Was ist für mich eigentlich so toll daran, in den Gottesdienst zu gehen?

Aus meiner ganz persönlichen Sicht. Aus der Sicht einer Christin, aber noch heimatlosen, jedenfalls was die Religionszugehörigkeit betrifft.

In meiner Kirche, ihr merkt schon ich spreche über meine Kirche, der altkatholischen Kirche auf Nordstrand, obwohl sie es offiziell noch gar nicht ist, haben die Gottesdienste stets ein ganz spezielles Thema, was natürlich ihren Ursprung in der Bibel hat. Gottesdienste haben zwar immer ein Thema aber bisher konnte ich es nie deutlich erkennen. Das ist hier deutlich anders!

Jetzt kann man vielleicht denken, was haben die alten Geschichten in der Bibel mit unserer modernen Welt zu tun? Ich würde sagen, sehr viel, wenn man genau hinhört.

Das letzte Thema war Bescheidenheit, Gott belohnt die Bescheidenen!

Irgendwie stehe ich persönlich mit dem Wort Bescheidenheit auf Kriegsfuß, da meine Mutter schon immer zu mir gesagt hat, Kind sei immer schön bescheiden, das war sie schließlich auch und ihr sei es immer das wichtigste, das erst die Anderen kommen und die Anderen glücklich sind.

Aber wie fühle ich mich dann, wenn immer erst die anderen kommen? Wenn ich als Kind und Jugendliche stets die Verwandtschaft und die Freunde meiner Eltern bedienen musste, ihnen das Essen gereicht habe, hinterher alles abgeräumt habe und selbst in der Küche gegessen habe.

Wenn so Bescheidenheit aussieht, möchte ich eigentlich nicht bescheiden sein.

Aber was ist denn Bescheidenheit?

Ich glaube, ich bin ein sehr hilfsbereiter Mensch. Ich kümmere mich gern um ältere Menschen oder um die die gerade Hilfe brauchen, wenn ich es möchte aber nicht wenn ich es muss.

Ich bin halbwegs bescheiden, wenn es um Verschwendung geht. Ich versuche so zu leben, dass alles in Maßen ist. Ja, ich glaube das ist für mich Bescheidenheit.

Ich muss mich einfach dabei gut fühlen, denn wenn ich so lebe, dass ich meine Selbstliebe in Bezug auf Bescheidenheit herunter gefahren habe, nützt es glaube ich keinen, weder mir selbst noch den anderen.

So ist das mit den alten, Bibelgeschichten und den Predigten. Sie regen mich zum Nachdenken an und das nicht nur für eine halbe Stunde , sondern für viele Tage. Das ist doch eine ganz tolle Sache! jetzt kann ich für mich selbst sehen, wo ich eigentlich zu diesem speziellen Thema in meinem Leben stehe. Außerdem kann ich mich mit anderen Menschen darüber austauschen.

Ich finde das weitaus sinnvoller, als meinen Kopf mit Gedanken zu füllen, die mir nicht zuträglich sind und die mich auf keinen Fall weiterbringen.

Ich sage es einmal so, es ist viel schöner über Love and Peace nachzudenken, als sich in einen Nachbarschaftsstreit hinein zu steigern. Love and Peace lässt mich wachsen und bei einem Streit, kann man ganz schnell zum Wurm werden.

Ich bin Dankbar für dieses wundervolle Thema „Bescheidenheit“ im Gottesdienst, denn es hat mich wirklich angeregt, meine eigene Bescheidenheit zu definieren.

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