Sensorflecken oder der Staub hängt im Detail

MinoltaD7Neumodischer Kram macht neumodische Probleme. Wer eine Spiegelreflexkamera oder auch eine Systemkamera sein Eigen nennt, wird sich irgendwann einmal die Haare raufen, weil auf den Bildern Flecken auftauchen, wie bei mir. Zunächst helfe ich mich mit der nachträglichen Bildretusche, aber irgendwann ist das Maß dann voll. Eine Kamerareinigung ist angesagt, aber bei einem Fachmann bin ich dann so 30,- bis 50,- Euro los und wenn ich dann noch weiter fahren muß finde ich das so richtig Käse. Ich hab mich dann also per Suchmaschine mit  Begriffen wie „Sensorreinigung“ durch das Netz gelesen. Wie es nun mal so ist krähen viele Hähne auf dem Mist, aber alle in einer anderen Tonlage, der eine im Tango und der andere Walzer. Aber es kristallisiert sich heraus das ich mich da auch selber ran trauen kann. Ja klar, ich hab schon als kleiner Junge mein erstes Kofferradio mit 9 Transistoren unter der Bettdecke aufgeschraubt, mit der Angst im Nacken das mein Vater mich erwischt und es einen Satz heiße Ohren gegeben hätte.
Die Kameras haben alle einen Menüpunkt zum Sensorreinigen. Dazu wird der Spiegel nach oben geklappt und der Verschluß geht auf. Das staubige, fettige und vielleicht auch etwas Salzbeschichtetes Hightechteil  liegt vor mir. Mit einer Lupe sehe ich die Übeltäter und versuche sie wegzublasen. Das Ergebnis ist das etwas, nein eine ganze Speichelladung auf dem Sensor landet! Mist, taugt nichts. Ausgeschaltet weggelegt und gegrummelt. Daraufhin habe mir vorsichtshalber ein Reinigungsset von Visibledust für 23,- Euro plus Porto/Verpackung bestellt. In der Apotheke eine Flasche 100%igen Isopropylalkohol, ein Paket Wattestäbchen und nach nichts riechende Kosmetiktücher. Als dann alles da ist, ja auch ein Netzteil für die Kamera, denn der Akku darf auf keinen Fall beim Reinigen schlapp machen, sonst ist der Verschluß hinüber, geht es los. Als erstes sauge ich vorsichtig den Staub aus dem Kameragehäuse und gehe danach in den Reinigungsmodus.

Sensorfleck001

Der Sabberfleck liegt jetzt nett auf dem Sensor vor mir. Das Wattestäbchen ist mir zu flusig, deshalb umwickel ich es mit dem Kosmetiktuch und lasse einen Tropfen Alkohol reinziehen. Der Sabberfleck ist ganz schön hartnäckig, aber nach etwas wischen ist er bis auf einige Schlieren fast verschwunden. Für dieSchlieren nehme ich einen der vier Visibledust Spatel mit der beiliegenden Reinigungsflüssigkeit und ziehe damit über den Sensor. Die Schlieren sind weg und der Sensor ist wieder sauber! Klasse! Weil es so schön geklappt hat kommt die zweite Kamera gleich mit dran.

Sensorfleck002a
Als erstes sauge ich wieder mit dem Staubsauger, mache ein Kontrollfoto und dann noch einmal saugen, etwas länger und intensiver. Das hat es schon gebracht. Die Flecken sind bis auf einige unscheinbare verschwunden. Ich brauchte also nicht mal auf dem Sensor rumwischen.

Sensorfleck003

Die Kontrollfotos habe ich bei maximaler Blende gemacht, um eine große Tiefenschärfe zu bekommen und auf einfarbigem, möglichst hellen Hintergrund. So könnt ihr jeden einzelnen Fleck bewundern.
Falls ihr euch da ran traut ist es ja klar das ihr das auf eigene Gefahr hin macht. Meine alten Minoltas haben fast nur noch ideellen Wert und wenn mal eine hops geht ist das kein großer Verlust. Bei einem 800 Euro Teil hätte ich da auch so meine Bedenken.

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