Wenn Du nichts änderst wirst du nicht weiter kommen

Da geht man in den Vorruhestand und denkt das alles so kommt und weiter geht wie wir es uns gedacht haben. Pustekuchen, so viel wie in den letzten Jahren hat sich in unserem Leben bisher nicht verändert und wisst ihr was? Es macht richtig Spaß immer etwas Neues zu entdecken und auszuprobieren aber auch Altes wieder schätzen zu lernen. Das Leben nimmt manchmal schon verworrene Pfade und wenn man offen dafür ist und sich nicht wie Kleister an etwas verklammert dann wird es richtig toll. Auch wenn der Weg mal schmerzt, wenn wir ihn erkennen, akzeptieren und das Positive daraus zu ziehen, dann ist es doch eine wunderbare Lebenserfahrung!

Die große Änderung die wir zurzeit durchlaufen ist die der Ernährung. Der Wunsch etwas zu ändern wartete wohl schon viel länger in uns, bis er jetzt endlich an die Oberfläche gedrungen ist.

Wir haben schon immer darauf geachtet was wir essen, aber so ganz zufrieden waren wir damit nicht. Also gingen wir Beide auf die Suche, zuerst unbewusst und als es sich etwas herauskristallisierte sind wir dann voll eingestiegen in die Umstellung.
Konkret sieht es so aus das wir fast keine industriellen Lebensmittel mehr essen und den Fleischkonsum noch etwas mehr reduziert haben. Wir kaufen, bis auf wenige Ausnahmen, Produkte aus biologischem Anbau ein, bei Fleisch schauen wir dann das die Tiere auch ein vernünftig Leben haben, also bei lokalen Anbietern die wir auch persönlich kennen. Das entscheidende ist aber das wir von den Industrieprodukten wegkommen und so viel wie nur irgend möglich selber herstellen.

Warum wir von der industriellen Ware wegkommen wollen ist einfach. Uns passen die Zutaten und die ganze Art und Weise wie damit umgegangen wird nicht. Ich will jetzt nicht auf die Industrie schimpfen, sie will uns natürlich von ihren Produkten abhängig machen. Das hört sich fies an, aber bedenkt bitte einmal das, wenn ihr etwas verkaufen möchtet dann wollt ihr ja auch das die Kunden wieder kommen oder? Das ist also eine ganz normale geschäftliche Vorgehensweise. Ob da jetzt ethische Grenzen überschritten werden, das möge jeder für sich entscheiden.

Ja, was auch noch ganz wichtig ist das wir jetzt noch bewusster essen, speziell ich hatte bisher sehr oberflächlich gekaut und war mit den Gedanken oft nicht bei der Sache. Das kann man aber nicht von heute auf morgen umstellen, es ist ein richtiger Lernprozess und der dauert ziemlich lange.
Auf jeden Fall habe ich alleine durch diese Umstellung ohne zusätzliche Hilfsmittel oder Sport in den letzten Monaten rund sieben Kilo abgenommen. Ich finde das schon sehr erstaunlich, das es sogar in den bewegungsarmen Wintermonaten so gut geklappt hat. Wir haben ja schon vor etlichen Jahren das Rauchen aufgegeben und seit dem hatte ich ordentlich zu gelegt. Es ist ja klar das sich die ganzen fiesen Stoffe des rauchens im Fettgewebe abgelagert haben und die kommen jetzt wieder an das Tageslicht und daher ist es auch gut das ich die Pfunde langsam verliere damit die Organe damit gut zurecht kommen.

Wir essen jetzt, wie früher zu Hause nur noch etwa einmal in der Woche Fleisch, wir backen unsere Brote und Brötchen alle selber. Brotaufstriche und Frischkäse kommen auch aus eigenen Töpfen. Leider haben wir keinen eigenen Garten aber unsere Kräuterbeete, die wild wachsenden Kräuter und selbst gezogene Sprossen runden unsere Mahlzeiten auf. Wir experimentieren mit alternativem Sauerteig, Wildhefe und fermentieren Gemüse. Die Inspirationen bietet uns dafür das Internet, denn das Rad muss man ja nicht immer wieder neu erfinden.

Wir sind dabei aber auch nicht total verbissen. Bei uns gibt es auch mal ein Eis, eine Fertigpizza oder meine geliebte Currywurst Pommes. Nur nicht ständig. Es ist auch viel schöner wenn man sich dann mal so richtig auf etwas freut.

Eine Sache möchte ich noch los werden!
Es wird heutzutage ja gerne sofort gegen etwas los gepoltert, geschimpft und gewettert, meist ohne richtiges Hintergrundwissen. Nehmen wir einmal das Beispiel Glyphosat in der Landwirtschaft. Es vergeht kaum ein Tag an dem nicht mit einer Petition geworben wird das Zeugs zu verbieten. Ich finde den Einsatz von diesen Giften auch total daneben, aber den Landwirt als Buhmann hinzustellen finde ich gelinde gesagt zum k….. Müssen wir uns nicht als Verbraucher selber an die Nase fassen? Sind wir nicht selber die Buhmänner wenn wir es mit uns machen lassen? Nur wir haben es in der Hand an diesem Kreislauf teil zu nehmen oder aus zu steigen. Wir selber müssen unser Konsumverhalten ändern damit auch ein Wandel statt finden kann! Kommt mir jetzt nicht mit dem Argument das es zu teuer ist auch muß man kein Vegetarier oder Veganer werden, aber wenn Jeder etwas an seinem Konsumverhalten ändert dann ist das doch schon ein guter Schritt in die richtige Richtung!

 

Jetzt habt ihr einmal einen kleinen Einblick in unser neues Leben gewonnen, auch wenn es nur den Part der Ernährung betrifft, wir sind noch auf anderen Ebenen aktiv, aber darüber mehr.
Bis zum nächsten mal. 😊

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