer, in die Ferne schauen können, diesen Ort im Tal zwischen der Sierra Lujar und der Sierra Nevada so lieben.
Die Zeit scheint hier keine so große Rolle zu spielen wie anderswo, die Berdürfnisse werden immer geringer und ich spüre wie auch mein Drang zum etwas „tun zu müssen“, von Tag zu Tag nachlässt.
Was wir so machen? Um Sonnenaufgang herum stehen wir auf, frühstücken gemütlich, daddeln auf Facebook herum und machen unsere Qui Gong Übungen. Oft ist es dann schon 10 Uhr. Meistens wandern wir in die Stadt zum einkaufen, Kaffee trinken und Tostada Tomate y Queso (Toast mit Tomatenpampe und Käse überbacken, darauf träufelt man Olivenöl) essen. Dann geht es wieder zurück, oder besser gesagt runter, von 450 auf 330 Meter und meist ist es dann schon so um 13 bis 14 Uhr. Wir schieben uns dann was zu futtern rein und machen unser Mittagsschläfchen. Wenn ich Lust habe scheuche ich mit dem Fahrrad noch einmal in die Stadt um schwere Sachen wie Wasser zu holen, oder am Guadalfeo im Flußbett entlang, dort ist es Menschenleer und das liebe ich! Das ist das Standardprogramm. Wir haben aber auch Freunde besucht, die „Anglo-Schweden“ in El Morreon oder Leyla und Tony oder Carol und Andy in Cigarrones. Mit Andy haben wir vereinbart im nächsten Jahr, oder besser gesagt, noch in diesem Jahr, zum Jahreswechsel, bei der Olivenernte zu helfen. Carol und Andy leben in Cigarrones unweit von Orgiva auf der Cortijo Vera und bewirtschaften den Hof unter ökologischen Gesichtspunkten und nach der „Off the grid“ Philosophie. Bei Carol und Andy haben wir das bisher bestschmeckendste Olivenöl bekommen und von Tony traumhaften Honig.
All dies zusammen, die wundervolle Region der Alpujarras, die Menschen und das ruhige Leben hier, strahlen diese wundervollen Energien aus und man fährt von ganz alleine die eigene Maschine herunter ohne dabei im Nichtstun zu versickern. Neue Ideen entstehen, liebevolle Menschen treten in unser Leben und wir können geben und nehmen, in Liebe und Dankbarkeit.

Jetzt kommen einfach ein paar Bilder, locker zusammengetragen um euch die Magie näher zu bringen, die Schönheit aber auch die Kräfte der Natur.

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Neue Wege entdecken

Orgiva und die Schneegipfel der Sierra Nevada

Ich bin ja immer auf der Suche nach neuen Wegen, Wege die auf keiner Karte vorhanden sind, die man aber auf Google Earth entdecken kann.

Aragonit (ein Mineral)

Es ist wohl so ein kleiner Entdeckerinstinkt der in mir schlummert und wenn ich es noch mit moderner Technik kombinieren kann ist das richtig rund. Mit Technik meine ich ein GPS Gerät das auch Tracks aufzeichnen kann, was ja heutzutage jedes Smartphone mit entsprechender App im Gepäck hat. Ich benutze dafür allerdings ein Garmin Dakota, da es viel weniger Strom verbraucht. Zu Hause lade ich die Tracks zu OpenStreetMap hoch und vervollständige das zugrunde liegende Kartenmaterial, das übrigens frei zugänglich ist. Hier findet ihr die Route
Seid ihr bereit? Dann kann die Reise ja los gehen, aber vorher möchte ich euch doch noch sagen wohin die kleine Reise geht. Gegenüber vom Campingplatz gibt es den Sendero de los mineros, also den Minenwanderweg und dann zurück über einen hoffentlich auffindbaren Weg herunter zum Stausee Embalse de Rules.
Kurz nach neun breche ich auf und muß ein Stück an der Landstraße entlang gehen, über die Siebenaugenbrücke und durch den kleinen Straßentunnel. Dann aber kann ich über eine Wiese ausweichen und parallel zur Straße laufen bis sich eine tiefe Schlucht links auf tut. Hier geht eine Piste von der Straße ab, die zur Mine herauf führt. Schwere LKW bringen hier Schotterladungen herunter die auf Straßenfähige LKW umgelden werden. Der Wanderweg zweigt von der Umladerampe ab und geht oberhalb der Straße entlang, immer weiter Richtung Süden. Rechts von mir liegt tief unter mir die Straße an einem jähen Abgrund. Viele Pinien begleiten mich hier unten noch, die aber immer weniger werden, je weiter sich der Weg nach oben schlängelt.

Die steile Schotterstrecke

Piste der Minengesellschaft

Minenmonster

Minenmonster mit Traumaussicht

Der Pfad zum Schacht

Ruine der Bergbaugesellschaft

Überall Reste alter Bergbautätigkeiten

Ich bin glücklich!

Das letzte Stück ist nicht einfach zu laufen, es ist in zwei Abschnitten schnurgerade, sehr steil, so das ich auf dem losen Schotter mit den Füßen nur schwer Halt finden kann. Nach zweieinhalb Stunden erreiche ich dann die Minenpiste wieder. Jetzt genieße ich erst einmal in Ruhe den Ausblick auf Orgiva und die Sierra Nevada und stärke mich mit einer Apfelsine. Die Aussicht ist fesselnd, ich könnte hier stundenlang sitzen und schauen, aber mein Ziel liegt ja noch vor mir. Würde ich dem Wanderweg folgen käme ich wieder zu meinem Ausgangspunkt an der Straße zurück. Ich nehme aber die entgegengesetzte Richtung, die weiter bergauf führt. Den ersten Teil kenne ich schon vom letzten Jahr und da sind sie dann ja auch wieder, diese komischen Monsteruntertagemaschinen. Aus einem Schacht kommt auch tatsächlich solch ein Teil heraus geschossen, quasi aus dem Nichts, mit einer Fure voll Schotter, der Fahrer sitzt tief und quer zu dem Gefährt, so kann er in beide Richtungen fahren, denn wenden ist wohl nicht im Stollen. Fluorid wird hier abgebaut und zur Weiterverarbeitung irgendwohin gekarrt. Ich mach mich aus dem Staub, bevor ich von dem Monster noch plattgefahren werde. Weiter geht es an alten Ruinen, Schotterhaufen und halb verfallenen Schächten aus alter Zeit.
Schließlich komme ich an eine Stelle an die ich mich noch erinnern kann, hier geht ein Trampelpfad von der Piste ab, er ist gut begehbar und anscheinend wird er auch ab und an benutzt. Ich freue mich schon etwas noch etwas Neues entdeckt zu haben, denn der Weg ist richtig toll. Er ist schmal, und über mir hängen die fetten Felsen, hoffentlich plumpsen die nicht gerade Heute herunter! aber wie es so ist endet der Weg an einer schmalen Ebene, von der eine alte Mine abgeht. Sie geht schnurgerade in den Berg hinein und man sieht noch das hier mal eine Lorenbahn war. Zu weit hinein gehe ich aber nicht, habe aber Hoffnung das es einen Ausgang auf der anderen Seite des Berges gibt. Wupps ist schon ein weiteres Projekt geboren, aber mein Ziel ist ja ein Anderes heute. Was der Ausgang hier am Steilhang soll verschließt sich mir, da hier nur der schmale Pfad her reicht. Allerdings finde ich auch verrostete Stahltrossen. Vielleicht gab es hier mal eine Seilbahn? Der Trampelpfad geht noch ein Stück weiter, wird aber durch ein fieses steiles Schotterfeld durchbrochen. Mir ist die Sache nicht geheuer, nachher geht es abwärts mit mir in das Barranco del muerto (Schlucht des Todes)! Also geht es wieder zurück zur Piste.
Langsam nähere ich mich dem Abzweigspunkt und ich schaue auf GoogleMaps ob ich noch richtig liege. Ich habe gerade die höchste Stelle mit 1300 Metern erreicht und zum Glück hat man in Spanien fast überall Mobilfunkempfang. Endlich, an einer Wegkehre, wo gerade ein Bohrgerät Mittagspause macht, erreiche ich die abzweigende Piste in das Tal. Ab jetzt geht es wieder bergab, Die Piste verdient eigentlich nicht ihren Namen, denn um sie zu befahren braucht man schon ein sehr gutes Allradfahrzeug. Es geht abwechselnd in dem trockenen Bett, dann wieder am Berghang runter. Ich komme immer weiter nach Westen, also von Orgiva weg, der Weg wird also immer länger…. Die Piste verändert sich jetzt, sie schlängelt sich und verlässt die Schlucht um ostwärts Richtung Orgiva abzubiegen. Es wird wieder waldiger und die Straße zeigt sich auch wieder, tief unter mir. Es ist noch eine ganze Ecke bis ich endlich die Straße erreiche. Ein Stück muß ich ihr folgen um dann einen kleinen steilen Weg zum Ufer des Stausees, Embalse de Rules, einzuschlagen. Ufer ist gut gesagt, das hat sich nach Westen verzogen weil er nur zu 60% gefüllt ist. Jetzt ist der Rückweg eine Lachnummer, ich muß bei El Morreon einmal den Rio Guadalfeo überqueren  und dann sind es nur noch ein paar Kilometer nach Hause. Dieses mal schaffe ich es sogar noch vor Anbruch der Dunkelheit und reichlich kaputt nach den 26 Kilometern zu Hause anzukommen.
Es war wieder eine tolle Wanderung mit phantastischen Bildern hinüber zur Sierra Nevada. Ich werde es nie vergessen!

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Eine Fahrt durch die Alpujarras

In Roquetas de Mar habe ich mir doch tatsächlich eine sogenannte „Actioncam“ gegönnt. Der Hauptgedanke liegt eigentlich da drauf das sie ein Wassergeschütztes Gehäuse hat. So kann ich dann endlich bei rauem Wetter an der See fotografieren und kleine Videos drehen ohne den guten Kameras durch die salzige Luft den Hals umzudrehen.
Was liegt also näher sie auch sofort auszuprobieren und da eine Saugnapfbefestigung dabei ist, habe ich sie hinter die Windschutzscheibe gepappt und die ersten Videos auf der Fahrt nach Orgiva gemacht. Eigentlich kann ich solche Filme aus dem fahrenden Auto nicht ab, da sie ungeschnitten grottenlangweilig sind, aber ich versuche es trotzdem mal mit diesem kleinen 5 Minuten Filmchen. Für die 87 km haben wir 2,5 Stunden gebraucht, also 34,6 km/h. Die höchste Stelle ist kurz hinter Trevélez mit 1572 m.
Es ist eine traumhafte Strecke und das Video kann nur einen Bruchteil des Erlebten wiedergeben. Viel Spaß beim Schauen (externer Link zu YouTube):

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Ortswechsel

Roquetas de Mar

In Rodalquilar haben wir uns so richtig festgesaugt, wir, damit meine ich die Basismannschaft, bestehend aus vier Wohnmobilen. An einem Tag wurde es voller, weil unten am Wasser mal wieder ausgefegt wurde und am nächsten Tag wurde es schon etwas ungemütlich voll. Das bedeutet jetzt nicht das wir etwas gegen andere Wohnmobile haben, aber auf den freien Plätzen ist irgendwann das Limmit überschritten. Es ist ein imaginäres Limmit, ein Gefühl das man bald selber abhauen sollte weil das nicht lange gut geht und sich daraus ein Eigenleben entwickelt. Ein Tag darauf war die Welt aber wieder in Ordnung und wir waren wieder unter uns. Das ist das Schöne an solchen Plätzen, das kaum jemand länger bleibt. Nun ja, wer fühlt sich zwischen Ruinen schon wohl?
Für uns kommt aber der Tag der Abreise und wir zotteln so langsam Richtung Roquetas de Mar, Decathlon einen Besuch abstatten, einem Elektronikkrempelladen und dem Lidl. Als wir die Autobahn runter fahren sehen wir am Strand die Wohnmobile stehen. Wir beschließen dort mal vorbei zu schauen, erst nach erledigten Einkäufen natürlich. Es ist ein, wie meist in Spanien, trostloser Platz wo mal etwas gebaut werden soll, übersät von Pfütze und massig Wohnmobile aller Couleur, von ganz Klein bis ganz Groß mit Anhänger für den PKW. Nun ja, in erster Reihe hat man den Blick frei auf den Strand, nur die Promenade stört, die sich zahlreiche Spaziergänger, Jogger Fahrradfahrer und Hundegassigeher teilen. Dafür wird extremes Kuschelcamping gerne auf sich genommen. Wir ziehen uns, wie es unsere Art ist, etwas weiter zurück und parken genau zwischen zwei Monsterpfützen, direkte Nachbarschaft ist so ausgeschlossen. Es ist schön auf der Promenade zu schlendern und in einem Café etwas abzuhängen. Aber nach zwei Tagen haben wir die Nase voll, denn das ist auf Dauer nicht unsere Welt.

Bei der Ermita de Padre Eterno

Blütenpracht in Orgiva

Mandelblüte in Orgiva

Auf die Sierra Nevada schauen

Wir machen uns auf die Fahrt nach Orgiva, nicht die direkte Tour via Autobahn, sondern die schönste Tour  über Berja und dann durch die Alpujarras, erst einmal zur Ermita de Padre Eterno. Das Wetter ist brilliant und wir schrauben uns hinter El Ejido die Berge hoch. Der Blick in den Rückspiegel ist genial, denn wer kann schon gleichzeitig auf zwei Meere schauen, auf das Plastikmeer und auf das Mittelmeer? Mit Plastikmeer meine ich die spanischen Gewächshäuser die aus einem Gerippe mit Plastikfolie bestehen. Hinter Berja wird es immer ruhiger auf der Straße, ab etwa 12 Uhr ist Siesta angesagt und wir können so gemütlich vor uns her fahren. Es ist eine traumhafte Strecke für den Preis das wir mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 35 kmh kaum von der Stelle kommen, aber das macht überhaupt nichts. Den höchsten Punkt unserer Reise errreichen wir kurz hinter Trévelez bei 1572 Metern. Trévelez ist übrigens eine der höchstgelegenen Gemeinden Spaniens. Unser Ziel erreichen wir aber erst als wir schon in Sichtweite von Orgiva kommen, bei der Ermita de Padre Eterno. Hier wollen wir übernachten und am nächsten Tag zum buddhistischen Zentrum heraufwandern. Leider nimmt der Wind, wie von Geisterhand während unsere Abendrunde, dramatisch zu und steigert sich langsam zu einem richtigen Sturm und wir sind froh als wir unsere „Wohnstube“ wieder erreichen. Unter uns das Tal von Orgiva und in der Ferne das Mittelmeer, das scheint ein richtiger Turbo für die Böen zu sein, die von unten das Wohnmobil „erschüttern“. Sturm macht uns eigentlich nichts aus, aber wenn die Karre zu vibrieren anfängt und es den Eindruck macht das der Aufbau sich beim schaukeln verwindet, dann ist es Zeit abzuhauen. Die Türen müssen wir zu Zweit festhalten und so machen wir uns lieber vom Acker und sind am frühen Abend auf unserem Campingplatz in Orgiva angekommen und hier ist es erträglicher als auf 1000 Metern Höhe und der Sturm nimmt noch weiter zu.

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